Alle 20.000 Kilometer zur Stoßdämpferkontrolle

Picture

Das Durchschnittsalter der Autos, die auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, steigt. Mittlerweile haben die Karossen hierzulande im Schnitt stolze 8,8 Jahre auf dem Buckel. Das ergaben die jüngsten Prüfstatistiken von TÜV, Dekra und GTÜ. Bei immer mehr Autokäufern liegen Gebrauchtwagen hoch im Kurs. Dass damit auch defekte Fahrwerke in der Mängelstatistik weit oben angesiedelt sind, liegt auf der Hand. Zwar liegen Licht und Elektrik weiter an der Spitze. Aber schon bei jedem 7. Auto funktioniert das Fahrwerk nicht richtig, ermittelte der TÜV-Report 2014. Laut DEKRA sind nach wie vor 20 Prozent der unfallursächlichen technischen Mängel auf das Fahrwerk zurückzuführen. Fahrwerkspezialist BILSTEIN rät deshalb, defekte Stoßdämpfer zu kontrollieren und bei Bedarf in der Werkstatt ersetzen zu lassen. Dabei sollten Stoßdämpfer und Federn immer paarweise pro Achse ausgetauscht werden, um die Fahrsicherheit zu 100 Prozent wiederherzustellen.

Gerade während des im Frühjahr anstehenden Wechsels von Winter- auf Sommerreifen ließe der entblößte Stoßdämpfer das geschulte Auge tief blicken. Aber noch immer dominieren die Kontrolle von Bremsanlage, Batterie, Ölstand, Keilriemen, Abgasanlage, Räder und Wischblätter den saisonalen Check in der Werkstatt. „Autofahrer sollten daher während des Werkstattbesuchs darauf achten, dass die Fahrwerkkontrolle fester Bestandteil des Frühjahrscheck ist“, fordert Rainer Popiol, Schulungsleiter bei BILSTEIN in Ennepetal. „Genauso sind Servicebetriebe angehalten, Kunden über die Gefahren defekter Dämpfer zu informieren.“

Schließlich gehören Stoßdämpfer zu den besonders beanspruchten Fahrwerkomponenten. Deren Lebensdauer hängt von vielen Faktoren ab. Schlechter Straßenzustand und häufige Beladung, hohe Kilometerleistung und sportliche Fahrweise, Kälte, Hitze, Staub, Wasser und Salz lassen einen Dämpfer schneller verschleißen.

Die Folgen für die Fahrsicherheit sind gravierend. Aufgrund der mangelhaften Bodenhaftung der Reifen steigt bei Kurvenfahrten oder Ausweichmanövern das Risiko, weil das Fahrzeug schneller ausbricht. Zudem verlängert sich, so die Experten, der Bremsweg um rund 20 Prozent. Auch ABS und andere elektronische Stabilitätssysteme werden regelrecht ausgehebelt. Zudem setzt der gefürchtete Aquaplaning-Effekt erheblich früher ein. Neben der Sichtprüfung geben Tests auf der „Rüttelplatte“ von Vorder- und Hinterachse endgültigen Aufschluss über den Zustand der Stoßdämpfer. Genauso entlarvt der Fahrwerktest die Verfassung weiterer Komponenten wie Federn, Achse, Bremse, Lenkung und Reifen.

Neben den negativen Einflüssen auf die Fahrsicherheit entstehen für den Autofahrer darüber hinaus vermeidbare Kosten durch vorzeitigen Verschleiß der Reifen, Spurstangenköpfe und Lenkungskomponenten. BILSTEIN empfiehlt auch deshalb, die sicherheitsrelevanten Fahrzeugteile mindestens alle 20.000 Kilometer durch Fachwerkstätten überprüfen zu lassen. (dpp-AutoReporter)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 10. Februar 2015

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*