VDA-Norm

Dient zur Ermittlung des Kofferraum-Volumens nach einem Abkommen der deutschen Automobilindustrie mit genormten Schaumstoffquadern (Kantenlänge: 200 x 100 x 50 Millimeter).

Dabei wird der Kofferraum mit Schaumstoffwürfeln beladen (genaue Angaben unter den Normen DIN 70020-1 und ISO 3832) und das Endergebnis in Litern angegeben.

Der Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) erstellt regelmäßig auf Basis unterschiedlicher Norm- und Zertifizierungsinstitute und deren Vorschriften aktuelle Regeln, die kaum ein Mensch zu überblicken vermag. Muss auch nicht, denn der Endnutzer von Waren und Dienstleistungen rund um das Thema Automobile ist in erster Linie daran interessiert, diese beim Erwerb in fehlerfreiem Zustand zu erhalten. Die VDA-Norm verspricht zu diesem Zweck eine komplexe Anwendung und Optimierung dieser Regelungen, die sich auf Schutz, Gesetzestreue, Qualität und Effizienz in der Durchführung der Herstellung, Wartung und Entsorgung von Automobilen beziehen.

Das betrifft sowohl die organisatorischen Unternehmensabläufe wie auch die Auswahl der richtigen Materialien und den ökonomischen Einsatz der Betriebsmittel für das VDA-Gütesiegel. Die Schnittstellenoptimierung steht dabei wie in jedem wirtschaftlich handelnden Unternehmen im Vordergrund, denn doppelte Arbeiten sind teuer und fehleranfälliger.

VDA Norm Grafik
Ein Normungsantrag wird an das entsprechende Gremium zur Prüfung zur Bearbeitung weitergeleitet und durchläuft den ganzen Normungsprozess.

Letztmalig hat der 1996 ins Leben gerufene VDA in seinem Jahresbericht 2015 (Stand: September 2016) in Zusammenarbeit mit dem ihm seit 1997 angeschlossenen Qualitätsmanagement-Center QMC die ihm wichtigen Fakten des Jahres 2015 niedergeschrieben und veröffentlicht. Hieraus geht hervor, dass in Deutschland 93.000 Arbeitnehmer in der Forschung und Entwicklung von Automobil- und Zuliefererfirmen tätig sind. Die Qualitätsnormen des VDE werden in etwa 30 Arbeitskreisen repräsentativer Unternehmen der Automobilbranche mit deren Experten in stets voranschreitender Internationalisierung entwickelt. Die Themenkreise beziehen sich auf Umweltschutz ebenso wie auf Fahrzeugsicherheit, deren Label auch Außenstehenden mit einem Blick eine deutliche Einschätzung von Soll-, Ist- und Grenzwerten gestatten soll. Doch auch Thematiken wie Arbeitsschutz, Reduzierung von Trinkwasserverbrauch sowie Schadstoffen bei der Automobilherstellung zumeist mittels neu entwickelter technologischer Innovationen stehen auf dem Programm des Verbandes.

Da sich der VDA nach eigenen Angaben als Kommunikationsplattform versteht, aus welcher Informationen aus Unternehmen, Politik und Wirtschaft zusammenlaufen, befindet die Fülle an Zahlen, Daten und Fakten nahezu in einem Bereich, der zu dem berühmten „Halo-Effekt“ führt, was bedeutet, dass die konkrete Verbesserung angedachter Richtlinien und Normen durch zunehmende Individualisierung dieser Unternehmen kaum mehr transparent ist. Die Beschäftigung hochbezahlter Experten mit Thematiken wie Erbschaftssteuerrecht und Firmenwagenbesteuerung wirkt zudem leicht absurd, wenn jedoch der VDA mit konkreten Auskünften über Steuervergünstigungen von Elektro- oder Erdgasfahrzeugen langfristig ein Umdenken der Hersteller und Verbraucher initiieren kann, mag auch die Befassung mit diesen Themen und deren Publikation als ein positiver Umweltbeitrag gewertet werden.

Die Gesetzes- und Richtlinienarbeit ist stets ein zweischneidiges Schwert. Verbesserungsideen wollen vom Urheber natürlich umgesetzt zu werden wissen und die transparente Dokumentation über Erfolg oder Nichterfolg bei der Erarbeitung neuer Richtlinien scheint sich in unserer heutigen Zeit zu einem Urbedürfnis zu etablieren. Nicht selten jedoch müssen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer mit dem Kopf schütteln bei der Aussage, etwas sei Unternehmensstandard. Der Sinn dessen erschließt sich zumeist nur mit einem unverhältnismäßig hohen Rechercheaufwand von Detailinformationen. Die Erstellung sinnvoller Normen und Richtlinien scheint zu Gunsten von Internetrankings, der Ausgabe von Normbüchern sowie dem heißgeliebten „Jour Fix“ der Experten die die Welt verbessern oft auf der Strecke zu bleiben. Mit Normanträgen, die einst seitens der Judikative wegen Geringfügigkeit abgelehnt wurden, bemüht heutzutage ein teurer Expertenpool die Amtsmühlen und Energien, um beweihräucherungswürdige Richtlinien zu erstellen, die dem normalen Konsumenten auf Grund der Masse zertifizierungswütiger Unternehmen kaum mehr erschließbar sind, geschweige denn, diesem Rechtssicherheit zu geben vermögen.

Der Versuch einer übersichtlichen Aufstellung der Normen, an denen der VDA arbeitet, wäre müßig, da sich dieser Verband mit seinen Kooperationspartnern für Verkehrssicherheit und Umweltschutz ebenso als zuständig betrachtet wie für Zeiterfassungssysteme und Steuersparmodelle. Die Gewichtung von Richtlinien und Durchführungsverordnungen gegenüber Gesetzen scheint zudem in der Gesellschaft oftmals nicht mehr deutlich zu sein.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 11. Dezember 2016