Tipps zum EU-Autokauf

Europa wächst zusammen – die Preisunterschiede bleiben. Vor allem wenn es um den EU-Autokauf geht. Trotz der Einführung des Euros sind die Preisunterschiede bei Autos nicht kleiner geworden sondern nur noch übersichtlicher. Trotzdem bleibt Deutschland einer der teuersten Märkte innerhalb der Euro-Zone. In vielen Ländern der Europäischen Union werden Neuwagen deutlich preiswerter angeboten. Die Hersteller orientieren ihre Preisgestaltung unter anderem an den jeweiligen nationalen Steuern und Abgaben. Sind diese hoch wie etwa in Dänemark, den Niederlanden, Frankreich, Italien oder Spanien, müssen die Preise der Autos vor Steuern, also die Netto-Preise ab Werk, niedrig gestaltet werden.

Die Hersteller senken die Verkaufspreise und passen sie dem jeweiligen Absatzmarkt an, um möglichst viele Autos zu verkaufen. Deshalb sind Neuwagen in diesen Ländern in der Regel 12 bis 23 Prozent, manchmal sogar bis zu 30 Prozent billiger als in Deutschland.

Diese Preisunterschiede kann sich ein deutscher Kaufinteressent zu Nutze machen, wenn er sich für den Kauf eines Fahrzeugs in einem anderen EU-Staat entscheidet. Denn er muss die nationalen Steuern und Abgaben im Kaufland nicht zahlen, wenn er das Fahrzeug in der Bundesrepublik Deutschland zulässt. Wer ein Neufahrzeug aus einem anderen EU-Land in die Bundesrepublik Deutschland importiert, zahlt beim Kauf lediglich den Netto-Preis. In Deutschland muss dann bei der Anmeldung des Fahrzeuges die Mehrwertsteuer in Höhe von derzeit 16 Prozent des Netto-Preises entrichtet werden.

EU-Betriebserlaubnis

Seit 1996 müssen die Automobilhersteller für jedes in Verkehr gebrachte Kraftfahrzeug eine EU-Betriebserlaubnis beantragen. Diese Betriebserlaubnis – „Certificate of Conformity“ (COC) – garantiert, dass in der EU gekaufte Neuwagen ohne weitere technische Prüfung in jedem EU-Staat zugelassen werden. Liegt diese EU-Betriebserlaubnis nicht vor, muss das Fahrzeug beim TÜV beziehungsweise der DEKRA vorgeführt werden und eine Betriebserlaubnis für Deutschland erhalten.

Neben der EU-Betriebserlaubnis muss auf der Zulassungsstelle eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorgelegt werden. Diese Bescheinigung sowie Informationen erhältlich beim:

Kraftfahrt-Bundesamt
Fördestraße 16
24932 Flensburg
Telefon: 0461/316-0

Herstellergarantie

Auch bei der Hersteller-Garantie muss der Käufer eines EU-Fahrzeuges keine Nachteile in Kauf nehmen. In der EU sind alle Vertragshändler verpflichtet, Garantieleistungen zu erbringen, unabhängig davon, wo der Wagen in der EU gekauft wurde. Die Garantiezeit beginnt am Tag der Erstzulassung. Beachten Sie auch, dass bei Autos mit Tageszulassung dieser Termin als Fristbeginn gilt. Im Serviceheft sollte das Übergabedatum des Fahrzeuges enthalten sein sowie der Händlerstempel und die Unterschrift des ausliefernden Händlers. Ohne diesen Nachweis können Garantieansprüche leicht als unberechtigt abgelehnt werden.

Gewährleistungsansprüche

Im Zuge der neuen Schuldrechtsreform können sich Verbraucher ab 01.01.2002 auch über eine Verlängerung der Gewährleistungsansprüche von bisher sechs Monaten auf zwei Jahre freuen.

EU-Autokauf, Jahreswagen und Gebrauchtwagen

GSS-Garantie

Eine besondere Verbesserung für Autobesitzer hat das Kraftfahrzeuggewerbe zum ersten Januar 2002 eingeführt. Seit Januar können Fahrzeuge, für die noch die jeweilige Herstellergarantie gilt, in markenfremden Werkstätten gewartet, gepflegt und auch repariert werden, ohne dass der Garantie-Anspruch des Kunden wegfällt. Voraussetzung: die Werkstatt ist Mitglied im Garantie-Sicherheits-System und es handelt sich um keine Arbeiten, die die ursprüngliche Betriebserlaubnis des Fahrzeugs gefährden. Dazu zählt insbesondere Tuning, Leistungssteigerung, bauliche Veränderung, Einbau von Fremd- oder Zubehörteilen, und Ähnliches. Generell gilt: Die Haftung für Mängel ist unabhängig davon, wo das neue Auto gekauft wurde und bei welcher Werkstatt der Kunde seinen Neuwagen warten und reparieren lässt.

Sie möchten das EU-Fahrzeug selbst nach Deutschland einführen:

  • Sie müssen den Kaufvertrag beziehungsweise die Originalrechnung dem deutschen Finanzamt und der Zulassungsbehörde vorlegen.
  • Eine EU-Betriebserlaubnis sollte für das Fahrzeug vorhanden sein. Entsprechende Belege sollten den Unterlagen beiliegen.
  • Das Scheckheft sollte wegen eventueller Garantieansprüche mit allen Unterschriften und Stempeln des Händlers versehen sein.
  • Im Kaufvertrag sollte das Fahrzeug als „Neufahrzeug“ beschrieben sein.

EU-Neufahrzeuge können Sie selbst über die Grenze nach Deutschland einführen. Vereinbaren Sie mit dem Händler, dass er Ihnen alle erforderlichen Papiere zusendet. Sie können dann das Auto in Deutschland anmelden und mit den neuen Kennzeichen das Fahrzeug beim Händler abholen. Innerhalb von zehn Tagen nach Kaufdatum muss beim örtlichen Finanzamt die deutsche Mehrwertsteuer gezahlt werden. Dazu ist ein Behördenformular auszufüllen und zusammen mit der Autorechnung einzureichen. Die Zulassungsstelle stellt zunächst einen vorläufigen Fahrzeugbrief aus. Danach kann die endgültige Zulassung erfolgen. Über die Autopreise in den EU-Ländern informiert die Europäische Kommission zweimal im Jahr. Diese Preisliste kann bei der EU abgerufen werden.

Sie möchten das EU-Fahrzeug über einen Händler nach Deutschland einführen:

Dieser Weg erspart Ihnen Nerven und Zeit und ist sicher der einfachere Weg – kostet aber auch etwas mehr. In diesem Fall sollten Sie beim Bundesverband der freien KFZ-Importeure informieren.

Bundesverband der freien KFZ-Importeure
Postfach 1343
24903 Flensburg
Tel.: 04634 / 937351

Clearing-Stelle

Es gilt das jeweilige Landesrecht. Bei Streitigkeiten führte dies in der Vergangenheit oft zu langwierigen kostspieligen juristischen Auseinandersetzungen. Seit diesem Jahr gibt es für solche Fälle eine Clearing-Stelle in Kehl:

Clearing-Stelle Kehl
(vormals Euro-Info-Verbraucher e.V.)
Tel: 0 78 51 – 99 14 80
Fax: 0 78 51 – 991 48 11

Fordern Sie einfach Informationen beim Händler an:


Beitrag zuletzt aktualisiert am 17. Mai 2015

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