Tragfähigkeitsindex bei Reifen

Suchst du neue Reifen für dein Fahrzeug? Dann solltest du dich an die Aussagen im Fahrzeugschein halten, denn dort finden sich nicht nur Angaben zur optimalen Reifengröße, sondern ebenso zum Tragfähigkeitsindex.

Dieser wird auch als Last-Index, Load-Index oder LI-Wert bezeichnet. Er gibt an, mit welchem Gewicht ein Reifen höchstens belastet werden darf. Abhängig ist die Belastbarkeit aber nicht nur vom Tragfähigkeitsindex, sondern ebenso vom Fülldruck des Reifens und der Fahrgeschwindigkeit.


Betriebskennungen von Autoreifen – Tragfähigkeitsindex zählt dazu

Autoreifen sind mit verschiedenen Betriebskennungen versehen. Dazu zählen zum Beispiel der Geschwindigkeits- und der Tragfähigkeitsindex. Der Tragfähigkeitsindex liegt in aller Regel bei der Hälfte der maximal zulässigen, statischen Achslast.

Wird die Belastung des Reifens über den Tragfähigkeitsindex hinaus erreicht, ist damit zu rechnen, dass der Reifen Schaden nimmt. Deshalb solltest du stets darauf achten, deine Reifen nicht mehr als angegeben zu belasten.

Tragfähigkeitsindex am Reifen
Legender zur Beschriftung des Reifens

Wo kann ich den Tragfähigkeitsindex ermitteln?

Welcher Tragfähigkeitsindex für dein Auto in Frage kommt, kannst du leicht im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) nachlesen. Dort finden sich Angaben zur Reifengröße, beispielsweise 185/65 R15 88 H. Die Zahl 88 stellt den Tragfähigkeitsindex dar, der für dein Fahrzeug in Frage kommt.

Außerdem kannst du den Tragfähigkeitsindex eines Reifens an dessen Seitenwand ablesen. Dort ist etwa der Schriftzug 185/65 R15 88 H zu sehen. Dieser Schriftzug muss sich nach der EU-Norm ECE-R 30 an jedem Autoreifen befinden. Die Zahl 88 gilt also als Kennwert für den Tragfähigkeitsindex.

In einer entsprechenden Tabelle zum Tragfähigkeitsindex kannst du ablesen, bis zu welcher Last dein Reifen tragen kann. Im Beispiel entspricht der Kennwert 88 einer maximalen Belastung pro Reifen von 560 Kilogramm. Wählst du etwa einen Reifen mit dem Kennwert 50, darfst du jeden Reifen nur mit maximal 190 Kilogramm belasten. Die Kennzahl 105 steht für die Maximalbelastung von 925 Kilogramm je Reifen.

Diese Faktoren können den Tragfähigkeitsindex beeinflussen

Die Werte in den entsprechenden Tabellen sind allerdings genormt. Sie wurden anhand eines Reifendrucks von 2,5 bar ermittelt. Ändert sich der Reifendruck, kann sich auch die maximal mögliche Belastung der Reifen verändern. Generell solltest du dir als Faustregel merken – je geringer der Reifendruck, desto geringer auch die maximale Belastung der Reifen. Gleiches gilt für höhere Geschwindigkeiten, die Einfluss auf den Tragfähigkeitsindex haben.

So könntest du die Belastbarkeit der Reifen durch eine Erhöhung des Reifendrucks natürlich auch steigern. Dennoch solltest du darauf achten, welcher Reifendruck für dein Fahrzeug empfohlen wird. Diesen maximalen Befülldruck solltest du keinesfalls überschreiten.

Wie stark die Belastungsfähigkeit steigt, ist abhängig davon, wie weit der Luftdruck erhöht wird. Als Faustregel gilt: Eine Erhöhung des Reifendrucks um 0,1 bar bringt einen um einen Punkt höheren Tragfähigkeitsindex mit sich. Erhöhst du also deinen Reifendruck bei Reifen mit dem Tragfähigkeitsindex 88 auf 3,0 bar, so steigt der Index auf 93. Damit kannst du jeden Reifen mit bis zu 650 Kilogramm, statt 560 Kilogramm belasten.

Generell solltest du den Luftdruck deiner Reifen aber ohnehin überprüfen. Durch einen zu geringen Druck kann der Reifen schnell platzen. Außerdem sinkt der Luftdruck der Reifen, je mehr du fährst. Regelmäßige Prüfungen sind daher Pflicht, denn ein zu geringer Luftdruck sorgt für eine

  • schnellere Profilabnutzung,
  • höheren Spritverbrauch und die
  • generelle Verschlechterung der Fahreigenschaften.

Ebenso wichtig ist, dass du den Geschwindigkeitsindex deiner Reifen berücksichtigst und die zulässige Höchstgeschwindigkeit für die Reifen nicht überschreitest.

Lastindex Kg Lastindex Kg Lastindex Kg Lastindex Kg
19 77,5 41 145 63 272 85 515
20 80 42 150 64 280 86 530
21 82,5 43 155 65 290 87 545
22 85 44 160 66 300 88 560
23 87,5 45 165 67 307 89 580
24 90 46 170 68 315 90 600
25 92,5 47 175 69 325 91 615
26 95 48 180 70 335 92 630
27 97,5 49 185 71 345 93 650
28 100 50 190 72 355 94 670
29 103 51 195 73 365 95 690
30 106 52 200 74 375 96 710
31 109 53 206 75 387 97 730
32 112 54 212 76 400 98 750
33 115 55 218 77 412 99 775
34 118 56 224 78 425 100 800
35 121 57 230 79 437
36 125 58 236 80 450
37 128 59 243 81 462
38 132 60 250 82 475
39 136 61 257 83 487
40 140 62 265 84 500

Den Lastindex eines Reifens findet man auf der Seitenwand wieder. Diese Zahl steht für die maximale Tragfähigkeit des Reifens. Der Luftdruck im Reifen bestimmt jedoch auch die Tragfähigkeit des Reifens, das heißt Sie erreichen die maximal zulässige Tragfähigkeit nur, indem Sie den auf der Seitenwand angegebenen Luftdruck einstellen. Bei ZR Reifen sind das zum Beispiel 2,9 bar.

Achte darauf, daß die zulässige Achslast (zulässiges Gesamtgewicht gemäß Fahrzeugpapieren) sowie die Tragfähigkeit der Reifen (gemäß Reifenkennung/Seitenwandbeschriftung) auf keinen Fall überschritten werden darf. In dem angefügten Beispiel finden Sie die Stelle an der Seitenwand, wo man den Lastindex ablesen kann.

z.B. 130/90 – 16 M/C 67H TL/TT oder 150/70 ZR 17 M/C 69W TL


Beitrag zuletzt aktualisiert am 29. September 2016

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