Volkswagen Bilanz 2014: Topform auf dem Weg zur Weltspitze

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Volkswagen liegt voll in seinem Plan, bis 2018 die Weltspitze der Autohersteller zu erobern. Bei der Bilanz-Presskonferenz konnte Konzernlenker Prof. Dr. Martin Winterkorn verkünden, die magische Grenze von 10 Millionen Fahrzeugauslieferungen schon vier Jahre früher als angepeilt durchbrochen zu haben. Für Deutschlands größten Industrie-Konzern war 2014 ein rundum erfolgreiches Jahr. Mit seinen zwölf Tochterunternehmen lieferte er 10,14 Millionen Fahrzeuge aus. Dies ist ein Zuwachs von mehr als 400.000 Autos gegenüber dem ebenfalls starken Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2014 hat der VW-Konzern damit ein Vorsteuerergebnis von insgesamt 14,8 Milliarden Euro erwirtschaftet; die Umsatzrendite erhöhte sich von 6,3 auf 7,3 Prozent. Der Umsatz wuchs um 2,8 Prozent auf 202,5 Milliarden Euro und auch der operative Gewinn kletterte um eine Milliarde auf ein neues Rekordniveau von 12,7 Milliarden Euro. Inklusive dem anteiligen operativen Ergebnis der chinesischen Joint Ventures steigt es auf fast 18 Milliarden Euro.

Dabei konnte der Volkswagen-Konzern weltweit sein stabiles Wachstum fortführen – allein in Lateinamerika und Osteuropa schwächelten die Märkte massiv; China bleibt der wichtigste Markt in Sachen Wachstum. Angesichts der Erfolgszahlen formulierte Winterkorn: „In einer Welt der Unsicherheit, in einer Branche voller Auf-und-Abs steht unser Unternehmen damit für etwas Besonderes: Für Substanz und Verlässlichkeit. Das Jahr 2014 war dabei mehr als eine Momentaufnahme. Es reiht sich nahtlos ein in eine große, nachhaltige Erfolgsgeschichte.“ Und er kündigt weitere strategische Investitionen an: In den nächsten fünf Jahren konzernweit mehr als 85 Milliarden Euro in Werke, Produkte und Technologien. Hinzu kommen 22 Milliarden Euro durch unsere Joint Ventures in China, wo man die Führungsrolle durch Erhöhung der Produktionskapazität bis 2019 auf fünf Millionen Einheiten pro Jahr festigen will. „Mit diesem 107-Milliarden-Programm verbinden wir eine klare Botschaft: Der Volkswagen Konzern bietet exzellente Perspektiven. Für unsere Kunden, für unsere Anteilseigner und für die nächsten Generationen bei Volkswagen.“

Winterkorn stellte in seiner Rede die Markenzeichen des Volkswagen-Konzerns heraus: High-Tech, Innovationen, technologischer Fortschritt sollen für weiteres Wachstum sorgen. Dabei unterstrich er zunächst die wichtige Rolle der Elektromobilität. Auch wenn die Nachfrage langsam in Gang komme, werde sie sich wegen der weltweiten CO2-Vorgaben langfristig durchsetzen. Der Volkswagen-Konzern biete heute schon die breiteste Elektro-Flotte der Automobilwelt von reinen E-Autos über technologische Speerspitzen wie dem XL1 und Porsche 918 Spyder bis zu Plug-In-Hybride, der Technik mit den mittelfristig besten Erfolgschancen. In Zukunft werde man diese Technologie deshalb in nahezu allen großen Baureihen anbieten. Bei den reinen E-Fahrzeugen arbeite VW an Reichweiten von mehr als 500 Kilometern.

Laut Prof. Winterkorn ist das zweite große Zukunftsfeld der Einfluss der digitalen Welt auf das Automobil. Schon heute habe VW die größte vernetzte Fahrzeugflotte der Welt auf der Straße – bis 2020 wolle der Konzern jedes neue Fahrzeug mit Internetzugang anbieten. Auch das pilotierte Fahren sei keine Modeerscheinung, man arbeite seit 15 Jahren daran und wolle mit Audi und Volkswagen auch zu den ersten gehören, die diese Technologie erfolgreich vermarkten.

So hat der neue Passat bereits einen Stauassistenten an Bord, der im „Stop & Go“-Verkehr automatisch beschleunigt, bremst und die Spur hält. Den nächsten großen Schritt soll der kommenden Audi A8 vollziehen, der bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h automatisiert fahren kann – später sind per Update sogar bis zu 140 km/h möglich. Bald könnten Autos dann auch selbstständig ihren Platz im vernetzten Parkhaus suchen, nachdem der Fahrer ausgestiegen ist.

Den Nutzen von IT-Diensten soll das geplante Projekt „Intelligente Mobilität“ umsetzen. Dabei würden 500 Fahrzeuge in der Region Wolfsburg mit Datenboxen ausgerüstet, die sich mit den Steuerungssystemen der Stadt verbinden. Darüber hinaus werden Telematikdaten von Scania-Trucks genutzt, die in der Region unterwegs sind. Aus den gewonnenen Schwarmdaten erstelle man für den Fahrer dann individuelle Routen oder führe ihn direkt zum nächsten freien Parkplatz. Der Fahrer spart Zeit und Nerven, das Verkehrsaufkommen in der Stadt sinkt, Verbrauch und Emissionen gehen zurück. Intelligente IT-Lösungen eröffneten zusätzliche Ertragschancen.
 
Winterkorn setzt für 2015 weiter auf qualitatives Wachstum bei den Auslieferungen und eine operative Rendite bei Pkw von sechs bis sieben Prozent. Man habe drei profitable Geschäftsfelder: Pkw, Nutzfahrzeuge/Power Engineering und Finanzdienstleistungen. Zwölf gut aufgestellte Marken, die Innovationskraft von mehr als 46.000 Entwicklern und 10.000 IT-Fachleuten. Und der VW-Konzern verfüge über die nötige Liquidität und eine Strategie, die sich auch in rauen Zeiten bewährt habe. Beste Voraussetzungen also, um 2015 mit 50 neuen Modellen, verbesserter Baukasten-Strategie (bereits 2,7 Millionen Fahrzeuge werden in 18 Fabriken auf dem Modularen Querbaukasten produziert) und einer Nutzfahrzeug-Allianz aus MAN, Scania und Volkswagen Nutzfahrzeugen eine schlagkräftige Allianz zu formen. Prof. Winterkorn setzt auch hier das Ziel, langfristig der beste und profitabelste Truck-Anbieter der Welt zu werden. (dpp-AutoReporter/wpr)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 17. März 2015

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