Einparkhilfe: Funktionweise und Test

Park Pilot oder Einparkhilfe Die Vor- und Rückfahrhilfe arbeitet mit Ultraschallsensoren. Diese senden Wellen aus und empfangen anschließend den von den Hindernissen wieder reflektierten Schall. Entsprechend zum daraus errechneten Abstand gibt die Einparkhilfe akustische Warnsignale.

Die meisten Auto-Hersteller wie Toyota, VW, Mercedes, Lancia, Lexus und BMW liefern Ihre Fahrzeuge, gegen Aufpreis, mit einem Einparkassistent aus. Dabei ist das Auto in der Lage selbständig in die Parklücke einzuparken.

Ultraschallsensoren an den Stoßfängern suchen nach einem passenden Parkplatz. Anhand des Blinkers merkt das Auto ob es rechts oder Links einparken soll. Man fährt einfach mit weniger als 30 km/h an einer Lücke vorbei und das Auto zeigt einem an ob der Platz ausreicht.

Über eine Anzeige im Armaturenbrett wird der Parkvorgang angezeigt. Nach dem einlegen des Rückwärtsgangs, muß der Fahrer mit der Bremse nur noch die Geschwindigkeit regeln. Die Lenkung in die Parklücke wird komplett vom Pkw übernommen.

Zeichnung Einparkhilfe

Einparkhilfe – das solltest du wissen
Eine Einparkhilfe ist ein Fahrer-Assistenzsystem, das dir das Einparken erleichtern soll. Die Einparkhilfen unterscheiden sich in zwei Varianten:

  1. Passive Einparkhilfen – sie stellen beispielsweise einen markanten Punkt in Form einer Peilstange dar, die am Fahrzeug angebracht wurde, sind heute aber kaum noch zu finden.
  2. Aktive Einparkhilfen – hiermit sind vor allem Systeme gemeint, die elektronisch arbeiten, häufig mit einer Kamera ausgestattet sind, aber auch auf Ultraschall oder Radar basieren können. Sogar selbstlenkende Einparkhilfen sind heute denkbar.

Funktionsweisen der Einparkhilfen

Da heute nur noch die elektronischen Einparkhilfen in Betracht kommen, wollen wir uns im Folgenden kurz mit deren Funktionsweise auseinandersetzen, die sich je nach Modell unterscheiden kann:

  1. Ultraschallbasierende Einparkhilfe
    Bei dieser Variant sind die Ultraschallsensoren in den Stoßfängern des Fahrzeugs integriert und diese sind verfügbar als Zwei-, Vier- oder gar Sechs-Kanal-System. Je Stoßfänger sind dann zwei bis sechs Sensoren, die meist in Wagenfarbe lackiert sind, angebracht. Je höher die Zahl der Sensoren, desto besser ist auch das Messergebnis. Mittels der ausgesendeten Ultraschallwellen und deren Echo bzw. der Zeitdifferenz zwischen beiden, werden die Entfernungen ermittelt. Akustische Warntöne, wenn du zu nah an das Hindernis gelangst, sind ebenfalls üblich.
  2. Radarbasierte Einparkhilfe
    Die radarbasierte Parkhilfe ist ähnlich wie das ultraschallbasierte Modell konzipiert. Allerdings werden für die Entfernungsmessung Radarsignale ausgewertet. Somit brauchst du keine Ultraschallsensoren am Stoßfänger mehr, die höhere Kosten und Aufwand beim Einbau verursachen. Das Millimeterwellenradar kann durch den Stoßfänger durch messen und selbst bei schnellem Rückwärtsfahren warnt es dich frühzeitig vor Hindernissen. Allerdings kann es bei starkem Regen zu Fehlmessungen kommen, da das abfließende Wasser mitunter als Hindernis erkannt wird.
  3. Selbstlenkende Einparkhilfe
    Die selbstlenkende Einparkhilfe wird auch als Parklenkassistent bezeichnet. Sie übernimmt die Lenkmanöver für das Einparken selbstständig. Die Grundvoraussetzungen dafür sind neben einer aktiven Einparkhilfe auch eine elektro-mechanische Servolenkung, die von einem Elektromotor angetrieben wird und eine Messsensorik, welche quer zur Fahrtrichtung ausgerichtet ist. Das System misst zunächst, ob eine Parklücke ausreichend groß ist. Ist dies der Fall, was dem Fahrer nach Einschalten der selbstlenkenden Einparkhilfe angezeigt wird, muss er nur noch in einem bestimmten Abstand zur Parklücke anhalten. Nachdem er den Rückwärtsgang eingelegt hat, übernimmt der Bordcomputer die Lenkmanöver. Lediglich Gas geben muss der Fahrer noch selbst.
  4. Kamerabasierte Einparkhilfe
    Sie verwendet eine Rückfahrkamera, die am Heck des Fahrzeugs angebracht ist und die Bereiche unmittelbar hinter dem Fahrzeug erfasst. Die Bilder werden auf einen im Fahrgastraum angebrachten Monitor übermittelt. Meist gibt es verschiedene Hilfslinien im Display, die dir zeigen, wie du das Lenkrad einschlagen musst, um in die Parklücke zu gelangen. Die Rückfahrkamera schaltet sich jedoch nur bei eingelegtem Rückwärtsgang ein.

Einparkhilfe nachrüsten – so klappt es

Die meisten PKWs, so sie nicht aus der Oberklasse stammen, verfügen serienmäßig noch nicht über eine Einparkhilfe. Die Hersteller haben jedoch erkannt, dass der Bedarf an Einparkhilfen groß ist und zahlreiche Einparkhilfen zum Nachrüsten auf den Markt gebracht. Was aber taugen diese Kits zum Nachrüsten?

Je nach Modell kann der Eigeneinbau sich einfacher oder schwieriger gestalten. Im Regelfall liefern die Hersteller sowohl die nötigen Bauteile als auch eine ausführliche Bedienungsanleitung mit. Insbesondere, wenn Kameras beim Einparkhilfe nachrüsten integriert werden sollen, sollte der Einbau jedoch dem Profi überlassen werden. Wer sich den Einbau trotzdem selbst zutraut, kann sich via Youtube verschiedene Tutorials ansehen, um die Arbeit einfacher zu gestalten.

Video wie die Einparkhilfe in einem Golf 4 eingebaut wird

Einparkhilfe im Test

Was haben die großen Tester über Einparkhilfen herausgefunden? Obwohl also viele Hersteller die Einparkhilfe zum Nachrüsten anbieten, solltest du dir die Einparkhilfe im Test ansehen, um das für dich am besten geeignete Modell zu finden. Gute Testergebnisse liefert zum Beispiel der ADAC mit seinem Test. Aber auch andere Tester haben sich die Fahrerassistenzsysteme schon einmal vorgenommen und sie bewertet. Der große Einparkhilfe Testsieger wurde zum Beispiel bei einem Test das Modell Bosch Parkpilot URF7, der mit vier Parksensoren arbeitet.

Welche Anbieter haben Einparkhilfen im Sortiment?

Neben Bosch bieten natürlich auch viele weitere Hersteller eine Einparkhilfe an. Die bekanntesten Hersteller, die auch sehr gute Geräte liefern, sind:

  • ATU
  • LUIS
  • Conrad
  • Esky
Was bringt mir die Einparkhilfe in der Praxis?

In der Praxis profitierst du auf vielfältige Weise von der Einparkhilfe:

  • Du kommst sicher und ohne Unfälle oder Schäden am Fahrzeug selbst in enge Parklücken.
  • Auch bei schlechter Beleuchtung oder niedrigen Hindernissen, wie einem Poller, den du im Rückspiegel nicht sehen kannst, kannst du bedenkenlos einparken, weil die Einparkhilfe dich warnt, bevor du das Hindernis berührst.
  • Du profitierst von der Einparkhilfe oft auch bei den Versicherungsprämien.

Experten gehen bereits heute davon aus, dass 90 Prozent aller Unfälle durch menschliches Versagen entstehen. Demnach lassen sich zahlreiche Unfälle durch die Nutzung von Fahrer-Assistenzsystemen vermeiden, zu denen auch die Einparkhilfe zählt. Da jeder dritte Unfall beim Ein- und Ausparken geschieht, hilft die Einparkhilfe, die Unfallzahlen zu senken. Die Versicherungsprämien könnten langfristig sinken, allerdings machen die Versicherer hierzu noch keine genauen Angaben, da die Kosten pro Schadensfall aufgrund der immer weiter verbreiteten Technik im Fahrzeug steigen.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 30. Dezember 2016