Hochwasserschäden am Auto

Die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr haben gezeigt, das Wasser in allen Bereichen des Lebens hohe Schäden anrichten kann.

Mitte Juli wurden durch die Unwetter in diesen Gebieten etwa 40.000 Kraftfahrzeuge beschädigt oder komplett zerstört. Welche Auswirkungen haben diese Naturgewalten und wie können Fahrzeuge vor Wasserschäden geschützt werden.

In vielen Fällen besteht auch bei Naturkatastrophen ein Versicherungsschutz

In Deutschland zählt die Kfz-Haftpflichtversicherung zu den Pflichtversicherungen. Keine Zulassung eines Fahrzeugs ohne diese Versicherung. Sie deckt allerdings nur Fremdschäden ab. Zum Schutz vor Naturkatastrophen hilft Autobesitzern nur eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung.

Diese Versicherungen decken Schäden ab, die durch

  • Sturm und Hagel
  • Erdbeben und Erdrutsche
  • Lawinen und Erdsenkungen
  • Überschwemmungen und Hochwasser
Auto auf einem überfluteten Parkplatz
Wenn das Hochwasser sich schon angekündigt, sollte man das Auto außerhalb möglicher Überschwemmungsgebiete parken.

entstehen können. Obwohl in unseren Breitengraden eher selten, ist bei vielen Versicherungen auch ein Schaden oder eine Zerstörung durch einen Vulkanausbruch abgedeckt. Wer seinen Versicherungsschutz mit einer Selbstbeteiligung abgeschlossen hat, muss im Schadensfall nur die vereinbarte Summe bezahlen.

Unter Wasser stehende Fahrzeuge dürfen nicht angelassen werden

Ist Wasser durch eine Überschwemmung oder durch Hochwasser in das Fahrzeug eingedrungen, ist immer Vorsicht geboten. Durch die Batterie bei Verbrennungsmotoren oder bei batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen kann das Wasser zu Kurzschlüssen in der Elektronik führen. Schon ab einer Wasserhöhe von 25 bis 30 cm können auch andere Bauteile im Motor oder auch am Katalysator betroffen sein. Das Auto sollte auf keinen Fall angelassen werden. Es ist von Vorteil, das Fahrzeug ins Trockene zu schieben oder zu schleppen. Wer technisch versiert ist, sollte bei einem Wasserschaden zuerst die Batterie abklemmen. Ein Stromschlag ist übrigens fast immer ausgeschlossen. Noch besser ist es, die Pannenhilfe zu rufen, die das Fahrzeug in die nächste Werkstatt bringt. Wer einen Schutzbrief abgeschlossen hat, erhält diesen Service in der Regel kostenlos.

Entstandene Schäden am Kraftfahrzeug werden direkt fotografiert oder gefilmt

Versicherungsnehmer müssen den entstanden Schaden selbstverständlich umgehend ihrer Versicherungsgesellschaft melden. Umgehend bedeutet laut den Gerichten mit einer Verzögerung von bis zu zwei Tagen, nachdem der Schaden entstanden ist. Dokumentiert werden die Schäden am einfachsten durch das Fotografieren oder Filmen der Schäden mit einer Digitalkamera oder einem Smartphone. Dabei ist es wichtig, den Standort und die Umgebung des Fahrzeugs aufzunehmen. Auch das Fotografieren weiterer betroffener Fahrzeuge kann hilfreich sein. Zur Feststellung der Wasserhöhe muss das Auto von außen aufgenommen werden. Die Schäden im Innenraum werden ebenfalls mit mehreren Bildern dokumentiert.

Schäden können schon im Vorfeld vermieden werden

Am besten für Fahrzeugbesitzer und Versicherungsgesellschaften ist es, wenn an einem Fahrzeug gar kein Schaden entsteht. Schäden können in einigen Fällen durch richtiges Verhalten ausgeschlossen werden. Ist eine Straße oder eine Unterführung überschwemmt, sollte man auf keinen Fall durch das Wasser fahren. Es ist nicht abzuschätzen, wie hoch das Wasser tatsächlich steht. Wird vor Hochwasser oder Starkregen gewarnt, ist das Parken in der Nähe eines Flusses oder eines Bachs zu unterlassen. Die oft von Menschenhand begradigten Flussbetten treten schnell über die Ufer und richten immense Schäden an. Autofahrer sollten Ihre Fahrzeuge vor einem Unwetter auch keinesfalls unter großen Bäumen oder in einer Tiefgarage parken. Wasser fließt immer nach unten.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 7. September 2021