Mineralölsteuer und der Benzinpreis

Die Mineralölsteuer ist eine Finanzabgabe, die sowohl für im Inland hergestellte als auch für importierte Mineralölprodukte erhoben wird. Für bestimmte Verwendungszwecke, z.B. für die nichtenergetische, chemische Verwendung bei der Weiterverarbeitung, fällt diese Steuer nicht an. In anderen Fällen, wie z.B. bei der Verwendung im Heizsektor, wird sie ermäßigt.

Man unterscheidet bei der Mineralölsteuer nach den Produkten: Unverarbeitetes Mineralöl (Rohöl), leichte Öle (u.a. Benzin, Testbenzine), mittelschwere Öle (Petroleum, Kerosin, Leuchtöl) und schwere Öle (Gasöl, Heizöl und Schmieröle je nach Raffinationsgrad). Die einzelnen Produktgruppen werden unterschiedlich hoch besteuert.

Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?

Die Steuern machen zwar einen hohen Teil des Spritpreises aus. Bis auf die Mehrwertsteuer, die sich prozentual am Gesamtpreis bemisst, ist der Energiesteueranteil jedoch fix.

Hinzu kommen der so genannte Produkteinstandspreis und der Deckungsbeitrag der Mineralölkonzerne. Beide unterliegen Schwankungen, die wirtschaftlich bedingt sind.

Die Kosten für einen Liter Benzin setzen sich wie folgt zusammen:

Grafik mit Erklärung zum Benzinpreis
Wie sich der Benzinpreis zusammensetzt.
  • Produkteinstandspreis: Preis, zu dem die Ware importiert wird. Er richtet sich nach der Entwicklung auf den internationalen Ölmärkten.
  • Deckungskosten: Sie entfallen auf die Mineralölkonzerne. Die Summe deckt die Kosten der Konzerne und ihren Gewinn ab. Darin enthalten ist auch der Anteil für den gesetzlichen Bevorratungsverband von rund einem halben Cent. Falls es eine Krise gibt, sichert er einen Ölvorrat, der 90 Tage reichen soll.
  • Energiesteuer (früher „Mineralölsteuer“): Darin enthalten ist seit 1999 die Ökosteuer. Die Höhe der Energiesteuer unterscheidet sich nach Treibstoffart. Die umweltverträglichen Energieträger (z.B. Gaskraftstoffe) besteuert der Staat am geringsten.
    Flüssiggas als Kraftstoff: rd. 18 Cent/kg
    Erdgas: rd. 18, Cent/kg
    Diesel: 47,04 Cent/Liter
    Benzin: 65,45 Cent/Liter
  • Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent: Sie wird erhoben auf den Warenpreis und die Energiesteuer.

Verdient der Staat am höheren Spritpreis?

Die Spritpreise sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Der Vorwurf, der Staat „verdiene“ daran kräftig mit, ist aber falsch. Mit rund 40 Milliarden Euro jährlich ist die Energiesteuer, die unter anderem auf Benzin und Diesel anfällt, für den Bund zwar die wichtigste Verbrauchsteuer. Ein hoher Preis regt aber dazu an, weniger Kraftstoff zu verbrauchen. Weil aber die Energiesteuer als fester Steuersatz je Liter erhoben wird (Benzin: 65,4 Cent, Diesel 47 Cent), sinken bei rückläufigem Verbrauch die Einnahmen des Staates aus der Energiesteuer. Siehe auch unsere Tipps zum Spritsparen.

Zudem ist die Energiesteuer ein fester Betrag, wobei seit 2003 die Energiesteuer auf Kraftstoffe nicht mehr erhöht wurde.

Unabhängig von der Energiesteuer fällt auf den Spritpreis noch Umsatzsteuer an. Weil Umsatzsteuer prozentual berechnet wird, liegt sie tatsächlich höher, je teurer der Sprit ist. Aber es ist falsch, daraus zu schließen, dass der Staat deshalb insgesamt mehr Umsatzsteuer einnehmen würde.

Die Rechnung ist einfach: Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Was die Verbraucher mehr an Umsatzsteuer an der Tankstelle bezahlen, geben sie an anderer Stelle weniger für den Konsum aus. Im Endeffekt bleibt das Steueraufkommen aus der Umsatzsteuer für den Staat gleich. Weder im Hinblick auf die Konjunktur, noch auf Steuereinnahmen hat der Staat ein Interesse an hohen Kraftstoffpreisen.

Übrigens ist der Steueranteil am Spritpreis sogar prozentual zurückgegangen.

Warum ist der Spritpreis so stark gestiegen?

Der Anstieg der Spritpreise ist vor allem den höheren Kosten für Rohöl geschuldet. Ein Hauptgrund dafür ist, dass auf dem Weltmarkt immer mehr Rohöl nachgefragt wird, das Angebot aber nicht steigt. Besonders aufstrebende Staaten wie China treiben die Nachfrage zusätzlich in die Höhe – und damit den Preis.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 17. Dezember 2016