Detroit Motor Show 2015: Totgesagte leben länger

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Vor einem Jahr war die Stimmung auf der Detroit Motor Show – ganz offiziell heißt sie seit einigen Jahren North American International Auto Show (NAIAS) – nicht gerade prickelnd. Sollte zum Messe-Auftakt des Automobil-Jahres eigentlich ein wahres Feuerwerk an guter Stimmung und imposanten Neuheiten die Bedeutung von Detroit stärken, bestimmten der Anfang Dezember genehmigte Gläubigerschutz für die mit über 18 Milliarden Dollar verschuldete Stadt und wie lange die Messe in dem mehr und mehr trister wirkenden Cobo Center überhaupt noch durchgeführt werden würde, die Diskussion.

Zwölf Monate später. In der seit 1950 von 1,8 Millionen auf 700.000 Einwohner geschrumpften „Motor City“ dominieren zwar weiterhin die verlassenen und geisterhaft wirkenden Stadtteile und wirklich pulsierendes Leben findet nur in Downtown statt. Doch erste Anzeichen einer Wiederbelebung sind unverkennbar. Und das trifft auch für das Cobo Center zu, dessen Hallen – renoviert – sich nun erheblich frischer, freundlicher und heller präsentieren.

Hinzu kommt, dass die Veranstalter wohl im Vorfeld erfolgreich Aufklärungsarbeit geleistet und einige Hersteller an der Teilnahme überzeugt haben. Dabei kam ihnen sicherlich auch zugute, dass die amerikanische Auto-Industrie ihre derzeitige Krise endgültig überwunden hat. Mit 17 Millionen verkauften Fahrzeugen wurden seit acht Jahren nicht mehr so viele Autos verkauft. Das fördert natürlich auch den Besucherstrom, der in diesem Jahr erheblich zugenommen hat.

Gute Stimmung in Detroit also unter Ausstellern und Besuchern. Und auch die Veranstalter zeigen sich erleichtert. Auch wenn sie eine neue Aufgabe erwartet. Wegen der neu gewonnenen Aussteller, die in 2016 noch mehr werden sollen, müssen die Standgrößen neu verhandelt werden. Einige neue chinesische Anbieter sollen sich nicht mehr mit einem Gang-Dasein begnügen müssen. Nach Insidern soll es als erstes Ford „an den Kragen“ gehen, doch wohl auch andere werden schrumpfen müssen. Gegenüber der Vergangenheit allerdings ein absolutes Luxusproblem. Zumal genügend Platz für die obligatorischen, hübschen Hostessen bleiben wird. (dpp-AutoReporter/Hans H. Grasmann)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 20. Januar 2015

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