Laut einer Studie aus dem Jahr 2022 betragen die durchschnittlichen Haltungskosten für Automobile in Deutschland 1.130 Euro. In den Haltungskosten sind die Ausgaben für Treibstoff, Wertminderung, Steuern, Versicherung, Wartung und Zinsen enthalten. Es wurde eine jährliche Laufleistung von 30.000 Kilometern berücksichtigt.
Jeder der Kostenpositionen bietet Ansatzpunkte, die eigenen Ausgaben zu senken. Wer bereits bei der Auswahl des Fahrzeugs auf die zu erwartenden Unterhaltungskosten achtet, der ist im Vorteil.
Tipp 1: Die Typenklasse
Die Typklasse entscheidet über die Einstufung in der KFZ-Versicherung. Je niedriger die Typklasse des gewählten Fahrzeugs ist, desto niedriger sind die Versicherungsbeiträge. Die Versicherungsgesellschaften berechnen die Beiträge in der KFZ-Haftpflichtversicherung anhand von Statistiken hinsichtlich Unfallwahrscheinlichkeit und der gezahlten Unfallkosten an den Unfallgegner.
Wählen Sie ein Fahrzeugmodell aus, für welches umfangreiche diesbezügliche Erfahrungswerte bestehen und bei welchem in der Vergangenheit wenige Unfälle aufgetreten sind, dann ist dieses Fahrzeug im Allgemeinen in eine günstige Typklasse eingeteilt. Für die Einstufung in der Kasko-Versicherung ist insbesondere der Fahrzeugwert von Belang. Hochpreisige Automobile sind einer hohen Typklasse eigeteilt. Die Versicherungsbeiträge in der Kasko-Versicherung sind dementsprechend hoch. Zu beachten ist, dass die Typklassen regelmäßig neu zugewiesen werden. Von 2023 auf 2024 wurden unter anderem die Typklassen des Nissan Leaf und des Mercedes Benz GLC 250 Coupe 4Matic in der Haftpflicht angehoben. Der BMW 523I Touring und der Toyota C-HR Hybrid 2.0 sind günstiger in der Unterhaltung geworden.
Tipp 2: Ein günstiger Automobilkredit
Wird das Automobil mittels eines Kredites finanziert, dann entscheiden die Kreditkonditionen über die regelmäßigen monatlichen Kosten. Die Ratenhöhe und die Zinshöhe bestimmen die finanzielle Belastung. Wer bei der Auswahl des Kredites Angebote miteinander vergleicht, der spart bares Geld ein. Je kürzer die Kreditlaufzeit gewählt wird, desto höher sind die monatlichen Kosten. Eine lange Kreditlaufzeit ist mit niedrigen Raten verbunden. Weitere Einflussfaktoren auf die Ratenhöhe sind der Preis des Fahrzeugs, der Zinssatz und die Zusatzkosten. Beim Vergleich ist es wichtig, auf die genauen Konditionen zu achten und unterschiedliche Anbieter miteinander zu vergleichen. Online ist ein solcher Vergleich leicht durchzuführen.
Tipp 3: Das eigene Fahrverhalten anpassen
Das Fahrverhalten hat Einfluss auf den Verbrauch und die Abnutzung des Automobils. Vorausschauendes Fahren spart Treibstoff ein, da keine abrupten Brems- und Beschleunigungsmanöver erforderlich sind. Insbesondere im Stadtverkehr ist es wichtig, den wahrscheinlichen Verkehrsfluss genau zu beobachten. Ab einer Standzeit von mindestens 20 Sekunden lohnt es sich aus Gründen der Treibstoffeinsparung, den Motor auszuschalten. Wer beispielsweise länger an einer roten Ampel wartet oder vor einem geschlossenen Bahnübergang steht, der sollte den Motor ausschalten, um Treibstoff einzusparen. Der Drehzahlenbereich entscheidet ebenfalls über den Benzinverbrauch. Welcher Drehzahlenbereich ideal ist, hängt vom Fahrzeugmodell ab. Als Richtwert können 1.500 bis 2.500 Umdrehungen angenommen werden.
Tipp 4: Versicherungsangebote miteinander vergleichen
Im Internet lassen sich Angebote von Versicherungsgesellschaften einfach miteinander vergleichen. Es kann aber auch von Vorteil sein, beim „Versicherungsvertreter seines Vertrauens“ persönlich nachzufragen, ob Rabatte möglich sind. Insbesondere bei mehreren versicherten Fahrzeugen in der Familie sind viele Anbieter bereit, günstige Konditionen einzuräumen. Wer sich im Internet vorab über Alternativen informiert, der geht gut vorbereitet zum Gespräch und besitzt eine vorteilhafte Verhandlungsbasis. Autobesitzer sollten auf die genauen Konditionen in den Versicherungsverträgen achten. Die jährliche Zahlungsweise ist günstiger als die vierteljährliche oder die halbjährliche Zahlungsweise. Mehrere Prozentpunkte Differenz sind möglich, was zu Einsparpotenzial führt. Eine Vollkasko-Versicherung ist vor allem für neuere Fahrzeuge von Belang. Ob eine solche Versicherung für ein 20 Jahre altes Modell notwendig ist, muss individuell überprüft werden und wird in den meisten Fällen verneint werden können. Ein Autoschutzbrief ist eine empfehlenswerte Entscheidung, da unter anderem Abschleppkosten bei einer Panne abgedeckt sind. Wer bereits Mitglied in einem Automobilclub ist, der sollte einen Leistungsvergleich vornehmen und überprüfen, ob er den Versicherungsbrief der Versicherungsgesellschaft benötigt.
Tipp 5: Car-Sharing
Sharing ist ein moderner Trend, der dabei hilft, die Umwelt zu schonen und Kosten einzusparen. Beim Car-Sharing nutzen mehrere Personen ein Fahrzeug. Verschiedene Konzepte bestehen, für kostenbewusste Autobesitzer interessant sind. Auf entsprechenden Portalen im Internet finden Sie Fahrgemeinschaften, die entweder regelmäßig gemeinsame Fahrten organisieren oder die sich für eine einmalige Fahrt treffen. Wer den gleichen Weg zur Arbeit hat oder wer für eine Dienstreise eine längere Strecke zurücklegen muss, der findet in Internet Gleichgesinnte für eine Fahrgemeinschaft. Die Kosten werden entweder geteilt oder die Mitfahrer leisten einen Beitrag zu den Fahrtkosten. Achte darauf, eine geprüfte Webseite auszuwählen, die auf die Sicherheit ihrer Mitglieder Wert legt. Informiere Dich aus Erfahrungsberichten und Bewertungen über Deine Mitfahrer. Car-Sharing kann auch im privaten Bereich organisiert werden, beispielsweise durch die gemeinsame Nutzung eines Automobils in der Familie oder durch Fahrgemeinschaften in der Nachbarschaft.
Tipp 6: Freie Werkstatt versus Vertragswerkstatt
Die Stundenlöhne in freien Werkstätten sind oftmals niedriger als die Stundenlöhne in Vertragswerkstätten. Hierbei handelt es sich um eine pauschalisierte Aussage, die im Einzelfall durch Preisanfragen bei den Werkstätten überprüft werden muss. Ebenfalls berücksichtigt werden muss, ob die freie Werkstatt entsprechendes Fachwissen hinsichtlich der betreffenden Fahrzeugmarke besitzt. In jedem Fall lohnt sich ein Vergleich der verschiedenen zur Verfügung stehenden Werkstätten. Automobilbesitzer sollten auch das Vertrauen beachten, welches sie in die ausgewählte Werkstatt haben. Gut zu wissen ist, dass keine Verpflichtung besteht, das Fahrzeug in der Vertragswerkstatt der Marke reparieren oder warten zu lassen. Wichtig ist, auf die fachgerechte Ausführung der Arbeiten zu achten und zwecks Garantie und Werterhalt alle Arbeiten dokumentieren zu lassen.
Tipp 7: Steuern sparen
Die Höhe der KFZ-Steuer hängt vom Fahrzeugmodell ab. Bevor die Entscheidung für ein bestimmtes Modell getroffen wird, sollte im Internet recherchiert werden, welche KFZ-Kosten für das Auto entstehen. Für die Höhe der KFZ-Steuer ist insbesondere der CO2-Ausstoß des Automobils entscheidend. Wer in ein umweltschonendes Fahrzeug investiert, der wird durch niedrige Beiträge in der KFZ-Steuer belohnt.
Tipp 8: Die Wahl der richtigen Reifen
Abgenutzte Reifen sind nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sie erhöhen auch den Kraftstoffverbrauch. Ebenfalls wichtig ist, für die Jahreszeit passende Reifen zu fahren. All-Wetter-Reifen sind für alle Jahreszeiten geeignet und ersparen den saisonalen Wechsel der Reifen, gelten jedoch nicht als kraftstoffsparend. Des Weiteren bestehen zwischen Reifenmodellen Unterschiede hinsichtlich des Kraftstoffverbrauchs. In Testberichten – unter anderem von Stiftung Warentest – werden die Einteilungen bezüglich des Kraftstoffverbrauchs veröffentlicht. Eine günstige Einstufung hilft beim Sparen der Kraftstoffkosten.
Fazit: Sowohl vor dem Kauf eines Automobils als auch während der Nutzung des Fahrzeugs bestehen umfangreiche Möglichkeiten, die Haltungskosten zu senken. Aspekte wie die Anpassung des Fahrverhaltens und das Car-Sharing sind für die Geldbörse und die Umwelt von Vorteil.
