Elektroauto Ladestationen – Welche Typen gibt es?

Neben Preis und Wertverlust der Fahrzeuge sind Reichweite und Ladeinfrastruktur zentrale Kaufhemmnisse für Elektroautos. Die Ladeinfrastruktur in Deutschland wird stetig ausgebaut. Derzeit verfügt die Bundesrepublik über 21.200 öffentliche Ladesäulen. Zudem kann man auch zuhause oft problemlos eine Ladestation nachrüsten. Doch nicht alle Ladestationen sind gleich. Sie unterscheiden sich in Ladegeschwindigkeit und Zugänglichkeit, und selbstverständlich in den Kosten, die für eine Aufladung fällig werden.

Unterwegs aufladen

Manche Arbeitgeber stellen ihren Mitarbeitern dafür spezielle Parkplätze zur Verfügung, wo diese während der Arbeitszeit ihr Auto wieder aufladen können. Für Unternehmen werden solche Investitionen durch hohe Steuervergünstigungen attraktiv gemacht.

Eine Richtlinie, die 2018 vom Europaparlament verabschiedet wurde, gibt außerdem vor, dass Nichtwohngebäude, die über mehr als 10 Parkplätze verfügen, mindestens eine Ladestation haben müssen.

Wer auf größerer Tour ist und auf öffentliche Ladestationen angewiesen ist, kann sich das Leben erleichtern, indem er/sie einen Blick auf die ChargeMap wirft, und entsprechend Stopps einplant. Auf dieser Karte sind öffentliche sowie halböffentliche Ladestationen markiert. Per Standortsuche kann man in seiner Umgebung nach Ladesäulen suchen, und auch selbst Ladepunkte hinzufügen, falls diese in der ChargeMap noch nicht vermerkt sind.

Städte und Gemeinden sind darum bemüht, das Angebot von Ladestationen kontinuierlich zu erweitern. An öffentlichen Ladestationen sind die Tarife fürs Aufladen oft sehr attraktiv, manchmal sogar komplett kostenlos. Worauf man beim Laden achten sollte, sind die Ladestecker, die vor Ort vorhanden sind, sodass diese mit der Ladeelektronik im Auto kompatibel sind.

Öffentliche Ladesäule mit 2 Autos
Verkabelte Elektroautos gehören immer öfters zum Stadtbild. Foto: Joeomias via pixabay.com

Bei zwei von drei solchen öffentlichen Ladesäulen handelt es sich um Schnellladestationen, die eine Leistung zwischen 14kW und 22kW haben. Ein Ladevorgang dauert somit ungefähr zwei Stunden.

Immer häufiger trifft man auch auf Systeme, die eine Leistung zwischen 24kW und 130kW bieten, was den Ladevorgang noch weiter beschleunigt. Solche Systeme sind vor allem an Autobahnraststätten oder -tankstellen, bzw. an Fernstraßen weit verbreitet. In etwas mehr als einer Stunde kann man hier die Batterie auf 80% ihrer Gesamtkapazität aufladen, was für viele Menschen schon ausreichend ist, um ihre Fahrt bedenkenlos fortzusetzen.

Immer mehr Hotels und Restaurants bieten ihren Gästen mittlerweile Parkplätze mit Ladestationen an, sodass man das Laden mit einem Aufenthalt dort verbinden kann.

Bei Einkaufszentren gibt es mittlerweile auch oft Möglichkeiten, sein Auto kostenlos aufzuladen während des Einkaufs. Im Markt erhält man dazu eine Marke oder einen Code, mit denen sich die Ladesäule aktivieren lässt. Einige Parkplatzbetreiber bieten spezielle Parkplätze an, die mit Ladestationen ausgestattet sind, wo man zu einem günstigen Tarif aufladen kann. Zum Beispiel kann man an manchen Flughäfen im Voraus einen solchen Parkplatz reservieren und dann kostenneutral aufladen.

Zu Hause aufladen

Wenn man nach getaner Arbeit nach Hause kommt und weiß, dass man nirgendwo mehr hin muss, dann ist der beste Zeitpunkt, das Auto wieder mit Strom vollzutanken.

Über Nacht ist daher die komfortabelste Möglichkeit, sein Auto zu laden. Hängt das Auto über Nacht bis zum nächsten Einsatz an der Ladestation, hat das zudem den Vorteil, dass im Winter der Innenraum schon vor der Fahrt aufgeheizt, und im Sommer entsprechend heruntergekühlt werden kann, solange das Fahrzeug noch Strom aus der Dose bezieht und somit die Batterie nicht angezapft wird.

Für das Aufladen des Autos kann man im Prinzip eine herkömmliche Steckdose benutzen, doch diese sind in ihrer Leistungsabgabe beschränkt, sodass ein Ladevorgang bis zu zehn Stunden in Anspruch nehmen kann.

Abhilfe schafft hier eine sogenannte Wallbox. Dabei handelt es sich um eine Ladestation für zuhause, die über einen separaten Stromkreis an das Starkstromnetz angeschlossen ist. Dadurch sind höhere Ladeleistungen möglich, sodass sich der Ladevorgang extrem verkürzen lässt.

Der Vorteil einer solchen Wallbox ist nicht nur die kürzere Ladezeit, sondern auch ein besseres Energiemanagement, das sich positiv auf die Stromrechnung auswirkt, sowie eine erhöhte Sicherheit durch den Anschluss an einen separaten Stromkreis.

ADAC testet Wallboxen

Eine Wallbox lässt sich leicht an die Garagen- oder Carportwand anbringen und lädt das Elektroauto schneller auf.

Auch wer in einer Eigentumswohnung wohnt, hat ein Recht auf einen Ladeanschluss. Das wurde bereits 2018 in einer Richtlinie vom Europaparlament verabschiedet. Bei der Eigentümerversammlung muss dies mit allen Eigentümern abgestimmt werden, sodass eine Ladestation im Haus nachgerüstet werden kann.

Seit dem 24. November 2020 unterstützt die Bundesregierung das Nachrüsten von privaten Ladestationen mit einem Zuschuss von 900 Euro pro Ladepunkt, um die Elektromobilität zu fördern.

Häufige Fragen & Antworten

Welche Wallbox Förderungen gibt es?

Die KfW bietet einen Zuschuss für den Kauf und Anschluss von Ladestationen. Es gibt bis zu 900 Euro pro Ladepunkt. Geeignet für privat genutzte Stellplätze, für Mieter und Vermieter. Zusätzlich sollte man sich bei seinem Stromanbieter informieren ob diese nicht auch eine Förderung oder ein Startpaket anbietet.

Welche Leistung sollte eine Wallbox haben?

Eine übliche Steckdose aus dem Haushalt bietet nur 2,3 kW. Mit einer Wallbox sind bis zu 22 kW möglich. Dadurch lädt sich das Auto viel schneller wieder auf.

Wo kann man eine Wallbox kaufen & installieren lassen?

Eine Wallbox kann man direkt bei einem der bekannten Hersteller kaufen oder sich an seinen Stromlieferanten und fragen, was dieser empfiehlt.

Was kostet eine Wallbox?

Für eine Wallbox sollte man zwischen 500 und 2000 € rechnen. Dazu kommen noch die Kosten für die Installation und Wartung. Wenn man Kosten fürs Tanken gegenrechnet, kann sich das nach kurzer Zeit schon lohnen.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 2. Januar 2021