Leasing vs. Finanzierung – Vor- und Nachteile im Überblick

Leasing und Finanzierung sind zwei gängige Möglichkeiten, um sich ein Fahrzeug anzuschaffen, ohne es sofort vollständig bezahlen zu müssen. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile, die es zu berücksichtigen gilt. In diesem Artikel werden wir einen Überblick über besagte Vor- und Nachteile von Leasing und Finanzierung geben, um dir bei der Entscheidung zu helfen, welche Option für dich am besten geeignet ist.

Kosten und Flexibilität

Beim Leasing zahlst du monatliche Raten für die Nutzung des Fahrzeugs, ohne es am Ende der Laufzeit zu besitzen. Dies kann zu niedrigeren Gesamtkosten führen, da du gerade über kurze Laufzeiten nicht den vollen Wert des Fahrzeugs finanzieren musst. Allerdings gibt es in der Regel Beschränkungen hinsichtlich der Kilometerleistung und des Zustands des Fahrzeugs am Ende des Leasingzeitraums.

Finanzierung hingegen ermöglicht es dir, das Fahrzeug am Ende des Zahlungsplans zu besitzen. Du zahlst dazu den vollen Kaufpreis des Fahrzeugs in Raten, was zu höheren monatlichen Kosten führen kann. Diese Option bietet jedoch auch mehr Flexibilität, da du das Fahrzeug behalten kannst, solange du möchtest, und es nach deinen Wünschen anpassen kannst.

Audi A4 Multitronic Rot Foto
Leasing und Finanzierung sind zwei übliche Möglichkeiten für die Fahrzeuganschaffung – jeweils mit Vor- und Nachteilen. Foto: Audi AG

Wertverlust und Rückgabe

Beim Leasing übernimmst du in der Regel nicht den Wertverlust des Fahrzeugs, da du es am Ende der Laufzeit zurückgibst. Dies bedeutet, dass du dir keine Sorgen machen musst, wie viel das Fahrzeug an Wert verlieren wird. Allerdings bist du auch nicht in der Lage, den Wertzuwachs des Fahrzeugs zu nutzen, falls es an Wert gewinnt.

Bei der Finanzierung hingegen trägst du das volle Risiko des Wertverlusts und Wertzuwachses des Fahrzeugs. Wenn der Wert des Fahrzeugs also sinkt, kannst du am Ende des Zahlungsplans weniger erhalten, wenn du es verkaufst. Wenn der Wert des Fahrzeugs steigt, kannst du hingegen davon profitieren, indem du es zu einem höheren Preis verkaufst. Ein solcher Wertzuwachs tritt in der Regel bei Oldtimern oder bestimmten begehrten Modellen auf, deren Wert im Laufe der Zeit steigt. Dies kann aufgrund von Seltenheit, historischer Bedeutung, besonderem Zustand oder beliebter Marken und Modelle geschehen. Fahrzeuge, die regelmäßig gepflegt, gewartet und restauriert werden, können im Wert steigen und so zu einer lohnenswerten Investition werden.

Demgegenüber steht der Wertverlust, der bei den meisten Fahrzeugen der Normalfall ist. Neuwagen verlieren in den ersten Jahren nach dem Kauf in der Regel einen großen Teil ihres Wertes. Dies geschieht aufgrund von Abnutzung, technischem Fortschritt, sinkender Nachfrage, demografischen Trends und anderen Faktoren. Der Wertverlust bei einem Fahrzeug kann je nach Marke, Modell, Zustand und Kilometerstand unterschiedlich hoch ausfallen und sollte schon bei der Entscheidung für ein neues Fahrzeug bedacht werden.

Besitz und Verantwortung

Beim Leasing bist du nicht der Eigentümer des Fahrzeugs, was bedeutet, dass du bestimmte Einschränkungen hinsichtlich der Nutzung und Anpassung des Fahrzeugs hast. Du bist auch für eventuelle Schäden verantwortlich, die über die normale Abnutzung hinausgehen. Doch was bedeutet dies konkret für dich? Beim Leasen eines Fahrzeugs bist du in der Regel für Schäden verantwortlich, die während der Vertragslaufzeit durch dich oder Dritte verursacht werden. Dazu zählen unter anderem Schäden durch Unfälle, Parkschäden, Vandalismus oder Diebstahl. Es ist daher wichtig, dass du das Fahrzeug sorgsam pflegst und versicherst, um im Schadensfall nicht finanziell haftbar zu werden.

Wenn es um Verschleiß oder normale Abnutzung geht, bist du in der Regel nicht für diese Schäden verantwortlich. Das bedeutet, dass du nicht für normale Gebrauchsspuren oder die Abnutzung der Reifen haften musst. Es ist jedoch wichtig, diese Punkte vor Vertragsbeginn mit dem Leasinggeber zu klären. Wir empfehlen, vor Vertragsabschluss die genauen Bedingungen des Leasingvertrags zu prüfen, um zu wissen, welche Schäden du abdecken musst und welche nicht. Zusätzlich solltest du darauf achten, dass du alle Schäden und Mängel am Fahrzeug vor Vertragsbeginn dokumentierst, um Missverständnisse am Vertragsende zu vermeiden. So kannst du sicherstellen, dass du nur für die Schäden haftbar gemacht wirst, die auch tatsächlich während der Vertragslaufzeit durch dein Verschulden entstanden sind.

Smart Hashtag One PKW Heckansicht
Haftung bei Fahrzeug-Leasing: Wichtige Details sind im Leasingvertrag zu klären. Foto: smart Europe GmbH

Bei der Finanzierung hingegen bist du der Eigentümer des Fahrzeugs und kannst es nach Belieben nutzen und anpassen. Wenn die Garantie für deinen Neuwagen abgelaufen ist, können die Kosten für Reparaturen und Wartung jedoch erheblich steigen, da du nun selbst für alle anfallenden Instandhaltungskosten verantwortlich bist. Es ist daher wichtig, sich dessen bewusst zu sein und entsprechend vorzusorgen. Reparaturkosten für einen Neuwagen können je nach Marke, Modell und Alter des Fahrzeugs variieren. Bei älteren Autos steigen die Reparaturkosten tendenziell an, da Bauteile und Technik anfälliger für Verschleiß und Defekte werden. Es können Kosten für den Austausch von Verschleißteilen wie Bremsen, Reifen, Stoßdämpfer oder Austausch von Teilen wie der Klimaanlage oder der Elektronik auf dich zukommen und auch die Kosten für regelmäßige Wartung und Inspektionen können nach Ablauf der Garantiezeit anfallen. Diese können je nach Werkstatt und Umfang der Wartungsarbeiten variieren. Es ist wichtig, regelmäßige Wartungsarbeiten nicht zu vernachlässigen, um größere Probleme und damit verbundene hohe Reparaturkosten zu vermeiden.

Hinweis: Um die Kosten im Blick zu behalten, empfiehlt es sich, regelmäßig Rücklagen für Reparaturen und Wartungskosten anzulegen. Zudem kann es sinnvoll sein, eine Gebrauchtwagengarantie oder eine passende Versicherung abzuschließen, um sich vor unerwarteten Ausgaben zu schützen.

Steuerliche Auswirkungen und Versicherung

Beim Leasing kannst du unter Umständen die monatlichen Leasingraten als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen, wenn du das Fahrzeug geschäftlich nutzt. Du musst jedoch die Versicherungskosten und eventuelle zusätzliche Gebühren im Auge behalten. Bei der Finanzierung kannst du in der Regel die Zinsen und Abschreibungen als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen, sofern du das Fahrzeug geschäftlich nutzt. Du bist jedoch auch für die gesamten Versicherungskosten verantwortlich, einschließlich Kfz-Steuer und Wartungskosten.

Und so gestaltet sich die steuerliche Geltendmachung im Detail: Leasingraten oder Abschreibungen für ein Fahrzeug können in vielen Fällen als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar sein, wenn das Fahrzeug geschäftlich genutzt wird. In diesem Fall können die Raten als Betriebskosten im Rahmen der Gewinnermittlung geltend gemacht werden. Um Raten steuerlich absetzen zu können, musst du sicherstellen, dass das Fahrzeug tatsächlich für betriebliche Zwecke genutzt wird. Dazu gehören unter anderem Fahrten zu Kunden und Geschäftsterminen, der Transport von Waren oder Mitarbeiterfahrten im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit. Es ist wichtig, dass du die betriebliche Nutzung des Fahrzeugs genau dokumentierst, um bei einer eventuellen Prüfung durch das Finanzamt nachweisen zu können, dass die Kosten wirklich für den Betrieb angefallen sind.

Die Höhe des absetzbaren Anteils der Leasingraten oder Abschreibungen hängt von der Art der Nutzung ab. Handelt es sich um ein Fahrzeug, das zu 100 Prozent betrieblich genutzt wird, können die Raten in voller Höhe als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Wenn das Fahrzeug sowohl betrieblich als auch privat genutzt wird, muss der prozentuale Anteil der betrieblichen Nutzung herausgerechnet und nur dieser Teil steuerlich abgesetzt werden. Zusätzlich zu den Raten können auch andere Kosten wie Versicherung, Steuern, Wartung und Reparaturen als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Lass dich bei einem Steuerberater oder einem Fachmann für Steuerfragen entsprechend beraten, um sicherzustellen, dass alle steuerlichen Möglichkeiten optimal genutzt werden und die Absetzbarkeit der Leasingraten bzw. Abschreibungen korrekt erfolgt.

Unser Tipp: Ballonfinanzierung ermöglicht niedrige monatliche Raten

Eine Ballonfinanzierung mit niedrigen monatlichen Raten ist eine Variante der Finanzierung, bei der du während der Laufzeit niedrigere Raten zahlst und am Ende eine größere Schlusszahlung leistest. Diese Option kann für Personen attraktiv sein, die ihre monatlichen Ausgaben gering halten möchten, aber bereit sind, eine höhere Restzahlung zu leisten. Bei einer Ballonfinanzierung zahlst du also während der Laufzeit des Vertrags meist niedrige monatliche Raten, die nur einen Teil des tatsächlichen Fahrzeugwerts abdecken. Am Ende der Vertragslaufzeit, die in der Regel zwischen zwei und fünf Jahren liegt, musst du dann den Restbetrag, also die Ballonzahlung, auf einen Schlag begleichen. Oftmals ist die Ballonzahlung deutlich höher als die monatlichen Raten während der Vertragslaufzeit.

Die Vorteile einer Ballonfinanzierung liegen darin, dass die monatlichen Raten niedrig sind und somit die finanzielle Belastung während der Vertragslaufzeit geringer ausfällt. Zudem hast du am Ende der Laufzeit die Möglichkeit, das Fahrzeug entweder durch Zahlung der Ballonzahlung zu übernehmen oder das Fahrzeug zurückzugeben und in ein neues Modell zu investieren. Es ist jedoch wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein, die mit einer Ballonfinanzierung verbunden sind. Wenn am Ende der Laufzeit die Ballonzahlung nicht geleistet werden kann, besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug zurückgegeben werden muss und man ohne Auto dasteht. Zudem können die Zinsen bei einer Ballonfinanzierung höher ausfallen als bei anderen Finanzierungsmethoden. Bevor du dich für eine Ballonfinanzierung entscheidest, solltest du daher sorgfältig abwägen, ob diese Finanzierungsart zu deiner persönlichen Situation und deinen finanziellen Möglichkeiten passt. Es kann hilfreich sein, sich von einem Finanzexperten oder einer Bank beraten zu lassen, um die Vor- und Nachteile einer Ballonfinanzierung abzuwägen und die richtige Entscheidung für dich zu treffen.

Die Vor- und Nachteile von Leasing und Finanzierung auf einen Blick

Insgesamt gibt es sowohl fürs Leasing als auch für Finanzierungen Vor- und Nachteile. Es ist wichtig, deine persönlichen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten zu berücksichtigen, um die richtige Entscheidung zu treffen. Bevor du dich für eine Option entscheidest, empfiehlt es sich, eine gründliche Recherche durchzuführen und alle verfügbaren Informationen zu beachten. Hier noch einmal alle Vor- und Nachteile von Leasing und Finanzierung auf einen Blick:

Vorteile Leasing

  • niedrigere monatliche Kosten
  • Wertverlust ist nicht relevant

Nachteile Leasing

  • Beschränkungen hinsichtlich der Nutzung und Anpassung des Fahrzeugs
  • niedrige Flexibilität
  • möglicher Wertzuwachs kann nicht genutzt werden
  • verantwortlich für eventuelle Schäden

Vorteile Finanzierung

  • Fahrzeug geht am Ende des Zahlungsplans in deinen Besitz über
  • hohe Flexibilität
  • möglicher Wertzuwachs kann genutzt werden
  • keine Beschränkungen hinsichtlich der Nutzung und Anpassung des Fahrzeugs

Nachteile Finanzierung

  • höhere monatliche Kosten
  • Übernahme des möglichen Wertverlustes
  • verantwortlich für alle anfallenden Instandhaltungskosten nach Ablauf der Garantie