Daimler nimmt 1.500 Kündigungen in Brasilien zurück

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Daimler hat im Konflikt um 1.500 Entlassungen im brasilianischen Nutzfahrzeugwerk Sao Bernardo die Kurve gekriegt: Wie der Autobauer mitteilte, werden die für 1. September ausgesprochenen 1.500 Kündigungen zurück genommen. Dafür stimmte die Gewerkschaftsseite einem 20-prozentigen Lohn- und Arbeitszeitkürzung zu berichtet das Branchenblatt „Automobil Produktion“.

Wie Konkurrent Genral Motors spielt man nun auch bei Daimler auf Zeit. Denn: die Rücknahme der Kündigungen ist nur zeitlich befristet, die Beschäftigungssicherung gilt bis August 2016. Beim Zustandekommen der Einigung spielte der brasilianische Staat eine Schlüsselrolle. Im Werk kommt jetzt ein relativ neues Kurzarbeitermodell zur Anwendung. Das bedeutet, dass zehn Prozent der Lohnkürzung im vereinbarten Zeitraum von September 2015 bis Mai 2016 vom Staat übernommen wird.

Nutzfahrzeugchef Wolfgang Bernhard sagte zu der Lösung: „Die Vereinbarung zeigt, dass wir auch in schwierigen Zeiten gemeinsam faire Lösungen finden können.“ Ähnlich äußerte sich auch Daimler-Gesamtbetriebsrat Michael Brecht, der nach Ausbrechen des Konflikts die sofortige Rücknahme der Kündigungen gefordert hatte: „Gut, dass nun auch in Brasilien alle an einem Strang ziehen, um die Menschen vor Arbeitslosigkeit zu schützen.

Die Autoindustrie in Brasilien steckt in einer schweren Krise, besonders betroffen ist der Nutzfahrzeugsektor. Hier befürchtet Daimler einen Einbruch um über 40 Prozent in diesem Jahr. Nachdem Verhandlungen mit Gewerkschaftsvertretern auf weiteren Lohnverzicht gescheitert waren, hatte Daimler vor gut einer Woche 1.500 Arbeiters gekündigt. Daraufhin war das Werk bestreikt worden. (dpp-AutoReporter)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 6. September 2015

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