BMW macht aus Londoner Tate ein Tanzmuseum

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Das ‚Tate Modern‘ wurde im Rahmen von BMW Tate Live unter der Leitung des französischen Tänzers Boris Charmatz vorübergehend in ein Musée de la danse (ein Museum für Tanz) verwandelt. Der Choreograph Charmatz und sein 90-köpfiges Team boten eine Reihe an Performances, die sich im gesamten Gebäude der Tate Modern entfalteten. BMW Tate Live rückt bereits im vierten Jahr Performances, interdisziplinäre Kunst und die Kuratierung des digitalen Raumes in den Fokus. Das gemeinsam entwickelte Format von BMW und Tate untersucht die vielfältigen Herangehensweisen, mit denen Künstler das Thema Live-Performance im 21. Jahrhundert betrachten.

Bei der Übernahme der Tate Modern durch das Musée de la danse wurde auf jeder Ebene Tanz aufgeführt, gezeigt und verbreitet. Sowohl individuelle Arbeiten als auch bereits „vorhandene“ Choreographie des Alltäglichen wurden so gezeigt und betont. In der Turbinenhalle wurden wichtige Tanzstücke von Charmatz aufgeführt, während die Tänzer auch in allen Ausstellungsräumen ihre Kunst präsentierten. In einer interaktiven Diskussionsrunde waren Künstler und Akademiker dazu eingeladen, ihre Ideen zum Thema, was genau ein Museum für Tanz sein könnte, einzubringen und in Performances darzustellen.

In der Turbinenhalle der Tate Modern wurden eine Reihe unterschiedlicher Stücke gezeigt, die aufgebaut, aufgeführt und wieder abgebaut wurden. Im Laufe dieser Performances konnte das Publikum Teile der Choreographie einstudieren und mit aufführen. Darüber hinaus wurde das bekannte Workshop-Format von Musée de la danse, „Adrénaline“, verwirklicht: Eine Tanzfläche für jedermann, in Form eines provisorischen Nachtclubs. Der öffentliche Teil der Turbinenhalle wurde so Zeuge eines stetigen Wechsels: Aus Tanzstunden wurden Performances, aus der Teilnahme wurde ein Fest, und der Aufbau einer Performance weichte dessen Ab- und Wiederaufbau.

Außerdem wurden in den Ausstellungsräumen weitere Werke internationaler Choreografen und Künstler näher erforscht. „expo zéro“, ein Projekt vom Musée de la danse, das bisher nicht in London gezeigt wurde, war eine performative Ausstellung, in der Performer, Künstler und Akademiker ihre Ideen rund um das Thema, was genau ein Museum für Tanz sein könnte, erörterten. Unter der Leitung von bekannten Persönlichkeiten wie Tim Etchells, Mette Ingvartsen, Claire Bishop und Sung Hwan Kim konnte das Publikum zuschauen und mitdiskutieren.

Das Zusammenspiel zwischen den Tänzern unterschiedlicher Disziplinen und den Kunstwerken der Tate beleuchtete das Projekt „20 Dancers for the XXth Century“ in den Ausstellungsräumlichkeiten und zeigte die Geschichte des Tanzes vom Ballett bis hin zum Hip‑Hop mitten in der Sammlung. (dpp-AutoReporter/wpr)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 19. Mai 2015

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