Verband fordert Steuervorteil für Autogas

Der vom Umweltbundesamtes (UBA) veröffentlichte Bericht zur Luft- qualität in Deutschland weist aus, dass 2016 an 57 Prozent aller verkehrsnah gelegenen Messstatio- nen der europaweite Grenzwert für Stickstoffdioxid überschritten wurde.

Er verwies auf eine aktuelle Untersuchung der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Dabei war bei einem Vergleichstest auf der Straße die Stickoxid-Belastung mit Autogas bis zu 51mal niedriger aus- gefallen als mit Diesel.

„Eine konsequente Luftqualitätspolitik sollte den Steuervorteil für Autogas er- halten und so die Marktposition dieses Alternativkraftstoffes weiter stärken“, so Scharr.

„Vor dem Hintergrund dieser Nachricht wäre es schlicht nicht nachvollziehbar, wenn das Bundeskabinett bei dem nun anstehenden Beschluss zum Energiesteuergesetz den Steuervorteil für Autogas ab 2019 kappt“
Rainer Scharr, Vorsitzender des Deutschen Verbandes Flüssiggas e. V. (DVFG)

Autogas Zapfhahn
Über 7.000 Gas-Tankstellen gibt es in Deutschland. Foto: DVFG Autogas tanken © picturemaker01 – Fotolia

Der Energieträger Flüssiggas (LPG) besteht aus Propan, Butan und deren Gemischen und wird bereits unter geringem Druck flüssig. Der Energieträger verbrennt CO2-reduziert und schadstoffarm. Flüssiggas wird als Kraftstoff (Autogas), für Heiz- und Kühlzwecke, in Industrie und Landwirtschaft sowie im Freizeitbereich eingesetzt.

Anlässlich der aktuell bekannt gewordenen Pläne, den Steuervorteil für Autogas ab 2019 zu streichen, hat der Deutsche Verband Flüssiggas e.V. (DVFG) einen Appell an die Bundesregierung gerichtet: Die Fortsetzung der steuerlichen Begünstigung von Autogas über 2018 hinaus sei im Koalitionsvertrag verankert. Davon abzurücken sei angesichts des positiven umwelt- und klimapolitischen Beitrags des Alternativkraftstoffes nicht nachvollziehbar.

Verbraucher wie Energieversorger hätten bis heute über 1,5 Milliarden Euro in Fahrzeuge und Infrastruktur investiert. Der umwelt- und klimapolitische Beitrag, den der Alternativkraftstoff leiste, sei eindrucksvoll belegt: Autogas-Pkw seien beim Stickoxid-Ausstoß Diesel-Fahrzeugen und bei den Feinstaubemissionen Benzinern gegenüber drastisch überlegen. Zudem leiste Autogas im Vergleich zu konventionellen Kraftstoffen einen substanziellen Beitrag zur Vermeidung von CO2.

Grafik: Autogas Tankstellen in Deutschland
Grafik der Autogas-Tankstellen in Deutschland und den Nachbarländern. Foto: © Deutscher Verband Flüssiggas

Scharr appellierte an die Bundesregierung, den im Koalitionsvertrag verabredeten Kurs zu halten und den Steuervorteil für Autogas über 2018 hinaus zu verlängern. Mit 7.000 Tankstellen in Deutschland stehe für Autogas-Fahrzeuge eine Infrastruktur zur Verfügung, wie sie kein anderer alternativer Kraftstoff vorweisen könne. Die Entscheidung zugunsten einer Verlängerung des Steuervorteils für Autogas sei auch ein starkes Signal dafür, diese Infrastruktur zu schützen.


Post zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2017

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