Viele Kindertagesstätten üben vor den Sommerferien mit den Kindern, die in die Schule kommen, den Schulweg. Damit die Kinder während der Ferien nicht alles vergessen sind die Eltern gefragt, weiter zu üben.
Die letzten beiden Wochen der Sommerferien bieten sich an, um den Kindern die Besonderheiten auf ihrem Schulweg zu zeigen, Verkehrssituationen durchzusprechen und richtige Verhaltensweisen einzustudieren.
Ein Schulweg muss vor allem sicher sein. Wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen verunglücken Kinder besonders am frühen Morgen, zwischen 7 und 8 Uhr, sowie ab Mittag, wenn die Schule aus ist. Der Weg zur Schule sollte also nicht der kürzeste, sondern der sicherste sein. Ein kleiner Umweg kann sich lohnen, wenn dafür Ampeln oder Schülerlotsen das Überqueren der Straße sicher machen.

Bei der Wahl des geeigneten Schulwegs sollten Eltern ihre Kinder einbeziehen und bedenken, dass der kürzeste Weg nicht immer der sicherste ist. Alle Schulen und Kommunen stellen Schulwegpläne zur Verfügung, die den sichersten Weg von und zur Schule zeigen.
Die HUK-COBURG Versicherungsgruppe rät Eltern von ABC-Schützen, die Route zusammen mit ihren Kindern zu planen und mehrfach abzulaufen. Eltern sollten beim Üben Wert darauf legen, dass ein Kind am Bordstein stehen bleibt, Blickkontakt zum Fahrer eines Fahrzeugs sucht und die eigene Absicht deutlich macht, bevor es die Straße wirklich überquert.
Richtig üben lässt sich nur unter realen Bedingungen: Deshalb sollte man mit seinem Nachwuchs zu Zeiten unterwegs sein, zu denen er üblicherweise zur Schule geht.
Wenn der sichere Weg zur Schule und wieder nach Hause auf dem Plan gefunden ist, üben Eltern diesen regelmäßig mit ihren Kindern, bis sie den Eindruck haben, dass der Schulweg „sitzt“ und das Kind Vereinbarungen einhält. Dazu gehört beispielsweise das richtige Verhalten an Einrichtungen wie Ampeln, Fußgängerüberwegen und Fahrradwegen. Eltern müssen deren Bedeutung erklären und auch die Verkehrszeichen auf dem Weg besprechen.
Wichtig ist, dass sich die Eltern regelkonform verhalten – schließlich sind sie das Vorbild für ihre Kinder. Zudem sollten die zukünftigen Erstklässler auf potenziell gefährliche Situationen und unvorhersehbare Ereignisse aufmerksam gemacht werden. Hierzu zählen defekte Ampeln, Baustellen, ein zugeparkter Gehweg oder freilaufende Hunde.
Geübt wird immer an den Tagen und zu den Tageszeiten, an denen das Kind später tatsächlich gehen muss. Ein Schulwegtraining am Wochenende oder am Nachmittag macht wenig Sinn, da dann das Verkehrsaufkommen und die Verkehrssituationen ganz andere sind.
Nach mehrmaligem Üben empfiehlt die Deutsche Verkehrswacht (DVW) einen Rollentausch, wie ihr Präsident und Bundesminister a.D., Prof. Kurt Bodewig erläutert: „Lassen Sie sich von Ihrem Kind zur Schule und wieder zurück führen. Dabei erklärt es Ihnen, was es sieht und was es deshalb tun möchte. Stellen Sie ruhig ein paar Fragen, aber lassen Sie Ihrem Kind genug Freiraum, um seine eigenen Erfahrungen zu machen.“ In jedem Falle muss dem Kind bewusst sein, dass der abgesprochene Weg verbindlich ist.
Zu Schulbeginn sollten Eltern ihr Kind in den ersten Tagen begleiten. Wie lange, hängt davon ab, wie schwierig der Schulweg ist und wie gut das Kind ihn bewältigt. Wenn es selbstständig zur Schule geht ist es ratsam, hin und wieder zu prüfen, ob das Kind den empfohlenen Weg nutzt und die Ratschläge noch beherzigt.
Häufige Fragen
Der Gesetzgeber weiß, dass Kinder von der Komplexität des motorisierten Straßenverkehrs oft überfordert sind. Dies gilt besonders für die Einschätzung von Geschwindigkeiten und Entfernungen. Darum haften Kinder für Schäden, die sie Dritten bei einem Verkehrsunfall fahrlässig zufügen, erst ab ihrem zehnten Geburtstag. Das hat für Autofahrer weitreichende Konsequenzen. Werden sie in einen Unfall mit einem nicht-deliktsfähigen Kind verwickelt, liegt die Haftung beim Erwachsenen unabhängig von der Schuldfrage.
Am besten spricht man sich mit anderen Eltern ab und bildet Gruppen. So muss kein Kind den Schulweg alleine gehen. Auch sollten die Eltern mit ihren Kindern sprechen und ihnen klarmachen, dass die Gruppe nie jemanden zurücklässt.