Wert des eigenen Autos ermitteln

Autobewertungen und ihre Tücken. Wie viele Autos rollen über den Asphalt deutscher Straßen? Wer sich mit dieser Frage etwas intensiver auseinandersetzt, stößt unweigerlich auf das Kraftfahrtbundesamt – kurz KBA. Hier werden ausführliche Statistiken zum Bestand und den Neuzulassungen geführt. Das Ergebnis: In Deutschland waren zum 01. Januar 2016 mehr als 61 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen. Über 45 Millionen Fahrzeuge waren Pkw – vom Kleinwagen bis zu SUV und der Familienkutsche. Und es gab mehr als 3,21 Millionen Neuzulassungen im Jahr 2015. Wirklich interessant ist aber noch ganz anderer Aspekt der KBA Statistik.

Hier geht es um Gebrauchtwagen – bzw. deren Verkauf. Und genaue Angaben hierzu findet man bei den Besitzumschreibungen in den Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Letztere haben 2015 die Zahl von 7,33 Millionen erreicht. Damit ist der Gebrauchtwagenmarkt mehr als doppelt so groß als das Marktsegment bei den Neuwagen. Inzwischen haben Halter verschiedene Möglichkeiten, wie man den Gebrauchten wieder an den Mann bringt. Klar – das Autohaus um die Ecke ist der einfachste und unkomplizierteste Weg. Beim Privatverkauf lässt sich aber oft ein besserer Preis aushandeln. Der wichtigste Schritt muss darin bestehen, den eigentlichen Wert zu ermitteln. Und auch hier gibt es inzwischen ganz unterschiedliche Optionen.

Blauer BMW aus den USA
Was ist der eigene Wagen wert? Eine Frage, die sich viele Autobesitzer vor dem Verkauf fragen – zur Wertermittlung gibt es heute verschiedene Quellen.

Der Markt bestimmt den deines Fahrzeugs

Wer es sich als Besitzer eines Gebrauchtwagens leicht machen will, lässt einfach den „Markt entscheiden“. Heute haben sich im Netz verschiedene Portale rund um den Verkauf von Autos etabliert. Hier lässt sich über die einstellbaren Filter relativ schnell das eigene Modell finden. Und entsprechenden der Details zu:

  • Ausstattung
  • Laufleistung
  • Motorisierung
  • Erstzulassung

kann sich jeder Besitzer eines Gebrauchtwagens ein ungefähres Bild vom Wert des Fahrzeugs machen.

Der Zustand eines Fahrzeugs ist definitiv ein wichtiger Faktor bei der Wertermittlung - genau dies macht die Autobewertung aber auch sehr individuell und schwieriger.
Der Zustand eines Fahrzeugs ist definitiv ein wichtiger Faktor bei der Wertermittlung – genau dies macht die Autobewertung aber auch sehr individuell und schwieriger.
Aber: Dieser Marktcheck muss nicht unbedingt zuverlässig sein. Beim Verkauf zählen auch Faktoren, die sich nicht ohne weiteres über den Blick in die Portale bewerten lassen. Beispiel: Man hat jahrelang im Auto geraucht. Letzteres hat Spuren – auch auf den Polstern – hinterlassen. Aufgrund dessen wird man mit Abstrichen rechnen müssen.

Auf der anderen Seite ist ein Garagenwagen, den man jede Woche gepflegt und gewartet hat, sicher überdurchschnittlich gut in Schuss. Nur zwei Beispiele, welche zeigen, wie ungenau eine laienhafte Einschätzung des Fahrzeugwerts sein kann.

Objektive Bewertungsmethoden für Gebrauchtwagen

Mit Verkaufsportalen für Autos lässt sich eine ungefähre Wertermittlung vornehmen. Geht das Ganze aber nicht auch ein Stück weit genauer? In den letzten Jahren sind zwei Bewertungsmethoden auch unter Laien bekannter geworden. Wer den Wert des eigenen Autos ermitteln will kann einfach online nach folgenden Seiten suchen:

  • DAT
  • Schwacke

Die DAT Liste ist eine Marktanalyse, welche bei der Kalkulation von Ankaufspreisen für Fahrzeuge hilft. Herausgeber ist die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT). 1931 entstanden, ist die G Gebrauchtfahrzeugwertermittlung nur eine wichtige Leistung der DAT. Unterstützung erhalten Verbraucher auch bei der Werkstattsuche und der Ermittlung von Reparaturkosten.

Die Schwacke-Liste – allgemein kurz als Schwacke bezeichnet – zielt in eine ähnliche Richtung wie die DAT Liste. Geistiger Vater war Hanns W. Schwacke. In die Ermittlung des Gebrauchtwagenwerts fließen unter anderem folgende Faktoren mit ein:

  • Fahrzeugtyp
  • Baujahr
  • Laufleistung
  • Ausstattung

ein. Heute wird die Liste durch die EurotaxSchwacke GmbH herausgegeben. Wie die DAT-Liste ist auch Schwacke inzwischen als Onlineangebot verfügbar.

Der Gutachter – die Luxuslösung

Wer es als Besitzer eines Gebrauchtwagen genau wissen – und zudem vielleicht noch versteckte Mängel aufdecken – will, kann einen noch ganz anderen Weg gehen. Heute bieten verschiedene Organisationen – allen voran die DEKRA – die gutachterliche Untersuchung an. Hier wird der Zustand des Fahrzeugs geprüft und eine Bewertung vorgenommen.

Aber: Als Halter sollte man einige Aspekte an diesem Punkt im Auge behalten. Auf der einen Seite kostet dieser Service Geld. Was genau in den Gutachter zu investieren ist, lässt sich ohne Sachkenntnis der Rahmenbedingungen nicht festlegen. Man sollte aber durchaus bereit sein, einen höheren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Betrag zu investieren. Ob sich dieser Aufwand lohnt, ist die Kehrseite der Medaille. Auf der anderen Seite kann es durchaus sein, dass hierbei Mängel offensichtlich werden, welche man beheben muss. Oder die sich am Ende negativ auf den Wert auswirken.

Das Gutachten hat natürlich auch Vorzüge. Auf der einen Seite weiß man nun sehr genau Bescheid. Auf der anderen Seite kann potenziellen Käufern so klar die Mängelfreiheit bescheinigt werden – was sich als Verkaufsargument verwenden lässt. Es gibt auch günstigere Lösungen für objektive Autobewertungen. Wer sich für solche Lösungen interessiert, findet auf theintelligence.de eine kostenlose Autobewertung.

Ab zum Händler – Fragen kostet nichts

Dieser Punkt löst bei einigen Haltern sicher Unbehagen aus. Aber: Man kann so durchaus zu einer Einschätzung bezüglich des Fahrzeugwerts kommen. Das Vorgehen ist relativ simpel. Man tritt einfach ans nächste Autohaus heran und gibt vor, den Gebrauchten loswerden zu wollen. Der Händler wird das Fahrzeug prüfen – und anschließend einen Ankaufspreis nennen.

Auf diesem kann man aufbauen – etwa als Mindestverkaufspreis. Den Gebrauchtwagen lässt der Käufer aber nicht beim Händler, sondern nimmt ihn einfach wieder mit. Klar muss an diesem Punkt aber sein, dass der Händlerpreis eine sehr konservative Einschätzung unter betriebswirtschaftlichen Erwägungen darstellt. Ein höherer Preis am Gebrauchtwagenmarkt ist daher sehr wahrscheinlich.

Tipp: Unter Umständen – wenn jemand beispielsweise den Neuwagen beim Händler erwirbt – ist dieser bereit, den Verkauf zu begleiten. Fragen kostet in jedem Fall nichts.

Fazit: Diese Wege führen zum Gebrauchtwagenwert

In Deutschland werden pro Jahr mehr als sieben Millionen Besitzumschreibungen – also Gebrauchtwagenverkäufe – abgewickelt. Wer sich hierbei nicht allein auf ein Autohaus oder einen Händler verlässt, muss sich zu einem Punkt Klarheit verschaffen: Dem Wert des Fahrzeugs. Halter können an dieser Stelle inzwischen verschiedene Register ziehen. Der Gutachter ist sicher zuverlässig – kostet aber Geld. Wesentlich unsicherer ist die Bewertung über eine Marktrecherche, da individuelle Faktoren hier keine Rolle spielen. Wie viel das Auto wert ist – und welchen Verkaufspreis man am Ende erzielt, sind zwei Paar Schuhe. An diesem Punkt kommt es letztlich auch auf das Verhandlungsgeschick des Halters an.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 5. August 2016

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*