Der Renegade verstärkt Jeeps Höhenflug

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Jeep war hierzulande lange ein Nischenanbieter und signifikante Wachstumschancen wurden der amerikanischen Kultmarke kaum eingeräumt. Schien die Zeit des Wachstums für große SUV und Geländewagen hier doch beendet zu sein und auch der seinerzeitige Zusammenschluss von Daimler/Chrysler erwies sich speziell für diese Marke zumindest in Deutschland mehr als unglücklich.

Doch die Prognosen über die Zukunft der schweren Boliden erwiesen sich als falsch. Derzeit entscheidet sich jeder sechste Neuwagenkäufer in Deutschland für einen SUV, ein „Sport Utility Vehicle“, oder für einen Geländewagen. Bei etwa drei Millionen Neuzulassungen pro Jahr sind das knapp 540.000 SUVs oder Geländewagen – Tendenz nach wie vor steigend, was SUV zur am schnellsten wachsenden Fahrzeug-Kategorie macht und die Frage nach dem „Braucht man das überhaupt?“ recht eindeutig beantwortet. Ehrlicherweise muss allerdings gesagt werden, dass der Hauptanteil auf die kleineren und kompakten Modelle entfällt, doch auch die Zulassungen der „Dinosaurier“ ist hoch

Einer der großen Profiteure dieser Entwicklung ist Jeep, das dieses Segment mit dem ersten leichten Geländewagen namens Willys-Overland in 1941 begründete und in 1963 mit dem Wagoneer den ersten echten Jeep auf den Markt brachte. Das hat einige Gründe. Zum ersten stiegen nach der Wirtschaftskrise die Absatzzahlen in den USA in ungeahnte Höhen, zum anderen wurde nach der Übernahme durch Fiat das internationale Vertriebsnetz konsequent ausgebaut, so dass man heute in rund 140 Ländern seine Modelle anbietet. Und – last but not least – wurde mit dem Jeep Renegade eine entscheidende Lücke in der Modell-Palette geschlossen und war damit endlich auch im Segment der kleinen SUV vertreten.

Der Erfolg blieb nicht aus. Jeep wächst seit fünf Jahren ununterbrochen in nahezu jedem Markt, in dem die Traditionsmarke vertreten ist – weltweit erlebte Jeep im vergangenen Jahr ein Wachstum von 39 Prozent und das beste Ergebnis seiner Geschichte. In den U.S.A. stiegen die Verkaufszahlen um 41 Prozent, in Asien um 42 Prozent und in Europa sogar um 65 Prozent. Unterm Strich summierte sich das auf das Verkaufsrekord-Ergebnis von über einer Million Fahrzeuge. Und die Expansion geht weiter. In diesem Jahr beginnt die Produktion in Brasilien und nach fast einem Jahrzehnt Abstinenz wird man auch wieder in China fertigen.

In Deutschland ist Jeep seit letztem Jahr die mit plus 49 Prozent wachstumsstärkste Automarke und baut seine Modellvielfalt konsequent aus. Erstmals über 10.000 Neuzulassungen kennzeichnen das beste Ergebnis seit Bestehen von Jeep in Deutschland (1984). Seit der Einführung des Renegade letzten Oktober ist die Traditionsmarke auch hier in jedem Segment vertreten – noch nie gab es so viele Jeep-Modelle wie heute: vom neuen kleinen Jeep Renegade über den kompakten Compass, den stylischen Cherokee, die Ikone Jeep Wrangler bis hin zum Flaggschiff Grand Cherokee, dem meistverkauften Import-Geländewagen seiner Klasse in Deutschland.

Welch große Rolle der Renegade bei den Verkäufen spielt, zeigen auch die Absatzzahlen des ersten Quartals, das bei einem Plus von 90,85 Prozent mit 3.380 Einheiten einen erneuten Rekord brachte. Im März löste der im italienischen Fiat-Werk in Melfi produzierte Kleine den Grand Cherokee als das meistverkaufte Jeep-Modell ab. Auf den gegenwärtigen Lorbeeren wollen sich die Jeep-Verantwortlichen jedoch nicht ausruhen. Im nächsten Jahr steht die Einführung eines neuen Kompakten an, in 2017 die Erneuerung von Wrangler und Grand Cherokee und darauf folgt der siebensitzige Grand Wagoneer. Nischenanbieter – das war einmal. (dpp-AutoReporter/Hans H. Grassmann)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 30. April 2015

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