Boxermotor

Dem Prinzip Boxermotor wohnt eine Faszination inne, die viel mit der Ästhetik seines Gleichlaufs zu tun hat. Des Boxers Kennzeichen sind gegenüberliegend angeordnete Zylinder. In ihrem Innern stehen sich die Kolben paarweise gegenüber wie zwei Boxer. Bei diesem Motor bewegen sich die Kolben horizontal. Diese Struktur ermöglicht einen steiferen Zylinderblock.

Der Boxer dreht weich hoch bis an die Nenndrehzahl auch ohne Ausgleichswellen. Er baut flach, kurz und kompakt und ermöglicht einen sehr niedrigen Schwerpunkt und eine fast ideale Gewichtsverteilung. So wie die Kugel ein Optimum von Volumen im Verhältnis zur Oberfläche darstellt, so ist der Boxer die harmonischste Form der Verbrennungsmaschinen. Die Anzahl der Zylinder ist variabel zwischen zwei und zwölf, beträgt aber zwangsläufig immer ein Vielfaches von Zwei. Symmetrie heißt das Geheimnis sowohl bei der Gewichtsverteilung als auch bei der Zylinderzahl.

Bereits in den Zwanzigern verwendete die englische Firma Jouett in einigen Kleinwagen den Boxer. In den dreißiger Jahren folgten Steyr in Österreich und Tatra in der Tschechoslowakei. Aber der bekannteste Boxer, der jemals ein Automobil antrieb, verrichtete brav und überaus zuverlässig seinen Dienst im legendären VW Käfer. Luftgekühlt taktete der Vierzylinder dort seit 1946. 1948 machte ein Vierzylinder-Boxermotor Karriere in einer automobilen Legende: dem Porsche 356. Die nachfolgende 911-Serie setzte ab 1964 auf einen luftgekühlten Sechszylinder-Boxer. Ferrari gewann in den siebziger Jahren mit dem 365GT4/BB ein Rennen nach dem anderen.

Foto Subaru Boxermotor
Grafik: Boxermotor von Subaru

Subaru ist dem Boxermotor seit der Einführung des Subaru 1000 anno 1965, einer viertürigen Limousine mit wassergekühltem Vierzylinder-Boxer, bis heute treu geblieben. Der „Vater“ dieses Motors war 1960 Yoshio Akiyama, von Haus aus ein Flugzeugmotorenbauer. Shinroku Momose, damals Entwicklungschef bei Subaru, beauftragte ihn mit dem Bau eines Motors mit einigen grundlegenden Eigenschaften: Er dürfe nicht zu schwer sein, mit einem möglichst niedrigen Schwerpunkt, damit die Designer des Fahrzeugs mehr Freiraum bei der Gestaltung des Wagens haben. Gleichzeitig aber sollte er laufruhig und komfortabel sein. All diese Punkte erfüllte Akiyama mit der Konstruktion eines Boxermotors, der durch Vibrationsarmut, außerordentliche Laufruhe und gutes Ansprechverhalten überzeugte. Hinzu kam, dass man alle anderen Komponenten wie die Lichtmaschine und Ansaugtrakt oberhalb des Motorblocks platzieren konnte. Ergebnis: Man hatte ein Leichtgewicht von kompakten Abmessungen.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 5. Mai 2016