Winterreifen und Winterkompletträder: Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten

Bei Winterreifen gibt es einiges zu beachten. Schon beim Kauf eines Autos ist den meisten Menschen klar: Sollen es keine Ganzjahresreifen werden, braucht der Wagen mehr als nur einen Satz. Passen sich Sommerreifen den Gegebenheiten der warmen Jahreszeit perfekt an, verliert sich dieser Effekt spätestens beim ersten Nachtfrost. Grund genug, rechtzeitig nach Winterreifen oder Winterkompletträdern zu suchen. So gelingt der Start in die Saison mit sicheren „Schlappen“. Damit rund um Kauf und Nutzung der Reifen alles glatt geht, findest Du hier zehn entscheidende Fragen und Antworten.

1) Wer braucht Winterreifen?

Grundsätzlich brauchst Du dann Winterreifen, wenn Du ein Kraftfahrzeug auch im Winter fährst. Ausgenommen von dieser Regelung sind Nutzfahrzeuge für Land- oder Forstwirtschaft. Vom Smart bis hin zum Porsche Cayenne spielt es also keine Rolle, wie groß oder schwer Dein Wagen ist. Winterreifen oder Kompletträder sind ein Muss.

2) Wo liegt der Unterschied zwischen Winterreifen und Winterkompletträdern?

Bei Winterreifen handelt es sich – wie es der Name bereits verrät – lediglich um die Reifen. Sie müssen also nach dem Kauf auf eine entsprechende Felge gezogen werden und können erst dann ihren Platz am PKW einnehmen. Hast Du einen Satz Felgen übrig, der zu Deinem Wagen passt, genügt also der Kauf von Winterreifen.

Ist das jedoch nicht der Fall, kommen die Winterkompletträder zum Zug. Hier sind Felgen und Reifen bereits kombiniert, was den Anschaffungspreis zwar etwas in die Höhe steigen lässt, jedoch umständliches Abziehen der Sommerreifen von ihren Felgen unnötig macht.

3) Welche Profiltiefe müssen Winterreifen aufweisen?

Das Gesetz schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Das jedoch ist eine gewagte Grenze, denn schon bei Reifen mit einem solch niedrigen Profil kann es zu deutlichen Einschränkungen während der Fahrt kommen. Empfohlen wird daher eine Profiltiefe von rund vier Millimetern, wie sie laut reifendachs.de beispielsweise auch in Österreich vorgeschrieben ist.

4) Wie viele Winter hält ein Satz Winterreifen durch?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, da Deine persönlichen Gewohnheiten großen Einfluss auf den Verschleiß der Winterreifen nehmen. So kann ein Reifen bei eher geringer Fahrleistung länger durchhalten als einer, mit dem Du schon im ersten Winter mehrere Tausend Kilometer zurücklegst.

Grundsätzlich gilt: Nach sechs Jahren sollten Deine Winterreifen gründlich auf Herz und Nieren geprüft werden. Zeigen sich alterungsbedingte Risse oder Beschädigungen, ist ein Austausch notwendig. Ein Austausch kann jedoch deutlich früher nötig werden. Das Überprüfen der Profiltiefe und des allgemeinen Zustandes sollte daher regelmäßig auf dem Plan stehen.

5) Wann sollten die Reifen für die Wintersaison gewechselt werden?

Eine Frage, die ebenfalls nicht mit einer festen Vorgabe beantwortet werden kann. Das berühmte und häufig zitierte „von O(ktober) bis O(stern)“ ist, wie der ADAC berichtet, nicht gesetzlich vorgeschrieben. Viel wichtiger ist es, dass Du Deinem Auto dann seine Winterreifen gönnst, wenn winterliche Straßenverhältnisse, also Glätte oder Schnee, herrschen. Wie eine Umfrage zeigt, wechseln rund 40,5 der Autofahrer in Deutschland ihre Reifen dennoch im Oktober, während 21,4 Prozent im November auf Winterreifen umstellen. Da die Straßenverhältnisse zu diesem Zeitpunkt meist schon winterlich sind, warten lediglich 1,2 Prozent der Deutschen bis in den Dezember hinein.

6) Was steckt hinter dem Kürzel M+S?

M+S ist auf Reifen häufig zu sehen. Hierbei handelt es sich um die Abkürzung für „Matsch und Schnee“, was für einen Reifen spricht, der auch bei winterlicher Witterung ausreichend Grip und Sicherheit verspricht.

7) Wofür steht das Schneeflockensymbol?

Nicht nur M+S spielt beim Winterreifenkauf eine Rolle. Viel wichtiger wird nun im Rahmen der Winterreifenverordnung das sogenannte „Alpine-Symbol“, ein kleiner Berg mit Schneeflocke. Dieses Symbol wird nur dann auf Reifen zu sehen sein, wenn diese sehr sorgfältig geprüft wurden und strengen Vorgaben entsprechen.

Reifen, die nur das M+S Zeichen tragen und bis einschließlich 31.12.2017 produziert wurden, gelten noch bis 2024 als geeignet für winterliche Verhältnisse. Für Reifen, die am dem 1. Januar 2018 produziert werden, ist das „Alpine-Symbol“ jedoch Vorschrift. Dann kann es Ärger geben, wenn die eigenen Reifen nur das M+S Kürzel tragen.

8) Welche Konsequenzen hat Fahren mit Sommerreifen im Winter?

Bist Du im Winter mit Sommerreifen unterwegs und wirst von der Polizei erwischt, winken ein Bußgeld in Höhe von rund sechzig Euro und ein Punkt in Flensburg. Behinderst Du den Verkehr, weil Du keine Winterreifen nutzt, erhöht sich das Bußgeld auf achtzig Euro. Darüber hinaus kann auch Deine Versicherung bei einem Unfall mit Sommerreifen im Winter ihre Leistungen deutlich kürzen.

9) Reicht es aus, Winterreifen nur auf der Antriebsachse zu montieren?

Auf keinen Fall. Wer glaubt, dass Winterreifen nur auf der Vorder- oder Hinterachse ausreichen, um bei winterlichen Straßenverhältnissen die Kontrolle zu behalten, wird nicht selten mit Problemen konfrontiert werden. In beiden Fällen kann eine sichere Straßenlage nicht gewährleistet werden, was zu Instabilität in Kurven und in möglichen Gefahrensituationen führen kann. Auch wenn Dein Wagen ins Schlingern gerät, ist die halbe Ausstattung mit Winterreifen ein Garant dafür, dass es Schwierigkeiten gibt.

10) Können Winterreifen auch im Sommer genutzt werden?

Theoretisch könntest Du Deine Winterreifen auch während der Sommermonate nutzen, denn ein gesetzliches Verbot hierfür gibt es nicht. Unklug bleibt es aber dennoch, mit Winterreifen in den Sommerurlaub zu fahren. So bleiben die erwünschten Fahreigenschaften eines Winterreifens bei warmen Temperaturen nicht erhalten, was die Bodenhaftung negativ beeinflussen und den Bremsweg deutlich verlängern kann.

Auch wirst Du mit den weicheren Winterreifen im Sommer sehr viel mehr Benzin verbrauchen und den Verschleiß der Reifen extrem beschleunigen. Sowohl im Hinblick auf Deine Sicherheit als auch auf Deinen Geldbeutel sollten Winterreifen im Sommer daher besser ungenutzt auf die nächste Saison warten.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 14. Oktober 2017

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