Kfz-Schäden: Welche Kfz-Versicherung brauche ich?

Kratzer durch Hagelkörner, Vandalismus und selbstverschuldete Schäden am Auto: Mit einer Kfz-Versicherung schützen sich Pkw-Halter vor hohen Kosten, die im Zuge einer Reparatur des Autos entstehen. 

Für Autofahrer gilt deswegen: Eine gute Kfz-Versicherung ist das A und O und schützt effektiv vor hohen Kosten im Schadensfall. Der Tarif sollte regelmäßig angepasst werden, um einen hohen Versicherungsschutz aufrechtzuerhalten.

Drei Kfz-Versicherungsarten stehen in Deutschland zur Auswahl. Den Grundschutz bietet die Kfz-Haftpflicht, zu deren Abschluss jeder Autofahrer in Deutschland verpflichtet ist. Darüber hinaus können Kfz-Halter eine Teilkasko-Versicherung oder eine Vollkasko-Versicherung abschließen. Doch welche Versicherung zahlt in welchem Szenario und welcher Versicherungsschutz lohnt sich?

Mann ruft bei der Autoversicherung nach einem Autounfall an.

Die häufigsten Kfz-Schäden in Deutschland

2023 gehörten laut Angaben des Gesamtverbandes der Versicherer, kurz GDV, Kfz-Schäden durch Unwetter und Naturkatastrophen, Wildunfälle und Marderbisse zu den Top 5 der häufigsten Schadensarten, die Teilkasko-Versicherungen gemeldet wurden. 

Im Vergleich zum Jahr 2022 stiegen die Meldungen von Schadensfällen im Jahr 2023 durch Hagel, Sturm, Blitz und Überschwemmung um 67 Prozent an. Die Kosten für Ersatzteile und Werkstattbesuche beliefen sich auf rund 1,6 Milliarden Euro. Dies macht eine Steigerung um 107 Prozent aus. Kfz-Schäden durch Marderbisse verzeichneten einen Anstieg um 23 Prozent und Schäden durch Wildunfälle um 14 Prozent. 

Wer in den genannten Fällen einzig auf die Kfz-Haftpflichtversicherung vertraute, musste die Kosten selbst tragen. Denn diese übernimmt viele Schäden – darunter auch die Top-5-Schäden durch einen Marderbiss, Umweltkatastrophen und Unwetter wie den Hagelschaden – nicht.

Einen umfangreicheren Versicherungsschutz bieten Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen. Doch welche Versicherung lohnt sich im Einzelfall? Um den Bedarf zu ermitteln, setzen Interessierte auf die regionale Risikobewertung. Mit dem Schaden-Risiko-Rechner der Allianz verschaffen sich diese mit wenigen Klicks einen Überblick über das aktuelle Gefahrenpotenzial in ihrer Wohngegend.

Das Tool zeigt anhand der Farben Grün und Rot an, welche Schäden in den vergangenen Jahren häufig in der Region gemeldet wurden. Eine rote Färbung bedeutet, dass der Versicherungsschutz angepasst werden sollte.

Dies gilt zum Beispiel, wenn Kfz-Halter ausschließlich auf eine Kfz-Haftpflichtversicherung setzen, in der Region jedoch häufig Marderbisse verzeichnet wurden. Dank des Tools können die Nutzer abwägen, ob sie sich auf Basis der Risikolage lieber zusätzlich absichern und zukünftig eine Teilkasko-Versicherung in Anspruch nehmen sollten.

Eine grüne Färbung zeigt an, dass gewisse Risikofaktoren in der jeweiligen Region gering ausfallen. Verwender des Tools können ihren Versicherungsschutz entsprechend anpassen und so mitunter bares Geld sparen.

Grafik mit Kfz-Schäden in Deutschland
Übersicht der Kfz-Schäden nach Schadensart. @ Allianz

Was ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung?

Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung handelt es sich um eine Pflichtversicherung, die jeder Autohalter in Deutschland abschießen muss. Andernfalls darf das Kfz-Fahrzeug nicht am Straßenverkehr teilnehmen. 

Die Haftpflichtversicherung übernimmt Kosten bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die der Versicherte mit seinem Fahrzeug bei Dritten auslöst. Sie haftet jedoch nicht für Schäden am eigenen Auto. 

Das bedeutet: Wer durch sein Fahrverhalten andere Verkehrsteilnehmer verletzt oder einen Sach- oder Vermögensschaden auslöst, profitiert bei einem Vorfall innerhalb Europas von der Kfz-Haftpflichtversicherung. Dies ist auch der Fall, wenn Versicherte beispielsweise ihre Garage mit dem eigenen Fahrzeug streifen oder das Fahrzeug Ölflecken auf Pflastersteinen hinterlässt.

Außerdem bietet die Kfz-Haftpflichtversicherung einen Versicherungsschutz, wenn Autofahrer im Ausland Schäden mit einem Mietwagen verursachen und der Versicherungsschutz vor Ort nicht ausreicht. 

Doch aufgepasst! In vielen Fällen bietet die Kfz-Haftpflichtversicherung keinen ausreichenden Schutz vor hohen Kosten im Falle eines Personen-, Sach- oder Vermögensschadens. So übernimmt diese weder Kosten für Schäden am eigenen Auto noch bei vorsätzlichen Handlungen wie Trunkenheit, die zu einem Unfall führten. Gleiches gilt, wenn die Schäden darauf zurückzuführen sind, dass das Auto nicht korrekt gewartet wurde oder die TÜV-Plakette abgelaufen ist. 

Obendrein liegen Versicherungsschäden wie Marderbisse und Hagelschäden außerhalb des Versicherungsschutzes. In Gebieten, in denen beispielsweise Bisse durch Marder häufig zu Kfz-Schäden führen oder regelmäßig Gewitter mit Hagelschauern zu erwarten sind, kann sich der alleinige Verlass auf eine Kfz-Haftpflichtversicherung als nachteilig erweisen.

Die Teilkasko: Wann übernimmt die Versicherung einen Schaden?

Wie unterscheidet sich die Kfz-Haftpflicht von Teilkasko und Vollkasko? Diese Frage stellen sich viele Kfz-Halter. Zunächst gilt: Die Teilkasko-Versicherung und die Vollkasko-Versicherung können Kraftfahrzeug-Eigentümer im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung auf freiwilliger Basis abschließen. Eine gesetzliche Verpflichtung besteht also nicht. 

Die Teilkasko-Versicherung der Allianz übernimmt Schäden am Auto, die der Fahrzeug-Eigentümer nicht selbst verantwortet. Sie ist vergleichbar mit der Hausratversicherung für die Wohnung oder das Eigenheim. 

Im Versicherungsschutz inbegriffen sind unter anderem Schäden durch Unwetter; darunter auch Hagelschäden, die in Deutschland insbesondere in der Gewittersaison zwischen Mai und August verursacht werden. Ferner greift die Versicherung beispielsweise, wenn Kriminelle das Auto aufbrechen und einen Diebstahl begehen.

In der Regel übernimmt die Teilkasko-Versicherung die Kosten in folgenden Schadensfällen: 

  • Wasserschäden, 
  • Sturmschäden, 
  • Hagelschäden, 
  • Brandschäden, 
  • Kurzschlüsse durch Marderbisse und Co, 
  • Wildunfälle, 
  • Diebstahl des Fahrzeuges.

Häufig lohnt es sich, den Basisschutz der Teilkasko-Versicherung aufzustocken. So kann es sich als sinnvoll erweisen, Schäden am Auto zu versichern, die durch grobe Fahrlässigkeit entstehen. Die Teilkasko-Versicherung zahlt so beispielsweise im Falle eines Unfalls, der sich aufgrund eines Telefonats mit Handy am Steuer ereignet. Des Weiteren ist es möglich, den Versicherungsschutz auf Wildunfälle mit Tieren auszuweiten, die im Basisschutz nicht enthalten sind.

Wer sich unsicher ist, ob ein Teilkasko-Schutz im Einzelfall Vorteile bereithält, kann Vergleichsportale im Internet nutzen. Hier bietet sich Interessierten ein Überblick über die Leistungen renommierter Versicherungen wie der Allianz. Auch das Allianz-Tool zur Berechnung des regionalen Schadenrisikos kann die Entscheidung erleichtern.

Teilkasko-Versicherungen werden in der Regel für Gebrauchtwagen empfohlen. Bei Neuwagen und Jahreswagen dagegen kann sich eine Vollkasko-Versicherung als ideal erweisen.

Wann lohnt sich eine Vollkasko-Versicherung für das Auto?

Die Vollkasko-Versicherung gilt als Upgrade der Teilkasko-Versicherung. Sie zahlt nicht nur für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die der Kfz-Eigentümer an Dritten auslöst. Vielmehr bietet die Versicherung auch dann Sicherheit, wenn der eigene Wagen selbstverursacht oder durch unbekannte Dritte Schaden nimmt. 

Sowohl bei der Teilkasko- als auch bei der Vollkasko-Versicherung gilt: Versicherte sollten Schäden umgehend melden. Die Allianz entsendet daraufhin unter anderem einen Kfz-Gutachter, der den Schaden am Pkw vor Ort bewertet. Bei einem Hagelschaden kommt zum Beispiel ein mobiler Hagelscanner zum Einsatz. So wird eine zügige Schadensregulierung gewährleistet. 

Grundsätzlich bietet die Vollkasko-Versicherung in den folgenden Szenarien einen Versicherungsschutz:

  • Schäden, die der Auto-Eigentümer selbst verursacht,
  • mutwillige Beschädigungen durch fremde Dritte.

Gegebenenfalls greift die Versicherung auch im Falle eines Wagendiebstahls. Der Neuwert wird dann erstattet. Wer sein Fahrzeug least, kann sich zusätzlich für die GAP-Deckung entscheiden. Wird der Wagen beschädigt, erstattet die Kfz-Vollkasko-Versicherung den kompletten Restwert des Fahrzeugs bei Ablösung. 

Das Fazit – Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko

Die Kfz-Haftpflichtversicherung müssen Autofahrer in Deutschland abschließen, um das Auto auf öffentlichen Straßen bewegen zu dürfen. Hierbei handelt es sich um einen Grundschutz, der beispielsweise bei Schäden an Dritten im Rahmen von Verkehrsunfällen greift. 

Die Top 5 der Kfz-Schäden in Deutschland deckt die Haftpflichtversicherung für das Auto jedoch nicht ab. Um sich vor Kosten durch einen Hagelschaden oder Marderbiss sowie viele weitere Beschädigungen zu schützen, sollten Auto-Eigentümer eine Teilkasko- oder Vollkasko-Versicherung nutzen. 

Für Gebrauchtwagen eignet sich in der Regel die Teilkaskoversicherung der Allianz. Diese übernimmt die Kosten für Schäden, die der Autofahrer mit seinem Fahrzeug auslöst. Ausgeschlossen sind Beschädigungen am Auto des Versicherten. 

Die Vollkasko-Versicherung der Allianz ist als Upgrade der Teilkasko-Versicherung zu begreifen und versichert zusätzlich auch Schäden am Auto des Versicherten. Zudem können Interessierte – je nach Bedarf – weitere Schäden abdecken lassen. 

Wichtig ist in jedem Fall: Versicherte sollten ihrer Versicherung einen Schaden innerhalb einer Woche melden.