Automotive Neuheiten in 2018

Das Autonome Fahren soll auch im Jahr 2018 weiter Gestalt annehmen. Bislang zweifeln noch viele an der Massentauglichkeit der Techniken, die jedoch schon in den kommenden Jahren einen erheblichen Aufschwung erleben sollen. Die Neuheiten des kommenden Jahres könnten auch zu einer leichteren Finanzierung der Systeme beitragen, die sich viele Verbraucher wünschen. Doch was ist für die nächsten zwölf Monate zu erwarten?

Boschs Robo-Taxis

Bosch kündigte bereits eine große Innovation an, die den Automotiv-Bereich im kommenden Jahr auf den Kopf stellen könnte. So sollen in Deutschland selbstfahrende Taxis getestet werden. Aus rein rechtlichen Gründen wird bei der geplanten Testphase im Sommer 2018 in Stuttgart noch ein Fahrer an Bord sein. Dieser greift jedoch nur dann in die Steuerung des Fahrzeugs ein, wenn sich ein Unfall andeutet. Ansonsten ist das Auto bereits auf alle Eventualitäten eingestellt und kann die Arbeit autonom verrichten. Bis es allerdings gelingen wird, die Technik auch ohne Fahrer auf den breiten Markt zu bringen, rechnet Bosch mit einer Testphase bis ins Jahr 2022. Dann soll das Verfahren so ausgereift sein, dass keine Situationen des täglichen Straßenverkehrs gefährlich werden können.

Selbstfahrendes Fahrzeug mit Lidar Scanner
Der Lidar Scanner tastet die Umgebung ab um selbständig Entscheidungen über die Hindernisse zu treffen.

Wie hoch sind die Kosten?

Aus dem Feld der deutschen Hersteller ist es der Stuttgarter Autobauer Daimler, der mit großen Schritten voranpreschen möchte. Bislang gehen Experten jedoch von Preisen von über 300.000 Euro bei den ersten selbstfahrenden Autos aus. Selbst ein Autokredit, wie ihn die Webseite von autokredit.net bereithält, könnte einen Normalverdiener noch nicht zum Autonomen Fahren bringen. Entscheidend wird deshalb die wahre Massenproduktion sein, um den Preis auf ein normales Niveau zu senken. Bis diese im vollen Umfang einsetzt, wird es laut den Verantwortlichen jedoch noch mindestens zehn Jahre dauern.
Bislang war es der Prototyp F015, den Daimler auf der Technik-Messe CES in Las Vegas zum lebhaften Beispiel für das zukünftige Fahren auslobte. Alle Sitze im Innenraum des Wagens können frei gedreht werden, um während des automatischen Fahrens eine kleine Sitzgruppe zu bilden. Dennoch sind noch Steuerelemente im Wagen vorhanden, mit denen der Fahrer bei Bedarf eingreifen könnte, um einen Unfall zu verhindern. Ansonsten bietet das Fahren mit dem F015 jede Menge Freiheit, da die Konzentration des Fahrers nicht mehr an die Straße gebunden ist. Genau dies ist der wesentliche Mehrwert, den auch Daimler bei der Präsentation seiner Modelle immer wieder in den Vordergrund rückt.

Die Rolle der Verbraucher

Gleichzeitig sind die Konzerne auch im Jahr 2018 an die Wünsche der Verbraucher gebunden. Und diese stehen der neuen Technik eher skeptisch gegenüber. Zu groß scheint die Angst vor dem völligen Verlust der Kontrolle am Steuer zu sein. In Deutschland würde nach einer aktuellen Umfrage nur rund ein Drittel der Fahrer das autonome Fahrer überhaupt befürworten. In den USA sind es immerhin 44 Prozent der Bevölkerung, die dem autonomen Fahren gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt sind. Für die entsprechende Technik, die zusätzlich im Fahrzeug installiert werden müsste, würden sie dagegen weniger Geld auf den Tisch legen. Lediglich 4.500 Euro wäre ihnen die neue Freiheit im Schnitt durchschnittlich wert. Genau hier stellt sich die Frage, ob die Hersteller dazu in der Lage sein werden, die neue Programme für diese geringen Beträge zu realisieren. Ansonsten könnte sich die Innovation schnell zu einer groß angelegten Kostenfalle entwickeln.

Rechtliche Lücken

Eine weitere Hürde stellt die rechtliche Situation für die Einführung der Automotiv Neuheiten im Jahr 2018 dar. Bislang ist noch nicht geklärt, wer zum Beispiel die juristische Verantwortung für Unfälle übernimmt, zu denen es auch beim autonomen Fahren kommen kann. Muss nun der Hersteller zur Kasse gebeten werden, dessen Software unter Umständen einen Fehler produzierte? Oder liegt die Schuld auf der Seite des Besitzers des Wagens, der jedoch überhaupt keinen Einfluss auf die Situation ausüben konnte? Bis solche Feinheiten fest im Recht verankert sind, wird es auf den deutschen Straßen noch nicht möglich sein, die Automotiv Neuheiten massentauglich zu etablieren und damit die Autoindustrie im Land weiter voranzubringen. Nicht nur die Entwickler stehen demnach in der Verantwortung, um die richtigen Grundlagen für die neue Innovation zu schaffen.

Höhere Sicherheit, geringerer Verbrauch

Auf der anderen Seite stehen jedoch die Chancen, die sich mit der Entwicklung des selbstfahrenden Autos nutzen ließen. Dazu zählt die zusätzliche Zeit, die Autofahrer dadurch Tag für Tag gewinnen würden. Kann diese zum Beispiel in die Arbeit investiert werden, so könnte dies einen wesentlichen Teil zum wirtschaftlichen Wachstum beitragen. Hinzu kommt die Möglichkeit, die Sicherheit auf den Straßen weiter zu steigern. Auf der ganzen Welt sterben schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen pro Jahr aufgrund von Verkehrsunfällen. Diese unglaublich hohe Zahl ließe sich durch die Einführung von gut ausgereifter Technik deutlich senken, so die Meinung der Experten. Zudem würden die neuen Systeme eine sehr nachhaltige Fahrweise an den Tag legen, die ohne starkes Beschleunigen und starkes Abbremsen auskommt. In der Folge ließe sich auch der Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge in den kommenden Jahren deutlich reduzieren.

Fazit

Noch müssen also viele Fragen rund um das selbstfahrende Auto geklärt werden, bevor es zu einem Produkt für die breite Masse werden kann. Für das Jahr 2018 stehen jedoch weitere wichtige Tests an, die dafür die passende Grundlage schaffen könnten. Mit Sicherheit werden noch mehr Hersteller auf diese Schiene aufspringen und darin eine Möglichkeit zur Steigerung des Umsatzes suchen.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2017

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