Motorradfahren in Gruppen

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An der Spitze einer Gruppe fährt ein Motorradfahrer, der die Strecke kennt. Selbstredend, dass er erfahren ist, seine Maschine souverän beherrscht und in kritischen Situationen rasch und überlegt reagieren kann. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Gruppe im Blick zu behalten und die Möglichkeiten und Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmer richtig einzuschätzen. Hinter dem Vordermann wechseln sich etwas schwächere Fahrer mit geübten Bikern ab. Ein Sicherheitsgewinn ist es, wenn dem Ende der Fahrgruppe die besten Fahrer und die stärksten Maschinen angehören – auch wenn dies schwer fällt. Die Reihenfolge, wer an welcher Stelle fährt wird vor der Ausfahrt festgelegt und sollte nur in Absprache geändert werden. Gegenseitiges Überholen ist nicht angebracht.

„Bei Motorradausfahrten gilt prinzipiell der gleiche Grundsatz wie bei jeder anderen Form der Teilnahme am Straßenverkehr: Nehmen Sie aufeinander Rücksicht und legen Sie ein defensives, berechenbares Verhalten an den Tag“, erläutert Prof. Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und Bundesminister a.D. Deshalb orientiert sich die Geschwindigkeit der Gruppe an den schwächeren Fahrern, damit diese nicht in Stress geraten. Zudem ist jeder Fahrer für seinen Hintermann verantwortlich. Wenn dieser aus dem Sichtfeld gerät, drosselt der Fahrer die Geschwindigkeit.

Mit frühzeitigem Blinken machen die vorderen Fahrer auf Richtungswechsel aufmerksam. Hilfreich ist es, vor dem Start Sonderzeichen zu vereinbaren, die beispielsweise für einen leeren Tank oder technische Probleme stehen. Auf Schlaglöcher oder Hindernisse auf der Fahrbahn weisen Biker am besten mit dem Fuß hin – denn in solchen Situationen sind beide Hände am Lenker unabdingbar. Wenn Strecke und Verkehrsgeschehen es zulassen, ist beim Gruppenfahren versetztes Fahren am geeignetsten. Dadurch vergrößert sich der Sicherheitsabstand, da der unmittelbar Vorausfahrende nicht in der eigenen Fahrlinie fährt.

Müssen andere Fahrzeuge überholt werden, geschieht dies am sichersten einzeln und nacheinander. Nach dem Überholen sollten Motorradfahrer möglichst weit an den rechten Fahrbahnrand fahren und das Gas nicht wegnehmen, damit auch die anderen Biker einscheren können. Bei viel Verkehr oder einer großen Gruppe ist es sinnvoll, gerade auf Landstraßen, eine Ausweichstrecke zu fahren.

Auf besonders reizvollen Streckenabschnitten kann es sinnvoll sein, dass sich die Gruppe auflöst und jeder frei fährt. Dann fallen die Verantwortlichkeiten weg und auch die festgelegte Reihenfolge. Das freie Fahren muss jedoch vor der Ausfahrt besprochen werden – ebenso wie der nächste Treffpunkt. (dpp-AutoReporter)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 6. April 2015

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