Biodiesel in modernen EU Stufe IV Dieselmotoren

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In Zukunft weiterhin mit nachhaltig zertifiziertem Biodiesel aus Rapsöl die Felder bestellen – das ist das Ziel des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) und von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) geförderten Projektes, das aktuell an der Universität Rostock gestartet wurde.

Dahinter steht die Idee, dass sich die Landwirtschaft über die Ölquelle Raps selbst mit der notwendigen Antriebsenergie versorgt. Auf mehr als 1,3 Millionen Hektar wächst zurzeit Raps heran. Ein Hektar Raps liefert etwa 1.600 Liter Rapsöl für die Herstellung von Biodiesel – genug, um 18 bis 20 Hektar bewirtschaften zu können. Bei der Rapsölgewinnung fallen zugleich rund 2.400 kg Rapsschrot als wichtige heimische Eiweißquelle für die Tierfütterung an. Die Verwendung von Biodiesel ist in der Land- und Forstwirtschaft steuerbefreit. Der Biodieseleinsatz ist damit besonders dann wirtschaftlich interessant, wenn in Zukunft die Rohölpreise wieder steigen werden.

Was einem stärkeren Biodieseleinsatz jetzt noch entgegensteht, sind fehlende Herstellerfreigaben für moderne Motoren der Abgasstufe EU Stufe IV. Heute vorliegende Freigaben gelten nur für Fahrzeuge bis zur Abgasstufe IIIb, IIIa oder II. Um Herstellern diesen Weg zu ebnen, will die Universität Rostock mit Unterstützung des Industrie- und Landtechnik-Motorenherstellers DEUTZ aus Köln jetzt das Verhalten von Biodiesel in Stufe-IV-Motoren grundsätzlich untersuchen. Die Rostocker Wissenschaftler konzentrieren sich dabei auf Biodiesel. In dem bis Ende 2016 laufenden Projekt untersuchen sie vor allem die Auswirkungen des Biokraftstoffs auf die Abgasnachbehandlungssysteme (AGN-System), denn diese machen den wesentlichen Unterschied zwischen den Abgasstufen III und IV aus.

Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist, ob und wie stark AGN-Systeme durch in den Kraftstoffen enthaltene Spurenelemente wie P, K, Na und Ca deaktiviert werden. Dies soll in einem 1.000-Stunden Motordauerlauf im Nonroad Transient Cycle-Test mit einem modernen Motor der DEUTZ Baureihe TCD 3.6 L4 überprüft werden. Weitere Tests umfassen u.a. den nach ISO standardisierten C1-Prüfzyklus für Dieselfahrzeuge sowie einen stationärer Motortest im Gabelstaplerzyklus. Letzterer simuliert Arbeiten im Niedriglastbereich, die bei landwirtschaftlichen Maschinen häufig vorkommen. Auch die Überprüfung der „On-Board-Diagnose“ (OBD), die alle abgasrelevanten Funktionen eines Fahrzeugs überwacht, gehört zum Projektumfang. (dpp-AutoReporter)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 27. März 2015

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