ADAC: Autofahren deutlich billiger

Die Autokosten (Anschaffung und Unterhalt von Kraftfahrzeugen) sind binnen eines Jahres um 3,9 Prozent gesunken. Ausschlaggebend hierfür ist die deutliche Verbilligung von Benzin und Diesel. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Kraftstoffpreise um 13,8 Prozent, während es bei den Kosten für die allgemeine Lebenshaltung keine Veränderungen gab. Dies sind die zentralen Erkenntnisse des aktuellen Autokosten-Index, den das Statistische Bundesamt und der ADAC vierteljährlich veröffentlichen. Der Index umfasst alle Preise rund um Autos und Motorräder. Aktuell liegt er bei 102,3 Punkten. Der Index für die allgemeine Lebenshaltung stagniert bei 107,0 Punkten. Beide Indizes wurden letztmals für das Jahr 2010 auf den Basiswert 100 gesetzt.

Neben den Kraftstoffpreisen fließen noch weitere Faktoren in den Kraftfahrerpreis-Index ein. So verteuerten sich Neuwagen um 0,8 Prozent, neue Motorräder sogar um 2,0 Prozent. Auch die Ausgaben für Ersatzteile und Zubehör stiegen um 0,7 Prozent. Deutlich verteuert haben sich gegenüber Herbst 2014 Fahrzeug-Reparaturen und Inspektionen. Die Ausgaben hierfür kletterten um 3,1 Prozent. Für Fahrschulen und Führerscheingebühren muss man 1,8 Prozent mehr bezahlen, auch die Mieten für Garagen gingen um 1,0 Prozent nach oben.

Kostenvergleich: Plug-in-Hybride haben die Nase vorn

Der ADAC hat die Kosten von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, reinen Elektroautos und Plug-in-Hybriden miteinander verglichen. Das Ergebnis spricht vor allem für Plug-in-Hybride: Die Autokosten von 13 solcher Fahrzeuge liegen bei den 26 Vergleichen unter denen der Diesel- und Benziner-Modelle.

Tabelle der Autokosten von Hybrid-Autos
ADAC vergleich der Autokosten von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybridantrieb.

Den Vergleich zwischen herkömmlichem Antrieb und Plug-in kann zum Beispiel der VW Golf GTE DSG mit 48,9 Cent pro Kilometer für sich entscheiden. Günstiger fahren Autofahrer, die sich für einen PHEV (Plug-in-Hybrid) entscheiden, nur noch mit dem Toyota Prius 1.8 Plug-in Hybrid Life (47,4 Cent pro Kilometer). Auch wenn sich der Prius im direkten Vergleich kostenmäßig nicht gegen die mit diesem Fahrzeug verglichenen Auris-Modelle (Auris 1.8 Hybrid Comfort mit 41,4 Cent und Auris 1.6 D-4D Comfort mit 43,2 Cent) durchsetzen kann.

Bei den rein elektrisch angetriebenen Autos fällt der Kostenvergleich trotz der 4000 Euro Kaufprämie deutlich zugunsten der klassischen Antriebsarten aus. Hauptgrund dafür ist der immer noch teils hohe Kaufpreis. Bei 27 Modellvergleichen sind nur sechs E-Autos günstiger. Mit 42,1 Cent pro Kilometer kann sich der Kia Soul EV Plug als günstigster Elektro-Gewinner im direkten Duell mit einem entsprechenden Diesel- und Benzinfahrzeug durchsetzen. Der Citroen C-Zero verliert zwar im direkten Vergleich gegen den Benziner (gut drei Cent günstiger), ist aber mit 34,6 Cent der billigste Stromer in der Untersuchung.

Tabelle Autokosten Elektroauto
Vergleich der Autokosten von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und reinen Elektroautos.

Grundlage des ADAC-Autokostenvergleichs, der nahezu alle auf dem deutschen Markt erhältlichen Elektroautos und Plug-in-Hybride enthält, sind Anschaffungspreis, Wertverlust, Kraftstoff- bzw. Stromkosten, Werkstatt- und Reifenkosten sowie Steuern und Versicherung – bei einer Haltedauer von fünf Jahren und einer jährlichen Laufleistung von 15 000 Kilometern. Da dem Club nicht für alle Modelle realitätsnahe Verbrauchsangaben aus eigenen Messungen nach seinem Ecotest zur Verfügung stehen, wurden für den Kostenvergleich NEFZ-Angaben (Neuer Europäischer Fahrzyklus) der Hersteller herangezogen. Gerade auch bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden können die Kosten je nach Fahrprofil verhältnismäßig höher gegenüber konventionellen Antrieben ausfallen.

Zum Kostenduell herangezogen wurden in Ausstattung und Leistung vergleichbare Versionen – nicht in allen Fällen stand dabei ein klassengleiches Modell zur Verfügung. (ampnet/jri)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 13. Januar 2019

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