Skoda fährt auf historischen Erfolgsspuren

Die AvD-Histo-Monte (5. – 8.2.2015) zählt für Motorsport-Enthusiasten und Fans historischer Fahrzeuge zu den Highlights im Kalender. In diesem Jahr steht Skoda Deutschland der traditionsreichen Veranstaltung erneut als offizieller Partner zur Seite. Insgesamt gehen für die Marke mit dem geflügelten Pfeil im Logo sechs Oldtimer-Teams an den Start der rund 1800 Kilometer langen Gleichmäßigkeitsfahrt von Mainz nach Monte Carlo – vier davon sind teils prominent besetzt. Unter anderem sind der siebenfache Deutsche Rallye-Meister Matthias Kahle in einem Skoda 130 RS von 1976 und TV-Moderatorin Lina van de Mars im zwei Jahre jüngeren Skoda 110 R morgen am Start. Sie ist die einzige Fahrerin im männerdominierten Teilnehmerfeld.
Darüber hinaus komplettieren ein Skoda Octavia 1200 TS, ein 120 L, ein Favorit 135 im Monte-Carlo-Look der früheren Werkswagen und ein weiterer 130 RS die rollende Klassiker-Phalanx aus Mladá Boleslav.

Der von Lina van de Mars pilotierte 110 R zählte in seiner Zeit zu den Traumautos östlich der Elbe. Als er 1970 auf den Markt kam, war er das einzige Großserien-Sportcoupé im Ostblock. Merkmale wie Heckantrieb, Sportsitze, Sportlenkrad und drei Zusatzinstrumente auf dem Armaturenbrett sowie die rahmenlosen Fenster ließen ihn schnell zum Objekt der Begierde aufsteigen. Als Rallye-Fahrzeug war der 110 R bei Privatfahrern äußerst gefragt. Zudem bildete seine Karosserie die Grundlage für den ab Mitte der 70er-Jahre im internationalen Motorsport sehr erfolgreichen Skoda 130 RS.

Den Octavia 1200 TS von 1961 fährt Andreas Leue, Teamleiter Motorsport und Tradition bei Skoda Deutschland. Das Modell kam 1960 zunächst als preisgünstige und geräumige Familienlimousine auf den Markt. Dank seiner neuen Vorderachse mit Einzelradaufhängung und zuverlässiger Technik entwickelte er sich zu einem beliebten Wettbewerbsfahrzeug. In der besonders hart umkämpften Klasse der Tourenwagen bis 1,3 Liter Hubraum erzielte der Octavia mehrere Klassensiege. Gleich bei seinem ersten Einsatz bei der Rallye Monte Carlo im Jahr 1960 erreichten zwei auf 55 PS getunte TS die Plätze zwei und drei in ihrer Kategorie. In den Folgejahren war dieses „Tourensport“-Modell in seiner Klasse kaum zu schlagen. 1961 eroberten die Finnen Esko Keinänen und Rainer Eklund mit einem serienmäßigen Octavia TS auf den eisigen und verschneiten Asphaltpisten der „Monte“ sogar Gesamtrang sechs. Im Jahr 1962 starteten 352 Teams zur Rallye Monte Carlo, darunter allein 15 Skoda Octavia TS.

Im Skoda 120 L mit der Startnummer 20 übernimmt Jens Herkommer das Steuer. Das Fahrzeug stammt aus dem Jahr 1985. Der Kfz-Meister aus dem Erzgebirge ist Deutschlands Skoda-Oldtimer-Spezialist Nummer 1. Die Mittelklasse-Limousine debütierte 1976. Im Vergleich zum Skoda 105 verfügte sie dank größerem Hubraum über mehr Leistung, was den 120 L auch für den Motorsport-Einsatz prädestinierte. Die Modellbezeichnung leitet sich vom 1,2 Liter großen Motor ab.

Den Favorit 135 des Jahrgangs 1992 im Rallye-Look der früheren Werkswagen schickt die Traditonsabteilung am tschechischen Stammsitz ins Rennen. Der Kompaktwagen mit Frontmotor und Vorderradantrieb ging 1989 erstmals auf die Rallye-Pisten. Ab 1993 rollte der Favorit sogar bei WM-Läufen an den Start. Die tschechische Traditionsmarke feierte mit ihm einen der größten Erfolge ihrer Motorsportgeschichte: Das Werksteam gewann 1994 den Herstellertitel im FIA-Cup für Zwei-Liter-Fahrzeuge in der Rallye-Weltmeisterschaft.

Last but not least wird auch Herbert Gartenschläger mit seinem Skoda 130 RS auf den Spuren der legendären Rallye Monte Carlo wandeln. Als Beifahrer gewann er 1984 und 1986 jeweils den Rallye-Meistertitel in der DDR. Im Rahmen der diesjährigen AvD-Histo-Monte hält er gemeinsam mit seinem Copiloten Alexander de Becker die Fahnen der Skoda Oldtimer IG hoch.

2015 feiert der „Porsche des Ostens“, mit dem sowohl Matthias Kahle als auch Herbert Gartenschläger die AvD-Histo-Monte bestreiten, seinen 40. Geburtstag. Er zählt zu den erfolgreichsten Rennfahrzeugen aus Mladá Boleslav. Der Hecktriebler wurde zwischen 1975 und 1982 als pures Sportgerät gebaut. Er knüpfte an die Rallye-Prototypen 180 RS und 200 RS von 1974 an und begründete die große Tradition der RS-Serienmodelle von Skoda. Die geringen Stückzahlen und die für einen osteuropäischen Hersteller exotischen Materialien trugen ebenso zum legendären Ruf des Modellsbei wie zahlreiche Siege auf Renn- und Rallye-Pisten. Sein Motorsport-Debüt gab der 130 RS auf der Rundstrecke, ab 1976 zählte er zu den erfolgreichsten Fahrzeugen der 1,3-Liter-Klasse im internationalen Rallye-Sport.

Zwischen 1976 und 1980 gewann der 130 RS fünfmal in Folge die Rallye Bohemia. Als größter Einzelerfolg dieses Modells gilt der Doppelsieg in der Gruppe 2 bis 1,3 Liter Hubraum bei der Rallye Monte Carlo 1977. Bei dieser Veranstaltung überraschten Vacláv Blahna und Copilot Lubislav Hlávka mit einem zwölften Platz im Gesamtklassement. Bei der materialmordenden Rallye Akropolis bewies der Skoda 130 RS in den Jahren 1978, 1979 und 1981 neben beachtlichem Tempo auch seine außerordentliche Haltbarkeit. Ein weiteres Ausrufezeichen setzte die Marke. als sie mit dem 130 RS den Markentitel der Tourenwagen-Europameisterschaft 1981 gewann.

Die AvD-Histo-Monte wird in diesem Jahr unter der Leitung von Peter Göbel ausgetragen, dem langjährigen Beifahrer von Skoda-Pilot Matthias Kahle. Die Gleichmäßigkeits-Rallye für Oldtimer startet offiziell am kommenden Donnerstag, 5. Februar, auf den Malakoff-Terrassen in Mainz. Bereits morgen schlägt der historische Rallye-Tross seine Zelte in direkter Nähe zum prunkvollen Mainzer Dom auf – die ideale Gelegenheit für Fans, die Fahrzeuge bis Baujahr 1995 aus der Nähe zu sehen. 69 Teams machen sich auf die rund 1800 Kilometer lange Reise nach Monte Carlo. Damit weist die Gleichmäßigkeits-Rallye das größte Teilnehmerfeld seit zehn Jahren auf. Insgesamt sind 20 Marken mit Fahrzeugen aus fünf Jahrzehnten vertreten.

Unterwegs müssen die Teilnehmer mehrere Wertungsprüfungen absolvieren. Dabei gilt es, eine bestimmte Strecke möglichst exakt in der vorgegebenen Zeit zu bewältigen. Da es sich bei der AvD-Histo-Monte um eine Gleichmäßigkeits-Rallye handelt, steht nicht die Geschwindigkeit, sondern vielmehr taktisches Geschick im Fokus. Die Sieger werden am Sonntag, 8. Februar, in Nizza gekürt. (ampnet/jri)

Bilder zum Artikel

Skoda 110 R (1978).

Foto:
Auto-Medienportal.Net/Skoda

Skoda 110 R (1978).

Skoda Octavia 1200 TS (1961).

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Auto-Medienportal.Net/Skoda

Skoda Octavia 1200 TS (1961).

Skoda 120 L (1985).

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Auto-Medienportal.Net/Skoda

Skoda 120 L (1985).

Skoda 130 RS (1976).

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Auto-Medienportal.Net/Skoda

Skoda 130 RS (1976).


Beitrag zuletzt aktualisiert am 5. April 2015

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