Ottokraftstoff (Kürzel: OK)

Ottokraftstoff ist die offizielle Bezeichnung für Normal- (Regular-) und Super (Premium-) Kraftstoffe (siehe auch Benzin) für Vergaser und Einspritzmotoren mit Fremdzündung (Ottomotoren).

Additive (Ottokraftstoffe)

Hier gilt im Wesentlichen das was unter Additive (Dieselkraftstoff) beschrieben ist. Additive für Ottomotoren sind u.a.: Antiklopfmittel (Erhöhung der Octanzahl) Reinigungszusätze/Detergents (Verhinderung von Rückständen an allen Problemzonen) Korrosionsinhibitoren (Zuverlässige Verhinderung Rostbildung durch Oxidation an Metallflächen) Vereisungshemmstoffe (Verhinderung von Eisbildung im Gemischbildungssystem) Alterungsstabilisatoren, Friction Modiefier (Reduzierung der Reibung zwischen oberem Kolbenring und Zylinderwandung mit positivem Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch).

Foto vom Zapfhahn
© Shell
Ottokraftstoffe enthalten sowohl leichtflüchtige Bestandteile wie z.B. das gasförmige Butan als auch Bestandteile, die erst gegen 200 °C sieden. Insbesondere die leichtflüchtigen Bestandteile sind für gutes Startverhalten insbesondere bei kalten Temperaturen erforderlich. Würde man eine Schale mit Ottokraftstoff bei Raumtemperatur offen stehen lassen, wäre ein Großteil schon nach kurzer Zeit verdampft, also abgedampft. Auch beim Tanken, im Fahrzeugbetrieb und bei längeren Standzeiten von Fahrzeugen treten so genannte Abdampfverluste auf. Je höher die Temperatur, umso schneller verdampft Ottokraftstoff. Bei Fahrzeugen mit relativ langen Standzeiten wie z.B. bei der Überwinterung von Oldtimer, Saisonfahrzeugen, Motorrädern und Rollern kann das Ausdampfen der leichtflüchtigen dazu führen, dass die Fahrzeuge nach dem Winter Startprobleme haben oder gar nicht anspringen.

Der Abdampfrückstand von Ottokraftstoff, Flug-Ottokraftstoff und Flugturbinenkraftstoff ist der unter definierten Temperaturbedingungen und unter Aufblasen von Luft oder Dampf verbleibende Rückstand; angegeben in mg/100 ml. Bei Ottokraftstoffen wird der Rückstand vor und nach einer Wäsche mit n-Heptan angegeben. Mithilfe dieses Tests soll identifiziert werden, ob ein Kraftstoff unlösliche oder schwerlösliche Bestandteile wie Alterungsprodukte enthalten, die im Fahrzeugbetrieb Störungen verursachen könnten. Nach n-Heptanwäsche dürfen maximal 5 mg/100 ml zurückbleiben damit der Kraftstoff noch als normgerecht eingestuft werden kann.

Die Zugabe von Performance-Additiven erhöht den Abdampfrückstand und wird gerne als Maß für das Vorhandensein von Additivierung herangezogen. Nach n-Heptanwäsche dürfen aber auch hier 5 mg/100 ml nicht überschritten werden. Weitere Informationen bei der Entwicklung der Kraftstoffe.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 9. April 2016