Kfz-Identifikationsnummer

Jedes weltweit hergestellte Fahrzeug erhält seine einmalige Kfz-Identifikationsnummer. Sie ist international genormt und wird gängig als FIN, als Fahrzeugidentifikationsnummer abgekürzt.

Im internationalen Sprachgebrauch ist es die VIN für die englische vehicle identification number. Die bis dahin verwendete Fahrgestellnummer des jeweiligen Herstellers wurde Anfang der 1980er Jahre mit der EU-Verordnung 76/114/EWG durch die seitdem geltende FIN abgelöst.

Mit der Fahrgestellnummer konnte bereits in damaligen Jahrzehnten der Fahrzeughalter ermittelt werden. Die Kfz-Identifikationsnummer wird im Kfz-Schein dokumentiert sowie in dem dazugehörigen Auto angebracht. Das geschieht mehrfach an verschiedenen Stellen, um ein Manipulieren an der FIN unmöglich zu machen oder zumindest deutlich zu erschweren.

Kfz-Identifikationsnummer Foto
Kfz-Identifikationsnummer die im Fahrzeugestell unter der Windschutzscheibe sichtbar ist.

Bei Autos für den europäischen Fahrzeugmarkt ist der Motorraum eine gängige Platzierung. Bei Fahrzeugen, die in den USA hergestellt worden oder für den US-Straßenverkehr bestimmt sind, ist die VIN deutlich sichtbar an der Windschutzscheibe angebracht. Beim Anbringen auf Fahrzeugteilen wie dem Motor oder an der Karosserie ist die FIN tiefgezogen. Das ist ein feststehender Begriff nach der DIN 8584. Tiefziehen bedeutet ein Zugdruckumformen des Blechzuschnitts, der wahlweise Folie, Tafel, Platte oder Platine genannt wird.

Bei einem Autodiebstahl oder Schwarzhandel mit Fahrzeugen kann nahezu alles verändert werden, nicht jedoch die FIN ohne eine sichtbare Beschädigung. Wenn der Autokäufer Manipulationsversuche an der Kfz-Identifikationsnummer erkennt, dann sind im wahrsten Sinne des Wortes höchste Vorsicht und größtes Misstrauen geboten.

Die Fin/VIN ist eine 17stellige Nummernfolge, deren Aufbau einheitlich genormt ist. Unterschieden wird in die europäische FIN-Normung seit dem Jahre 1981 sowie in die US-amerikanische seit dem Jahre 2003. Mit Ausnahme der Buchstaben I, O und Q können alle anderen im Alphabet verfügbaren Buchstaben sowie die Ziffern 0 bis 9 verwendet werden. Mit Wirkung ab 1. November 2014 ist die bisherige Eurorichtlinie 76/114/EWG durch die neue EU-Verordnung 19/2011 ersetzt worden, ohne dass sich beim inhaltlichen Aufbau der FIN dadurch Änderungen ergeben haben.

Rechtsgrundlagen zum Anbringen der FIN sowie zu deren Speicherung im Zentralen Fahrzeugregister sind in Deutschland der § 33 Straßenverkehrsgesetz, des StVG, sowie § 59 StVZO, der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Die europäische FIN ist in die folgenden siebzehn Stellen gegliedert:

kfz-identifikationsnummer im Detail

  • 1 – 3 Erster Teil Welt-Hersteller-Code WMI
  • 4 – 9 Baureihe
  • 10 Modelljahrescode
  • 11 Herstellerwerk
  • 12 – 14 Zweiter Teil Welt-Hersteller-Code WMI
  • 12 – 17 Fortlaufende aufsteigende Nummer

Die internationale Dreierteilung lautet:

  • 1 – 3 World Manufacturer Identification WMI
  • 4 – 9 Vehicle Descriptor Section VDS
  • 10 – 17 Vehicle Indicator Section VIS

Zur Identifikation des Welt-Hersteller-Codes WMI sind für die erste der drei Ziffern folgende Regionen vorgesehen:

  • A – H Afrika
  • J – R Asien
  • S – Z Europa
  • 1 – 5 Nordamerika
  • 6 – 7 Australien/Ozeanien
  • 8 – O Südamerika

Zuständig für diese internationalen Vorgaben ist die SAE International, die Society of Automotive Engineers als eine Organisation für Mobilitätstechnologie mit ihren zwei Geschäftssitzen in Warrendale im US-Bundesstaat Pennsylvania sowie in Troy im US-Bundesstaat Michigan.

Alle anderen Ziffern und Buchstaben der Kfz-Identifikationsnummer werden von den Automobilherstellern festgelegt, wobei die internationalen Vorgaben der SAE eingehalten werden. In den Automobilwerken sind diese Arbeitsschritte automatisiert, so dass sowohl beabsichtigte als auch unabsichtliche Fehler ausgeschlossen sind.

Die WMI für Opel beispielsweise lautet „WOL“. Der Buchstabe W ist Deutschland zugeordnet. Er gehört zur Region Europa, und OL ist die Abkürzung für Opel. Die WMI für VW lautet „WVW“. W steht wiederum für Deutschland, und VW für die gängige Abkürzung Volkswagenwerk. „WFO“ steht für den in Deutschland hergestellten Ford; W für Deutschland in der Region Europa, FO für die Marke Ford.

Die US-amerikanische VIN ist zwar an die europäische FIN angelehnt, weicht jedoch in mehreren Einzelheiten deutlich davon ab.

  • 1 – 3 Welt-Hersteller-Code
  • 4 Baureihe
  • 5 Karosserieform
  • 6 – 7 Motor gestaffelt nach KW, unterteilt in Diesel- und Ottomotor
  • 8 Rückhaltesystem ohne oder mit Seitenairbag
  • 9 Prüfziffer
  • 10 Modelljahrescode
  • 11 Herstellerwerk
  • 12 – 17 Fortlaufende aufsteigende Nummer

Das Lesen dieser ausführlichen Kfz-Identifikationsnummer macht es möglich, weltweit den Weg des Fahrzeuges zurück bis zu seinem Hersteller zu verfolgen. So wie jeder Bundesbürger anhand seiner Unterlagen und Papiere wie Geburtsurkunde, Personalausweis, Führerschein oder der Steuer-ID, der Identifikationsnummer sein Leben lang registriert bleibt, so erhält jedes weltweit produzierte, sprich gebaute Auto seine eigene Identität. Sie steht mit der FIN einmalig fest und lässt sich auf legalem Wege nicht mehr ändern. Auch beim Menschen sind Änderungen seiner Identität, bis auf wenige gesetzliche Ausnahmen, nur illegal möglich. Mit einer Querprüfung vom Auto selbst zum Kfz-Schein sowie zum Zentralen Fahrzeugregister hin ist in Deutschland gewährleistet, dass jedes Fahrzeug identifiziert werden kann. Im Alltag des Kfz-Halters hat die FIN eine untergeordnete Bedeutung. Sie ist im Kfz-Schein unter dem laufenden Buchstaben E aufgeführt, ohne dass sie dort besonders beachtet wird.

Kfz-Identifikationsnummer Prüfen

Dass bei Fahrzeugkontrollen ein oftmals automatischer Abgleich zwischen Fahrzeugschein und Zentralem Fahrzeugregister erfolgt, geschieht ohne Kenntnis und Wissen des Autofahrers. Bei genauen Personen- und Fahrzeugkontrollen wird ergänzend dazu die an dem Auto angebrachte FIN gesucht und abgeglichen. In einer solchen Situation gerät derjenige buchstäblich ins Schwitzen, der bewusst und wissend ein Auto fährt, an dessen Kfz-Identifikationsnummer „gearbeitet worden ist“.

Über die Kfz-Identifikationsnummer (oder auch Fahrzeugidentifikationsnummer) kann man was über die Geschichte des Fahrzeugs erfahren. Zum Beispiel ob das der Kilometerstand verändert worden ist oder das Fahrzeug schon mal gestohlen wurde.
Wenn der Verkäufer eines Fahrzeuges nicht bereit ist die Kfz-Identifikationsnummer herauszugeben, solltest du vorsichtig sein.

Weitere Links zur Fahrzeug-Identifizierungsnummer:


Beitrag zuletzt aktualisiert am 16. Oktober 2016

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