Ein Verkehrsminister ist ein Regierungsbeamter, der für die Planung, Entwicklung und Umsetzung der Verkehrspolitik eines Landes verantwortlich ist. Seine Aufgaben umfassen die Regulierung und Überwachung aller Verkehrsträger, einschließlich Straßenverkehr, Schienenverkehr, Luftfahrt und Schifffahrt. Er trägt damit eine wichtige Rolle in der Gestaltung der Mobilität und der Verkehrspolitik eines Landes, wobei er sowohl wirtschaftliche, ökologische als auch soziale Aspekte berücksichtigen muss.
Patrick Schnieder
Patrick Schnieder ist der amtierende Bundesminister für Verkehr im Kabinett Merz. Der CDU-Politiker und Rechtsanwalt wurde in Kyllburg in der Eifel geboren und wuchs in Birresborn auf. Nach dem Jurastudium an der Universität Bonn (1988–1995) und einem Rechtsreferendariat arbeitete er zunächst als Rechtsanwalt, bevor er 1999 zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld gewählt wurde – ein Amt, das er bis 2009 ausübte. Seit 2009 ist er direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für seinen Heimatwahlkreis in Rheinland-Pfalz. Im Bundestag übernahm Schnieder ab 2018 das Amt des Parlamentarischen Geschäftsführers der CDU/CSU-Fraktion. Bundespräsident Steinmeier ernannte ihn am 6. Mai 2025 zum Nachfolger von Volker Wissing. In seiner Freizeit wandert und joggt Schnieder gerne und spielt Orgel und Klavier.

- Position: Bundesminister für Verkehr
- Amtszeit: amtierend seit 6. Mai 2025
- Partei: CDU
- Geburtsdatum und -ort: 1. Mai 1968 | Kyllburg (Eifel)
- Internetseite: www.patrick-schnieder.de
Volker Wissing
Der amtierende Verkehrsminister Dr. Volker Wissing ist Jurist, promovierte 1997 an der Westfälischen Wilhelms-Universität im Münster, arbeitete danach als Richter, Staatsanwalt sowie Anwalt in seiner eigenen Kanzlei und wurde 1998 Mitglied der FDP. In der Partei errang er zielstrebig führende Positionen ab der Kreisebene, seit 2011 ist er ihr Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz. Schon 2004 war er erstmals Bundestagsabgeordneter. Später war er Generalsekretär der internationalen Dachorganisation Senate of Economy International. Wissing ist verheiratet, hat eine Tochter, besitzt ein Weingut und wirkte auch jahrelang als Kantor mit abgeschlossener C-Prüfung.

- Position: Bundesminister für Digitales und Verkehr
- Amtszeit: amtierend seit Dezember 2021
- Partei: FDP
- Geburtsdatum und -ort: 22. April 1970 | Landau in der Pfalz
- Internetseite: www.volker-wissing.de
- Social Media: Twitter, Instagram, Facebook, Linkedin
Andreas Scheuer
Andreas Scheuer studierte an der Universität Passau Lehramt für Realschulen und anschließend Politik- und Wirtschaftswissenschaften. Sein Studium schloss er mit dem Magister ab. Die Prager Karlsuniversität verlieh ihm zudem im Jahr 2004 einen „kleinen Doktorgrad“ der Philosophie (vergleichbar mit dem Master des Bologna-Systems) für eine Arbeit zur politischen Kommunikation der CSU. Dieser akademische Grad berechtigt ihn nur in Bayern und Berlin zum Führen des Titels „Dr.“, mit dem Scheuer dennoch bundesweit auftritt. Dagegen ermittelte die Staatsanwaltschaft Passau bis 2006, dann stellte sie das Verfahren ein. Andreas Scheuer wurde als ehemaliger Verkehrsminister sehr bekannt durch das sogenannte „Mautdebakel“, dessen Schaden Ende 2023 auf knapp 250 Millionen Euro beziffert wurde.

- Position: Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur
- Amtszeit: 2018 bis 2021
- Partei: CSU
- Geburtsdatum und -ort: 26. September 1974 | Passau
- Webseite: https://linktr.ee/andreas.scheuer
Christian Schmidt
Schmidt studierte Rechtswissenschaften in Erlangen und Lausanne bis zum zweiten juristischen Staatsexamen. 1974 trat er in die CSU und gleichzeitig in die Junge Union ein, ab 1989 gehörte er dem CSU-Landesvorstand an. 1990 wurde er als Abgeordneter in den Bundestag gewählt. Kommissarischer Bundesverkehrsminister wurde er ab Oktober 2017 für knappe fünf Monate, als sein Parteikollege Alexander Dobrindt dieses Amt aufgab.

- Position: Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur
- Amtszeit: 2017 bis 2018 (kommissarisch)
- Partei: CDU/CSU
- Geburtsdatum und -ort: 26. August 1957 | Obernzenn (Mittelfranken)
- Webseite: www.christian-schmidt.de
Alexander Dobrindt
Dobrindt studierte Soziologie an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität und arbeitete danach zehn Jahre lang als Geschäftsführer einer Maschinenbaufirma. Ab 1986 war er Mitglied der Jungen Union, ab 1990 Mitglied der CSU. Deren Kreisverband in Weilheim-Schongau leitet er seit 2009. Im Jahr 2002 wurde er erstmals in den Bundestag gewählt, seither schaffte er ununterbrochen die Wiederwahl über ein Direktmandat, bis 2013 stets mit über 50 % der Stimmen in seinem Bundestagswahlkreis. Im Bundestag leitete er mehrere wichtige Ausschüsse in den Bereichen Technologie, Forschung, Energie, Wirtschaft und Tourismus, bevor er 2013 Verkehrsminister wurde.

- Position: Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur
- Amtszeit: 2013 bis 2017
- Partei: CSU
- Geburtsdatum und -ort: 7. Juni 1970 | Peißenberg
- Webseite: www.alexander-dobrindt.de
Peter Ramsauer
Peter Ramsauer ist ein ehemaliger Verkehrsminister der CSU mit einem ähnlich schwachen Image wie sein Parteifreund Andy Scheuer, auch wenn ihm im Gegensatz zu Letzterem kein ernst zu nehmender Schaden angelastet werden kann. Von Beruf ist Ramsauer Diplom-Kaufmann, seit 1990 gehört er dem Bundestag an. Seine Parteikarriere begann er 1972 als Mitglied der Jungen Union, ein Jahr später trat er in die CSU ein. Zwischen 2008 und 2015 war einer von vier stellvertretenden CSU-Vorsitzenden, 2009 stellte ihn die CSU bei der Bundestagswahl als Spitzenkandidat auf. Sein Ministeramt führte dann zum Karriereknick.

- Position: Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
- Amtszeit: 2009 bis 2013
- Partei: CSU
- Geburtsdatum und -ort: 10. Februar 1954 | München
- Internet: https://peter-ramsauer.de/
Wolfgang Tiefensee
Der in der DDR geborene Tiefensee entstammt einer römisch-katholischen Familie mit starker künstlerischer Prägung, sein Vater ist der Komponist Siegfried Tiefensee. Wolfgang Tiefensee spielt Cello und ist Träger des international renommierten Leipziger Bachpreises. In seiner Kindheit entzog er sich den kommunistischen Kinder- und Jugendorganisationen Junge Pioniere und FDJ, auch verweigerte er den bewaffneten Dienst in der Nationalen Volksarmee und wurde stattdessen sogenannter „Bausoldat“. Er studierte Elektronik und Informatik, in diesen Fachrichtungen war er auch berufstätig. Ab 1989 war er in der DDR-Bürgerrechtsbewegung aktiv, in die SPD trat er 1995 ein.
- Position: Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
- Amtszeit: 2005 bis 2009
- Partei: SPD
- Geburtsdatum und -ort: 4. Januar 1955 | Gera
Manfred Stolpe
Stolpe studierte Rechtswissenschaften in Jena und bis zum Mauerbau auch kurzzeitig an der Westberliner Freien Universität. In der DDR übernahm er Ämter in der Evangelischen Kirche, in der er Karriere machte. Gegenüber den offiziellen Stellen der DDR trat er als Vermittler auf und war auch an geheimen Freikaufprogrammen für politische Häftlinge beteiligt. Die DDR-Staatssicherheit führte ihn als Informellen Mitarbeiter, er selbst bestritt später eine aktive Mitarbeit bei der Stasi. Ab 1990 war er Ministerpräsident in Brandenburg, ab 2002 dann Bundesverkehrsminister.
- Position: Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
- Amtszeit: 2002 bis 2005
- Partei: SPD
- Geburtsdatum und -ort: 16. Mai 1936 | Stettin, † 2019
Kurt Bodewig
Bodewig war ein nur kurzzeitig amtierender ehemaliger Verkehrsminister, von Beruf ist er Kaufmann. Seine berufliche Karriere begann er bei der AWO und beim DGB, später wechselte er zu großen Wirtschaftskanzleien und übernahm eine Honorarprofessur an der Hochschule Osnabrück. 1973 trat er in die SPD ein, wurde Bezirksvorsitzender der Jusos und ab 1995 Kreis- und Regionalvorsitzender seiner Partei. Sein erstes Bundestagsmandat errang er 1998, zwei Jahre später wurde er Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. Nachdem sein Vorgänger Reinhard Klimmt das Amt als Bundesverkehrsminister aufgegeben hatte, übernahm Bodewig im Jahr 2000 bis zum Ende der Legislaturperiode.
- Position: Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
- Amtszeit: 2000 bis 2002
- Partei: SPD
- Geburtsdatum und -ort: 26. April 1955 | Rheinberg
Reinhard Klimmt
Klimmt stammt aus der Region um Osnabrück, spielte schon als Kind Cello und studierte Geschichte. 1964 wurde er Mitglied der SPD, in der er viele Ämter ausübte, ohne sich in anderen Berufen zu profilieren. Ab 1991 gehörte er dem SPD-Parteivorstand an und wurde im Saarland die rechte Hand von Oskar Lafontaine. Daneben trat er als Autor, Kolumnist und Mitglied des P.E.N.–Zentrums in Erscheinung. Reinhard Klimmt wirkte als Verkehrsminister nur ein reichliches Jahr lang, er musste wegen eines Strafbefehls zurücktreten. In seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Präsident des FC Saarbrücken hatte er einen Sponsoringvertrag nur unzureichend geprüft, über diese Affäre stolperte er.
- Position: Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
- Amtszeit: 1999 bis 2000
- Partei: SPD
- Geburtsdatum und -ort: 16. August 1942 | Berlin
Franz Müntefering
Müntefering stammt aus dem Sauerland, seine Eltern waren Arbeiter und Landwirte. Er ist gelernter Industriekaufmann, arbeitete in der Metallbranche, wurde ein engagiertes Gewerkschaftsmitglied und trat 1966 in die SPD ein. Ab 1991 gehörte er dem Bundesvorstand der Partei an. Zwischen 1995 und 1998 übernahm er kommissarisch die Bundesgeschäftsführung, ab 2004 war er Parteivorsitzender. In den Bundestag zog er 1975 ein, ab 1992 war er Landesminister in NRW. Sein Amt als Verkehrsminister legte er nach einem Jahr nieder, um die Partei kommissarisch führen zu können.
- Position: Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
- Amtszeit: 1998 bis 1999
- Partei: SPD
- Geburtsdatum und -ort: 16. Januar 1940 | Neheim
Matthias Wissmann
Wissmann ist ein ehemaliger Verkehrsminister der CDU, der Rechts-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften studierte, als Rechtsanwalt arbeitete und 1968 in die CDU eintrat. Schon 1965 wurde er Mitglied der Jungen Union, deren Bundesvorsitz er ab 1973 zehn Jahre lang innehatte. Er machte Parteikarriere in Baden-Württemberg und wurde 1998 Bundesschatzmeister der CDU. Zwischen 1976 bis 2007 gehörte er dem Deutschen Bundestag an, übernahm den Vorsitz einer Enquête-Kommission und wurde wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion. 1993 berief ihn Helmut Kohl als Bundesminister zunächst für das Ressort Forschung und Technologie, noch im selben Jahr wurde er nach dem Rücktritt seines Vorgängers Günther Krause Bundesverkehrsminister.
- Position: Bundesminister für Verkehr
- Amtszeit: 1993 bis 1998
- Partei: CDU
- Geburtsdatum und -ort: 15. April 1949 | Ludwigsburg
Günther Krause
Dr. Günther Krause studierte in Weimar Rechentechnik und Datenverarbeitung, er ist Diplomingenieur und Dr.-Ingenieur. In der DDR arbeitete er in der Wohnungswirtschaft und an einer Hochschule, er promovierte zweimal in Ingenieurwissenschaften. Seit den 1990er Jahren war er Unternehmer, schon seit 1995 gehörte er der DDR-Blockpartei CDU an. Während der Verhandlungen zur deutschen Wiedervereinigung führte er das DDR-Verhandlungsteam und unterschrieb den Einigungsvertrag. Helmut Kohl berief ihn schließlich als Verkehrsminister. Schon nach zwei Jahren wechselte er ins Ressort Post- und Fernmeldewesen.
- Position: Bundesminister für Verkehr
- Amtszeit: 1991 bis 1993
- Partei: CDU
- Geburtsdatum und -ort: 13. September 1953 | Halle (Saale)
Friedrich Zimmermann
Dr. Friedrich Zimmermann war Soldat im Zweiten Weltkrieg, ab 1946 studierte er Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft. Er promovierte zum Dr. jur. und trat 1948 in die CSU ein. Mit Franz Josef Strauß verband ihn eine enge Freundschaft. Zimmermann war auch Mitglied der NSDAP. In der CSU wurde er 1963 Schatzmeister und ab 1979 stellvertretender Vorsitzender. Zwischen 1961 und 1982 gehörte er dem Vorstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an, sein erstes Bundestagsmandat errang er 1957. Unter Helmut Kohl wurde er 1982 Bundesinnenminister und 1989 Bundesverkehrsminister.
- Position: Bundesminister für Verkehr
- Amtszeit: 1989 bis 1991
- Partei: CSU
- Geburtsdatum und -ort: 18. Juli 1925 | München, † 2012
Jürgen Warnke
Der Jurist und Volkswirt Dr. Jürgen Warnke promovierte über ein juristisches Fachthema, war für die CSU wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag und arbeitete als Geschäftsführer für Verbände der chemischen und keramischen Industrie. In die CSU trat er 1958 ein, zwischen 1962 und 1970 gehörte er dem Bayerischen Landtag an. Ab 1969 war er Bundestagsabgeordneter, leitete einen handelspolitischen Beirat und übernahm 1980 bis 1982 den stellvertretenden Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Helmut Kohl berief ihn zunächst als Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und übertrug ihm 1987 das Verkehrsressort. Im Zuge einer Kabinettsumbildung wechselte er wieder ins Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit.
- Position: Bundesminister für Verkehr
- Amtszeit: 1987 bis 1989
- Partei: CSU
- Geburtsdatum und -ort: 20. März 1932 | Berlin, † 2013
Werner Dollinger
Dr. Werner Dollinger ist ein weiterer ehemaliger Verkehrsminister der CSU, die dieses Ressort bemerkenswert oft führte. Seiner Partei gehört er seit 1945 als Mitbegründer an, zwischen 1963 bis 1985 war er ihr stellvertretender Landesvorsitzender und damit ein enger Weggefährte von Franz Josef Strauß. Der promovierte Wirtschafts- und Staatswissenschaftler war ab 1943 bis Kriegsende Soldat und wurde dann Geschäftsführer einer Dampfziegelei. Ab 1948 übernahm er den Vorsitz der IHK in Neustadt an der Aisch. Seiner Heimat blieb er lebenslänglich eng verbunden.
- Position: Bundesminister für Verkehr
- Amtszeit: 1982 bis 1987
- Partei: CSU
- Geburtsdatum und -ort: 10. Oktober 1918 | Neustadt an der Aisch, † 2008
Volker Hauff
Der Diplomvolkswirt und Sozialforscher Dr. Volker Hauff ist ein ehemaliger Verkehrsminister der SPD und leitete zuvor das Bundesministerium für Forschung und Technologie. Seine berufliche Karriere hatte er bei einem Dokumentationszentrum begonnen, wechselte dann zu IBM und wurde schon 1969 Bundestagsabgeordneter. Ab 1983 war er ein stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. 1989 wurde er für zwei Jahre Oberbürgermeister von Frankfurt am Main, trat 1991 wegen innerparteilicher Konflikte zurück und arbeitete zeitweilig für den Axel Springer Verlag sowie für die KPMG. In die SPD war Hauff 1959 eingetreten. Helmut Schmidt berief ihn 1978 zum Forschungsminister und 1982 zum Verkehrsminister.
- Position: Bundesminister für Verkehr
- Amtszeit: 1980 bis 1982
- Partei: SPD
- Geburtsdatum und -ort: 9. August 1940 | Backnang
Kurt Gscheidle
Gescheidle war gelernter Fernmeldetechniker und ab 1942 Soldat. 1948 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück und arbeitete dann in seinem Beruf. Ab 1950 studierte er Sozial- und Ingenieurwissenschaft, 1953 wurde er hauptamtlicher Gewerkschaftsfunktionär. Ab 1969 war er stellvertretender Bundesvorsitzender der Deutschen Postgewerkschaft. In die SPD trat er 1956 ein, ab 1961 war er Bundestagsabgeordneter. Ab 1969 arbeitete Gscheidle als beamteter Staatssekretär im Bundespostministerium. Helmut Schmidt berief ihn 1974 als Bundesverkehrsminister. Zu seinem Ressort gehörte damals auch die Post. Gscheidle erreichte in kurzer Zeit eine wirtschafliche Tätigkeit der zuvor defizitären Bundespost.
- Position: Bundesminister für Verkehr
- Amtszeit: 1974 bis 1980
- Partei: SPD
- Geburtsdatum und -ort: 16. Dezember 1924 | Stuttgart, † 2003
Lauritz Lauritzen
Dr. Lauritzen, dessen Vater Bürgermeister von Elmschenhagen war, studierte Rechts- und Staatswissenschaften sowie Soziologie, er promovierte 1936 zum Dr. jur. und arbeitete dann als Justiziar und Abteilungsleiter auf Reichsebene. Von 1929 bis 1933 und dann wieder ab 1945 war er Mitglied der SPD, von 1934 bis 1938 Mitglied der Reiter-SA. Auch der NS-Volkswohlfahrt und dem NS-Rechtswahrerbund gehörte er an. Ab 1945 arbeitete er als Referent im Berliner Magistrat und in Rendsburg, ab 1946 im Innenministerium von Schleswig-Holstein. Ab 1954 war er Kasseler Oberbürgermeister, ab 1966 Bundesminister für Wohnungswesen und ab 1972 zusätzlich Verkehrsminister.
- Position: Bundesminister für Verkehr
- Amtszeit: 1972 bis 1974
- Partei: SPD
- Geburtsdatum und -ort: 20. Januar 1910 | Kiel, † 1980
Georg Leber
Der Maurer und Kaufmann Georg Leber ist ein ehemaliger Verkehrsminister der SPD. Er war 1939 bis 1945 Soldat, arbeitete ab 1945 im Baugewerbe und wurde 1947 Gewerkschaftsmitglied. Ab 1949 arbeitete er hauptamtlich für die IG Bau-Steine-Erden, deren Bundesvorsitzender er ab 1957 wurde. In die SPD trat er 1951 ein, 1957 wurde er Bundestagsabgeordneter. Ab 1961 gehörte er der Fraktionsspitze der SPD an. In der ersten Großen Koalition des Kabinetts Kiesinger konnte er als Bundesverkehrsminister wichtige Vorhaben wie die Verlagerung von Gütertransporten von der Straße auf die Schiene umsetzen (sogenannter „Leber-Plan“).
- Position: Bundesminister für Verkehr
- Amtszeit: 1966 bis 1972
- Partei: SPD
- Geburtsdatum und -ort: 7. Oktober 1920 | Obertiefenbach in Hessen, † 2012
Hans-Christoph Seebohm
Dr. Hans-Christoph Seebohm hat als ehemaliger Verkehrsminister die längste Amtszeit vorzuweisen. Sein Vater war Manager in der Montanindustrie, Seebohm studierte an drei deutschen Universitäten (Freiburg, München und Berlin) Bergbau- und Ingenieurwissenschaften. 1932 promovierte er zum Dr.-Ingenieur. Er arbeitete ab 1933 in Erdöl-, Bergwerks- und Maschinenbauunternehmen, wurde Aufsichtsratsvorsitzender und Vizepräsident der IHK Braunschweig. Seine Rolle bei der Arisierung von jüdischem Eigentum gilt bis heute als umstritten. Ab 1947 war er Mitglied der DP (Deutsche Partei), 1960 wechselte er zur CDU. Seit 1949 gehörte Seebohm dem Deutschen Bundestag an, zuvor war er schon in Niedersachsen Landesminister gewesen. Adenauer berief ihn 1949 zum Bundesverkehrsminister. Er blieb auch unter Ludwig Erhard im Amt. Auf seine Initiative als Verkehrsminister gehen die Gründungen des Kraftfahrt- und Luftfahrtbundesamtes zurück.
- Position: Bundesminister für Verkehr
- Amtszeit: 1949 bis 1966
- Partei: DP und CDU
- Geburtsdatum und -ort: 4. August 1903 | Emanuelssegen, † 1967
Hauptaufgaben eines Verkehrsministers:
- Verkehrssicherheit: Der Verkehrsminister entwickelt und implementiert Strategien zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Dies kann Maßnahmen zur Reduzierung von Verkehrsunfällen, die Einführung von Sicherheitsstandards für Fahrzeuge und die Überwachung von Verkehrsregeln umfassen.
- Infrastrukturentwicklung: Der Verkehrsminister ist für den Bau und die Instandhaltung von Verkehrswegen wie Straßen, Autobahnen, Brücken, Schienen und Flughäfen verantwortlich. Er entscheidet über Investitionen in neue Infrastrukturprojekte und sorgt dafür, dass bestehende Einrichtungen ordnungsgemäß gewartet werden.
- Gesetzgebung und Regulierung: Der Verkehrsminister spielt eine zentrale Rolle bei der Ausarbeitung von Gesetzen und Vorschriften, die den Verkehr betreffen. Dies kann Vorschriften für Fahrzeugzulassungen, Führerscheinregelungen und Emissionsstandards beinhalten.
- Förderung nachhaltiger Verkehrsmittel: Ein Verkehrsminister arbeitet häufig an der Förderung umweltfreundlicher und nachhaltiger Verkehrsmittel, wie beispielsweise dem öffentlichen Nahverkehr, Radverkehr und Elektrofahrzeugen. Er entwickelt Programme zur Reduzierung der Umweltbelastung durch den Verkehr.
- Internationale Zusammenarbeit: Da der Verkehr oft über nationale Grenzen hinausgeht, arbeitet der Verkehrsminister mit internationalen Partnern zusammen, um Abkommen zu schließen, Standards zu harmonisieren und den grenzüberschreitenden Verkehr zu erleichtern.
- Krisenmanagement: In Krisensituationen, wie Naturkatastrophen oder großen Verkehrsunfällen, spielt der Verkehrsminister eine Schlüsselrolle bei der Koordination von Rettungsmaßnahmen und der Wiederherstellung der Verkehrsinfrastruktur.