Gebrauchtwagenkauf: 190.000 km statt 100.000 km ist mehr als „heavy“

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Verkauft ein Händler einem anderen einen Gebrauchtwagen bei einem Kilometerstand von „100.000“, stellt sich aber heraus, dass das Fahrzeug etwa 190.000 Kilometer auf dem Buckel hatte, so kann der Verkäufer nicht auf den vereinbarten Gewährleistungsausschluss pochen, wenn der andere Händler den Wagen gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben will. Denn es habe eine „Beschaffenheitsvereinbarung“ vorgelegen, die mit der Gewährleistung nichts zu tun habe.

Der Käufer habe sich auch nicht, so das Oberlandesgericht München, darauf einlassen müssen, quasi im Zuge einer „Nachbesserung“ damit einverstanden zu sein, dass ihm ein dem Kaufvertrag „gleichwertiger“ VW Touareg besorgt würde. Denn das sei bei Fahrzeugen dieser Art und mit einer solchen Kilometerleistung kaum zu bewerkstelligen. (Hier wurde der Kauf schließlich damit beendet, dass vom gezahlten Preis in Höhe von 20.700 € wegen des Minderwerts 6.641 € zu erstatten waren.) (OLG München, 7 U 3602/11) (Wolfgang Büser/dpp-AutoReporter)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 6. Juni 2015

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