Was du tun musst wenn dein Auto abgeschleppt wurde

Was für Kosten kommen auf Dich zu? Das ist wohl die erste Frage, die man sich stellt, wenn man erkennt, dass das Auto abgeschleppt und nicht geklaut wurde. Hierbei lässt sich sagen: Es kommt darauf an.

Erstens kommt es darauf an, ob Du öffentlich falsch geparkt hast und die Polizei Dich hat abschleppen lassen. Ist das der Fall, dann sind es je nach Region ca. 100 Euro fürs Abtransportieren. Hinzu kommt eine Verwaltungsgebühr und auch eine Gebühr für Parkplatz bei Aufbewahrungsstelle. Den Verwahrplatz bezahlt man meist pro Tag und die Gebühren liegen, je nach Region, zwischen 75 Euro und 250 Euro. Doch das ist noch nicht genug, auch den Strafzettel von 10 bis 35 Euro musst Du bezahlen.

Auto wird auf einen Pritschenwagen gezogen.
Ist das Auto erstmal auf einen Abschleppwagen gezogen worden, heisst es schnell zu reagieren und die Kosten niedrig zu halten.

Wurdest Du von einem privaten Parkplatz abtransportiert, wird es deutlich teurer. Kommt Dir die verlangte Gebühr zu hoch vor, so kann es sich lohnen einen Anwalt einzuschalten.

Tipp: Hast Du das Gefühl, dass die Rechnung zu hoch ist, so kannst Du den Betrag auch einstweilen beim Amtsgericht hinterlegen, statt ihn an den Abschleppunternehmer zu zahlen. Dieser muss Dir dann mitteilen, wo Dein Wagen steht, auch wenn die Rechtsmäßigkeit der Rechnung noch geklärt wird.

Video zum Abschleppen. Muss man immer zahlen?

Wer darf mein Auto abschleppen lassen?

Berechtigt dazu sind entweder die Polizei und das Ordnungsamt oder aber auch Besitzer von Privatgrundstücken, wenn Du unrechtmäßig auf ihrem Grundstück oder vor ihrer Einfahrt geparkt hast. Achtung: Bußgelder nicht direkt an Privatpersonen auszahlen.

Wann kann mein KFZ abtransportiert werden?

Abtransportiert wird Dein Wagen, wenn Du

  • Deinen Wagen ins Parkverbot stellst
  • Unrechtmäßig auf einem Parkplatz stehst, welcher für Menschen mit Behinderung gedacht ist
  • Vor einer Einfahrt oder einem Hydranten stehst

Grundsätzlich lässt sich sagen: Dein Auto wird entfernt, wenn Du so parkst, dass andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder behindert werden.

Kann man sich vor dem Abschleppen mit einem Zettel schützen?

In diesem Video erklärt der ADAC ob der Zettel gegen das abschleppen hilft.

Werde ich bei einer Baustelle abgeschleppt?

Wenn man vor einer Baustelle parkt, kann man abgeschleppt werden. Zum Beispiel wenn diese gerade eingerichtet worden ist. Die Schilder müssen aber 72 Stunden vor Beginn des Halteverbots aufgestellt worden sein.

Verkehrsschilder müssen so aufgestellt sein, dass sie der Autofahrer beim Parken und beim Aussteigen sofort gut erkennen kann. Er ist nicht ohne weiteren Anlass verpflichtet, den Bereich rund um sein geparktes Fahrzeug nach Schildern abzusuchen. Wer etwa gegen ein Strafzettel Einspruch erhebt, dem muss die Polizei beweisen, dass die Schilder sichtbar aufgestellt worden waren.

Wo darf man überall parken?

Grundsätzlich darf nach StVO nur am rechten Fahrbahnrand geparkt werden. Nur in Einbahnstraßen und bei am rechten Fahrbahnrand verlaufenden Straßenbahnschienen ist auch Links-Parken erlaubt. Auto- und Motorradfahrer die auf Geh- und Radwegen parken, riskieren nur dann kein Bußgeld, wenn dies ausdrücklich durch Schilder oder Markierungen erlaubt wird.

Halten in zweiter Reihe ist generell unzulässig und nur Taxen erlaubt, die Fahrgäste ein- oder aussteigen lassen. Hier droht ein Bußgeld von 20 Euro. Wer auf Behindertenparkplätzen unberechtigt parkt, wird mit einem Verwarnungsgeld von 35 Euro belegt; das Fahrzeug kann kostenpflichtig abgeschleppt werden. Steht das Fahrzeug in einer Feuerwehrzufahrt, sind ebenfalls 35 Euro fällig. Auch hier droht kostenpflichtiges Abschleppen.Zehn Euro kostet es, wenn jemand sein Fahrzeug vor einer Grundstückseinfahrt parkt. Parken im absoluten Halteverbot kostet von 15 Euro an aufwärts je nach Behinderung und Parkdauer.

Parkscheibe oder Parkschein sind oft vorgeschrieben. Die manuelle Parkscheibe ist immer zur vollen oder zur halben Stunden einzustellen. Ist das Parken nur mit einer Parkscheibe erlaubt, muss sie dem Zeichen 318 der StVO entsprechen und gut von außen lesbar sein. Ansonsten droht dem Autofahrer je nach Parkdauer ein Verwarnungsgeld von zehn bis 30 Euro. An defekten Parkscheinautomaten oder Parkuhren darf nur bis zur angegebenen Höchstparkdauer geparkt werden. Außerdem ist in diesem Fall eine Parkscheibe zu verwenden.

Polizistin beim ausstellen eines Strafzettels
Wenn die Standzeiten auf einem Parkplatz nicht einhält, bekommt man schnelle einen Strafzettel. Foto: ADAC

Wer trotz zahlreicher ‚Knöllchen‘ ständig falsch parkt, riskiert seine Fahrerlaubnis. Der Fahrende kann zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU, umgangssprachlich: Idiotentest) geschickt werden und – wenn er diese nicht besteht – den Führerschein verlieren. 

Wie finde ich mein Auto wieder?

Hat die Polizei Dein Auto abtransportiert, so kannst Du Glück haben und Dein Wagen wurde nur auf den nächsten Parkplatz gebracht. Am besten suchst du nach einer Polizeistelle in deiner Nähe.

Wurde deinetwegen ein Abschleppdienst gerufen, so kann es sein, dass Du den nächsten Verwahrparkplatz ausfindig machen musst, oder aber Dein Auto steht auf dem Grundstück des Abschleppunternehmens. Melde Dich also bei der Polizei oder dem zuständigen Parkbetreiber.

Wie bekommen ich meinen Wagen wieder?

In der Regel musst Du ein Bußgeld fürs Falschparken zahlen, dann darfst Du Dein Auto wieder abholen. Wichtig: Hebe immer den Beleg auf.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 25. Juni 2022