Wenn der alte Gebrauchtwagen ausgedient hat, soll der Verkauf möglichst schnell und unkompliziert über die Bühne gehen. Händler freuen sich dann, wenn sie eine Eintauschprämie anbieten können, die meist viel zu gering ausfällt. Doch auch beim privaten Verkauf ist noch oft Luft nach oben, wenn es um den Preis geht. Dabei können Sie mit ein paar wenigen Tricks dafür sorgen, dass Ihr Gebrauchter am Ende noch einen guten Preis erzielt.

Manchmal braucht der Verkauf etwas Zeit
Natürlich wollen Sie Ihr altes Auto schnell und einfach verkaufen, damit das Geld direkt in den neuen Wagen investiert werden kann. Gerade beim privaten Verkauf braucht es oft aber ein wenig Geduld, um am Ende den besten Preis erzielen zu können. Einige Interessenten werden versuchen, ihren Spielraum auszuloten und schon vor der Besichtigung mit Verhandlungen beginnen. Auf das sollten Sie sich aber gar nicht erst einlassen. Wer von Beginn an den Preis drücken möchte, wird am Ende meist ohnehin nicht kaufen. Besser ist es, auf einen echten Interessenten zu warten. Diverse Plattformen erleichtern den Verkauf mittlerweile, da Sie hier den Gebrauchtwagen einfach inserieren und einem großen Publikum zugänglich machen können. Der schnelle Verkauf über den Händler kann aber unter Umständen ebenfalls Sinn machen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie in kurzer Zeit viele Kilometer gefahren sind. Je älter der Gebrauchtwagen, desto schlechter fällt in der Regel das Angebot der Händler aus.
Der erste Eindruck macht viel aus
Wenn Sie einen Gebrauchtwagen verkaufen möchten, ist vorab eine umfangreiche Autoreinigung angesagt. Der Lack muss spiegeln, das Interieur glänzen und die Fußmatten müssen frei von Staub sein. Hier kann es durchaus Sinn machen, noch einmal etwas Geld für eine professionelle Aufbereitung in die Hand zu nehmen. Das Rundum-Paket kostet meist bis zu 150 Euro, der Verkaufspreis kann dann aber höher angesetzt werden. Wenn das Auto einwandfrei sauber ist, sieht man vielleicht auch über den ein oder anderen Mangel hinweg. Dass die TÜV-Plakette bald abläuft, ist dann oft kein Problem mehr. Immerhin wird dem Käufer suggeriert, dass Sie sich immer gut um das Fahrzeug gekümmert haben und keine versteckten Reparaturen anstehen.
Den Preis taktisch klug ansetzen
Auch ein Gebrauchtwagen ist für die meisten Menschen eine große Anschaffung. Umso besser ist das Gefühl, wenn man am Ende der Meinung ist, ein Schnäppchen gemacht zu haben. Beim Verkauf können Sie also in die psychologische Trickkiste greifen. Dabei wird der Preis leicht über jenem Wert angesetzt, den Sie am Ende bekommen möchten. Gibt es nun einen Interessenten, können Sie am Ende noch verhandeln und müssen nicht stur auf Ihren Preis beharren. Das hinterlässt beim potenziellen Käufer ein gutes Gefühl, während Sie keine finanziellen Einbußen hinnehmen müssen. Natürlich sind aber auch die Käufer nicht gänzlich naiv und online lassen sich die Preise für Gebrauchtwagen mittlerweile gut vergleichen. Einen deutlich zu hohen Verkaufspreis anzusetzen, ist also nicht sinnvoll.
Mängel niemals verschweigen
Wenn Ihr Gebrauchtwagen einen Mangel hat, sollte das auch immer so kommuniziert werden. Es macht nämlich keinen Sinn, ein Problem mit dem Turbo oder dem Abgasfilter zu verschweigen. Das gilt beim Verkauf dann als versteckter Mangel und der Verkäufer kann Sie haftbar halten. In den ersten sechs Monaten nach Vertragsabschluss müssen dann Sie beweisen, dass der Mangel vorab noch nicht bestanden hat. Beim Gebrauchtwagenverkauf schwierig – deswegen ist es besser, immer offen und ehrlich zu kommunizieren. Sonst müssen Sie unter Umständen auch noch Verfahrenskosten tragen und der Verkauf wird zum Desaster. Die beliebte Klausel „gekauft wie gesehen“ schützt Sie als Verkäufer übrigens ebenfalls nur vor offensichtlichen Mängeln. Rost an der Türschwelle, ein zerschlissenes Lederlenkrad oder ein defekter Scheinwerfer lassen sich im Nachhinein also nicht reklamieren. Technische Mängel hingegen, die vom Laien nicht festgestellt werden können, sind automatisch von dieser Klausel ausgenommen.