Börsengang für Tank & Rast so gut wie vom Tisch

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Der Münchener Versicherungskonzern Allianz wird voraussichtlich im Konsortium mit dem kanadischen Infrastrukturspezialisten Borealis für die Bonner Raststättenkette Tank & Rast bieten. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf Finanzkreise. Eine Allianz-Sprecherin lehnte einen Kommentar ab.

Die beiden Tank-&-Rast-Eigner, die britische Beteiligungsgesellschaft Terra Firma und der Deutsche-Bank-Infrastrukturfonds Rreef, wollen sich von der Kette mit rund 350 Tankstellen und etwa 390 Raststätten an der Autobahn trennen. Sie haben im Januar Deutsche Bank und J. P. Morgan mandatiert, Möglichkeiten für einen Verkauf oder Börsengang auszuloten. Letzterer gilt bereits als so gut wie vom Tisch, wie manager magazin weiter schreibt. Hintergrund ist, dass Tank & Rast wegen seiner außergewöhnlich hohen Verschuldung von ungefähr 2,1 Milliarden Euro für Aktionäre weniger attraktiv scheint als für Profi-Investoren mit einer sehr langfristigen Anlagestrategie wie Versicherer, Pensions- und Staatsfonds.

Diese setzen wegen der Niedrigzinsen verstärkt auf Infrastrukturinvestitionen und könnten Tank & Rast mit einer Kapitalspritze aufpäppeln, um anschließend viele Jahre lang solide Dividenden zu kassieren. Das Interesse aus diesem Kreis ist groß: Unter anderem zählen Bankern zufolge auch der Fonds Arcus Infrastructure aus London und Singapurs Staatsfonds GIC zu den Interessenten. Allerdings fordern Terra Firma und Rreef laut manager magazin einen Kaufpreis von mehr als 2,5 Milliarden Euro für die Kette mit 482 Millionen Euro Umsatz und einem operativen Gewinn (Ebitda) von 235 Millionen Euro (2013).

Terra Firma ist schon seit 2004 an Tank & Rast beteiligt. Damals hatten die Briten Tank & Rast für etwa 1,1 Milliarden Euro von einem Dreier-Konsortium um die Allianz erworben, wobei gut zwei Drittel des Kaufpreises mit Krediten finanziert wurde. In den Folgejahren bis 2007 hatte Terra Firma die Schulden bei Tank & Rast immer weiter aufgestockt und über Dividenden und den Teilverkauf an Rreef im Jahr 2007 mehr als das Fünffache seines Kapitaleinsatzes zurückverdient, so das manager magazin. (dpp-AutoReporter)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 29. März 2015

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