Zu breites Auto in der Baustelle

Die Begrenzung der linken Fahrspur in vielen Baustellen auf zwei Meter fällt für die Mehrheit der Autos zu schmal aus. Rund 67 Prozent der Neuwagenmodelle sind breiter als zwei Meter, wie der ADAC jetzt bei einer Messung von 280 aktuellen Fahrzeugen ermittelt hat. Daher ist eine solche Verengung der Fahrspur in Baustellen nicht mehr zeitgemäß. Der ADAC plädiert für Breitere Fahrstreifen, die eine tatsächliche Fahrzeugbreite bis 2,10 Meter zulassen.

Selbst viele Kleinwagen überschreiten diese Marke. Beispielsweise auch vermeintlich schmale Pkws wie der Renault Clio oder der Peugeot 308 sind zu breit für die auf zwei Meter begrenzte Fahrspur.

Grafik der Breite von Baustellen auf Autobahnen.
Fahrspuren in Baustellen lassen oft nur Fahrzeuge mit einer Maximalen Breite von 2 Metern zu. Rund 70% alle neu zugelassenen Autos sind aber ink. Außenspiegel breiter als 2 Meter.

Häufig dürfen auf den linken Spuren nur Fahrzeuge mit einer Breite von maximal zwei Metern inklusive der Außenspiegel fahren.

Um zu wissen wie breit sein Fahrzeug ist, reicht der Blick in die Fahrzeugpapiere nicht aus. Dort wird lediglich der Wert ohne Außenspiegel angegeben. Autofahrer sollten sich über die tatsächliche Breite ihres Fahrzeugs informieren und gegebenenfalls nachmessen.

Um ein Bußgeld & Einschränkungen des Kasko-Schutzes zu vermeiden, sollte man selbst nachmessen. Auf den, in den Fahrzeugpapieren eingetragenen, Wert kann dabei nicht zurückgegriffen werden, denn er gibt nur die Breite ohne Außenspiegel an. Die tatsächliche Breite eines Fahrzeuges schließt die Spiegel aber mit ein. Daher sind Fahrzeuge oft weniger zierlich als gedacht. Fahrzeuge wie der Audi A3, Citroen C3, Fiat Bravo, Ford Focus, Mercedes A-Klasse, Opel Astra, Seat Alhambra, Toyota Auris, Volvo S40 und der VW Golf VI ragen zum Beispiel über die Zwei-Meter-Begrenzung heraus.

Autos die Breiter als 2 Meter sind

ADAC Tabelle mit Fahrzeugbreiten.
Viele Autos sind zu breit für gängige Baustellen. Der ADAC fand 120 gängige Autos mit einer Fahrzeugbreite von über 2 Metern

Der ADAC fordert, dass dort, wo es möglich ist, die Nutzung für Pkw mit einer Breite bis 2,20 Meter auf der linken Spur in Baustellen zuzulassen. Derzeit gibt es mehr als 400 Baustellen auf Deutschlands Autobahnen. Die derzeitige Regelung mit der Beschränkung des linken Fahrstreifens durch Verkehrszeichen 264 auf zwei Meter Breite ist nicht mehr zeitgemäß. Zumindest aber sollte die erlaubte Fahrzeugbreite auf 2,10 Meter durch geeignete Maßnahmen heraufgesetzt werden, damit rund 80 Prozent der Pkw die linke Spur auch nutzen können. Dies ist wichtig für den Verkehrsfluss und die Stauvermeidung, denn bei dem heute durchschnittlichen Lkw-Aufkommen auf Autobahnen hat nur mehr rund ein Viertel aller Pkw Platz auf der rechten Spur.

Breite Fahrzeuge sind eine häufige Unfallursache auf Baustellen

Die zweithäufigste Unfallursache in Baustellen ist die Kollision nebeneinander fahrender Fahrzeuge. Um diese Unfallgefahr zu minimieren, rät der ADAC, in Baustellen versetzt zu fahren und unnötige Überholmanöver zu vermeiden. Auch hier gilt: Das versetzte Fahren ist nur dann sinnvoll, wenn der linke Fahrstreifen von einer ausreichenden Zahl von Fahrzeugen benutzt werden darf.

Wie man unfälle vermeidet

In engen Fahrstreifen benutzt man, wenn man unsicher ist, besser den rechten Fahrstreifen. Auch das versetzte Fahren bringt mehr Sicherheit, funktioniert in der Regel aber nur, wenn der Verkehr auf beiden Spuren etwa gleich schnell fließt.

Insbesondere die Fahrbahnverschwenkungen zu Beginn und am Ende von Baustellen sind Unfallschwerpunkte.

Bei der Überleitung von Fahrstreifen auf die Gegenfahrbahn erhöhen häufig Bodenwellen die Schleudergefahr, erst recht bei Nässe und höherem Tempo. Deshalb sollte in diese Bereiche nicht zu schnell eingefahren, nicht überholt und der erhöhte Platzbedarf von Lastzügen und Bussen einkalkuliert werden.

Staus vor Baustellen lassen sich dadurch vermeiden, dass die Zahl der Fahrstreifen auch in der Baustelle beibehalten wird. Fällt eine Spur weg, muss man sich im Reißverschlussverfahren einfädeln. Dabei gilt: So weit wie möglich bis zum Hindernis fahren und erst dann einfädeln. Das Nichtbeachten des Reißverschlussverfahrens kann mit 20 Euro Bußgeld geahndet werden. Außerdem gilt es, in Baustellen besonders aufmerksam zu fahren und ausreichend Abstand zum Vordermann zu halten. 


Beitrag zuletzt aktualisiert am 17. November 2019