Differentialgetriebe

Das Differentialgetriebe gleicht die unterschiedliche Drehzahl zweier Räder an einer Achse bei Kurvenfahrt aus, denn im Falle einer Kurvenfahrt muss das „äußere Rad“ gezwungenermaßen einen größeren Radius nehmen und sich demzufolge schneller drehen. Um nun diesen Unterschied zwischen „innerem“ und „äußerem“ Rad auf einer Achse auszugleichen, wird ein Ausgleichs- oder auch Differentialgetriebe, eingebaut. Dieses ermöglicht, dass sich immer das innere Rad ohne Abriebverlust des Reifens langsamer drehen kann.

Nachteil des Differentialgetriebes

Durch die Ausgleichstechnik des Differentialgetriebes entsteht aber der Nachteil, dass bei glatter Straße oder Geländefahrten das Antriebsrad mit dem größten Widerstand zum Stillstand kommt, während das andere Rad mit dem geringeren Widerstand durchdreht. Um diesen Nachteil abzustellen, haben Konstrukteure die Differentialsperre erfunden. Diese Sperre schafft wiederum eine starre Verbindung zwischen zwei Rädern einer Antriebsachse oder auch zweier Antriebsachsen bei Allradfahrzeugen, verhindert so das „Stehenbleiben“ einzelner Antriebsräder, wirkt so dem unerwünschten „Schlupf“ von Antriebsrädern entgegen und ermöglicht das problemlose Weiterfahren im Gelände oder auf Glatteis.

Audi Hinterachsdifferenzial
Hinterachsdifferenzial im Audi A8

Welche Fahrzeuge benötigen eine Differentialsperre?

Im Jahre 1980 verfügte serienmäßig als erstes Auto der „Audi quattro“ über zwei Differentialsperren. Sie wurden Anfangs noch über Seilzüge ein- und ausgeschaltet. Ferner besitzen Geländefahrzeuge und auch Traktoren in der Landwirtschaft Differentialsperren. Damit wird zum ersten der vorstehende, unerwünschte Schlupf der Antriebsräder in schwierigem Gelände verhindert und zum zweiten wirken diese Differentialsperren den sogenannten Verspannungen im Antriebssystem entgegen. Oft haben Geländewagen sogar drei Differentialgetriebe mit den dazugehörigen Sperren. Damit wird neben dem bereits beschriebenen Ausgleich der Antriebsräder auf einer Achse, auch der Ausgleich zentral zwischen der vorderen und hinteren Antriebsachse herbeigeführt.

Illustration Sportdifferenzial
Illustration: Funktionsweise vom Audi quattro-Antrieb mit Sportdifferenzial.

Elektronische Differentialsperre verringert den Reifenverschleiß

Für verschieden griffige Straßen- beziehungsweise Wegeflächen hat die Technik die elektronische Differentialsperre mit folgender Funktionsweise geschaffen. Beim Durchrutschen eines Antriebsrades wird durch die elektronische Differentialsperre das rutschende Rad gezielt abgebremst und ermöglicht somit eine Übertragung der Antriebskraft auf das besser greifende Rad. Dadurch wird ein sicheres und gleichmäßiges Anfahren möglich und der Reifenabrieb wird verringert. Die elektronische Differentialsperre ist automatisch bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h wirksam. Sie gehört zum Softwareprogramm vieler Fahrzeuge und gehört zum elektronischen Stabilisierungsprogramm (ESC), sowie der Antriebsschlupfregelung (ASR).

Offroadreisen und Abenteuer

Auch Offroadreisen, verbunden mit interessanten Abenteuerreisen werden durch die moderne Allrad- und Differentialsperrentechnik möglich. Denn wer möchte nicht mal über abenteuerliche Offroadpisten oder durch undurchdringliche scheinende Wälder fahren. Das Bewältigen mächtiger Sanddünen, sowie einsame Offroad-Touren, zum Beispiel in den schottischen Highlands, müssen kein Wunsch mehr bleiben.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 5. Mai 2016

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