Navigationssysteme gegen Farbsehschwäche

Ist das jetzt meine Route oder eine andere Straße? Für Menschen mit Rot-Grün- Sehschwäche, statistisch betrachtet für jeden zwölften Mann, ist die Orientierung nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch auf dem Display eines Navigationsgeräts eine besondere Herausforderung. Als erster Hersteller hat NAVIGON die Darstellung des Kartenmaterials deshalb so optimiert, dass auch Nutzer mit Rot-Grün- Farbsehschwäche ihre Route sofort und klar erkennen können.

Navigationsystem
Die Farbe Rot warnt: Hier ist Achtung geboten – oder Gefahr im Verzug! Welche Bedeutung das Erkennen roter Signale hat, zeigt sich vor allem im Straßenverkehr. Menschen mit Rot-Grün-Farbsehschwäche, der häufigsten Form der so genannten „Farbenblindheit“, tun sich hier schwer, denn für sie sind die Farben Rot, Grün und Gelb nur schwer oder gar nicht zu unterscheiden. Beim Erkennen und Unterscheiden der angezeigten Elemente auf dem Display eines Navigationsgeräts sind Farben ebenfalls ein entscheidender Faktor. Deshalb hat NAVIGON als erstes und bislang einziges Unternehmen auf dem Navigationsmarkt die Auswirkungen der Farbsehschwäche auf die Ablesbarkeit des Displays untersucht und daraus Konsequenzen gezogen.

Eine unternehmensinterne Befragung ergab, dass Menschen mit Rot-Grün-Sehschwäche Bundesstraßen auf dem Display nur schwer von der angezeigten Route unterscheiden konnten, da deren Farben für Farbfehlsichtige sehr ähnlich erschienen. „Wir haben die Farbgebung der angezeigten Elemente auf unserem Kartenmaterial deshalb so verändert, dass auch Nutzer mit Rot-Grün-Farbsehschwäche die Route auf den ersten Blick viel besser erkennen können“, sagt Jochen Katzer, Manager R&D PreDevelopment und Projektverantwortlicher für dieses Thema bei NAVIGON.

Durch die modifizierten Farben für die Tag- und Nachtansicht hebt sich die Route nun auch für Menschen mit Rot-Grün-Farbsehschwäche deutlich von anderen Kartenelementen ab.

Für Prof. Dr. med. Hermann Krastel, bis 2008 Oberarzt der Universitäts-Augenklinik Heidelberg, ein großer Fortschritt: „Bei der Auswahl der Bildschirmfarben kommt es darauf an, dass es sich nicht um die Verwechslungsfarben der Farbfehlsichtigen handelt. Durch ein entsprechendes Verhältnis von Farben und Helligkeiten zueinander kann man Verwechslungen durch Menschen mit Farbsehschwäche vermeiden oder zumindest unwahrscheinlich machen – das ist ein großer Gewinn für die Verkehrssicherheit. Gerade bei einem Navigationsgerät kommt es schließlich darauf an, Informationen zügig aufnehmen zu können, damit man den Blick nur so kurz wie möglich von der Straße abwendet.“

Die Welt mit anderen Augen sehen

Durch die veränderte Farbpalette erleichtert NAVIGON vielen Menschen das Leben im Straßenverkehr. Denn die Zahl der Menschen, die ihre Umgebung und somit auch den Verkehr im wahrsten Sinne des Wortes mit anderen Augen betrachten, ist groß: „Rund acht Prozent der Männer und etwa 0,4 Prozent der Frauen sind von einer angeborenen Rot- Grün-Farbsehschwäche betroffen – das sind allein in Deutschland etwa 3,2 Millionen Menschen“, sagt Hermann Krastel. Betroffene mit so genannten „Deutanstörungen“ (etwa drei Viertel der Rot-Grün-Farbsehschwachen) erkennen nur am Leuchten, aber nicht an der Farbe des Lichtsignals, ob eine Ampel grün oder rot anzeigt. Bei so genannten „Protanstörungen“, die bei einem Viertel der Rot-Grün-Farbenblinden vorliegen, kommt ein weiteres Problem hinzu: Neben der erschwerten oder unmöglichen Unterscheidung der Farben Grün, Rot und Gelb kämpfen sie auch noch damit, dass Rot für sie weniger hell leuchtet. Das bedeutet: Sie können, vor allem bei Nebel, Brems- und Rücklichter vor ihnen fahrender Autos und sonstige rote Signale, zum Beispiel an Bahnübergängen, schlechter beziehungsweise aus der Distanz gar nicht erkennen. Dadurch fahren die Betroffenen zu dicht auf und bremsen gegebenenfalls zu spät. „Beide Formen der Rot-Grün- Farbsehschwäche, vor allem aber die Protanstörungen erhöhen die Risiken im Straßenverkehr“, sagt Hermann Krastel, denn die davon Betroffenen sehen rote Objekte in mattem Beige bis Braun statt in der Signalfarbe Rot. Damit die Nutzer mit Farbsehschwäche unterwegs keine Überraschungen erleben, kann die NAVIGON Farbauswahl nicht verändert werden. Auswirkungen auf die Ablesbarkeit für „Normalsichtige“ hat sie nicht, da die Qualität der grafischen Darstellung inklusive der kräftigen Kontraste erhalten bleibt.

Zum Einsatz kommt die neue Farbpalette in den Karten aller neuen NAVIGON Geräte, die zur CeBIT vorgestellt worden sind1. Wer NAVIGON FreshMaps nutzt, sein Kartenmaterial also über das Update-Portal NAVIGON Fresh regelmäßig aktualisiert, profitiert ab dem zweiten Quartal 2009 von der besseren Erkennbarkeit der unterschiedlichen Kartenelemente. Das gilt auch für Nutzer der NAVIGON MobileNavigator 7 Software für PDAs, die mit dem Betriebssystem Windows Mobile laufen. Interesse an Bildmaterial oder weiteren Informationen? Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 20. Dezember 2013

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*