Bundesverkehrsminister Dobrindt testet pilotiert fahrenden Audi

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Alexander Dobrindt hat sich am Freitag von den technischen Fähigkeiten des Audi A7 piloted driving concept überzeugt. Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur folgte einer Einladung, die Technologie des pilotierten Fahrens persönlich zu erleben. Dobrindt nach der Fahrt im Versuchsfahrzeug „Jack“: „Automatisiertes Fahren ist keine Science Fiction. In wenigen Jahren werden automatisierte Fahrzeuge im Straßenverkehr unterwegs sein. Digitale Technik kann dem Fahrer Aufgaben abnehmen und mehr Sicherheit und Komfort bringen.

Langfristig lautet das Ziel die komplett vernetzte Straße. Staus und Umweltbelastungen werden reduziert, die Verkehrssicherheit erhöht und die Infrastruktur optimal ausgelastet. Ich sehe große Chancen für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland. Unsere Autoindustrie hat die attraktivsten Produkte in der Welt. Unser Ziel muss es sein, auch beim automatisierten Fahren an der Weltspitze zu bleiben“, erläutert Dobrindt, der die Autobahn A9 auf einer Teilstrecke offiziell zur Hightech Autobahn erklärt hat. Sie soll als Testfeld für das vernetzte Automobil der Zukunft dienen.

Prof. Dr. Ulrich Hackenberg, Vorstand Technische Entwicklung der AUDI AG, wertet die Probefahrt mit Bundesminister Dobrindt als „weiteren Beleg für die technische Reife und das Potenzial des pilotierten Fahrens“, das die Marke mit den Vier Ringen ab 2017 im Audi A8 in einer ersten Ausbaustufe anbietet. Er begrüßt die politische Unterstützung: „Dies ermöglicht, dass eine Schlüsseltechnologie aus Deutschland zu Hause auch ihren Leitmarkt findet.“

Hackenberg sieht drei wesentliche Anwendungsbereiche für diesen Einsatz künstlicher Intelligenz im Auto: „Einerseits zur Unfallvermeidung: Wenn der Fahrer überfordert ist und Gefahr läuft, die Kontrolle zu verlieren oder wenn er unterfordert ist, weil die Fahrt zu monoton ist. Anderseits auch, wenn der Fahrer seine Zeit effektiver nutzen kann und will, zum Beispiel im Stau. Weniger Stress, mehr Sicherheit und ein Gewinn von Komfortzeit sind die Folge.“ Wichtig sei nun, dass die Gesetzgebung gemeinsam mit den Experten aus dem Rechtswesen, der Zulassung und der Industrie die Weichen für die Zulassung solche Systeme stelle.

Audi dokumentiert seinen Fortschritt bei dieser Technologie immer wieder mit spektakulären Demonstrationen: So zirkelte in den Vereinigten Staaten ein Audi TTS ohne Fahrer auf einem Salzsee die markentypischen Vier Ringe in die Oberfläche und bezwang den Pikes Peak in den Rocky Mountains fahrerlos. Auf der Rennstrecke von Hockenheim fuhr ein RS 7 Sportback im Herbst 2014 ohne Fahrer am Limit der Fahrphysik. Seit Jahresbeginn demonstriert Audi auf öffentlichen Straßen die nächsten Schritte des pilotierten Fahrens, beispielsweise unter realen Verkehrsbedingungen auf dem US Highway von der Westküste bis nach Las Vegas.

Die Funktion für pilotiertes Fahren im Stau, die Audi aktuell in die Serie überführt, baut auf bestehende Assistenzsystemen wie z.B. Audi adaptive cruise control und Stauassistent auf. Zwischen 0 und 65 km/h nimmt das System dem Fahrer künftig auf Wunsch das Beschleunigen, Bremsen und Lenken ab und entlastet ihn im zäh fließenden Verkehr auf Schnellstraßen. Wenn sich der Stau auflöst oder die Straße endet, fordert der Computer den Fahrer auf, das Fahren wieder zu übernehmen.

Als Superhirn des pilotierten Fahrens dient das zentrale Fahrerassistenzsteuergerät, kurz zFAS. Es nutzt modernste Hochleistungsprozessoren, um die Signale aller Sensoren in Echtzeit auszuwerten und Manöver zu berechnen. Ein Radarsystem erfasst das Vorfeld des Autos, eine Videokamera erkennt Fahrbahnmarkierungen, Leitplanken, Fußgänger und andere Fahrzeuge.

Ein Laserscanner liefert zusätzlich hochpräzise Daten zu Objekten in einer Entfernung von bis zu 80 Metern. Bis zu zwölf Ultraschall-Sensoren und vier Kameras überwachen darüber hinaus den kompletten Bereich rund um das Auto. Das zFAS errechnet dann aus allen Sensordaten ein Umgebungsmodell, welches die vorherrschende Verkehrssituation umfänglich beschreibt. Das System ist damit beispielsweise in der Lage, Fahrzeuge die vor dem eigenen Fahrzeug einscheren, sehr früh zu erkennen. (dpp-AutoReporter/hhg)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 15. April 2015

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