Getriebe Reparatur und Instandsetzung

Ganz gleich, ob Automatik oder normale Gangschaltung: Jedes Kfz hat ein Getriebe. Dieses gehört aber leider auch zu den Dingen, die – wenn sie einmal kaputtgehen – zu den teuersten Reparaturen, die für ein Auto anfallen können. Selbstverständlich passiert eine solche Katastrophe immer dann, wenn man sie absolut gar nicht brauchen kann: Wenn das Geld knapp ist oder gerade für den lang ersehnten Urlaub überwiesen wurde, dann passieren die schlimmsten Dinge. Nicht nur, dass man einige Zeit kein Auto hat und auf die Instandsetzung warten muss – ärgerlich und lästig sind eine solche Reparaturrechnung und die sonst noch mit dem Schaden verbundenen Unannehmlichkeiten allemal.

Vor allem bei älteren Baujahren stellt sich nämlich angesichts einer teuren Reparatur auch gleich noch die Frage: „Lohnt sich das für mein Auto noch?“ und wenn nein, woher bekomme ich schnell ein bezahlbares Fahrzeug.
Zwar bieten Kfz-Werkstätten neue Getriebe vom Originalhersteller an, jedoch sind Austauschgetriebe meist günstiger. Liegt der Zeitwert eines PKW zum Zeitpunkt vom Getriebeschaden unter einer gewissen Summe, lohnt auch der Reparaturaufwand nicht mehr. Die Summe aus Arbeitslohn und Materialbeschaffung übersteigt schnell den Wert des Autos. Hier heißt es, einen Bastler suchen, der das Auto ankauft und selbst nach einem technisch einwandfreien Gebrauchtwagen suchen. Das gilt nicht für Autobesitzer, die sich selbst zu helfen wissen oder jemand kennen, der solche Reparaturen fachgerecht als Freundschaftsdienst erledigen kann.

Getriebe Zeichnung
Getriebe Zeichnung am Beispiel eines Audi Getriebes im zweiten Gang

Ursachen für defekte Getriebe

Für kaputte Kfz Getriebe gibt es mehrere Ursachen – menschlicher oder technischer Natur, oder manchmal auch eine Kombination aus beiden. Das am Abhang stehende Auto mit dem Rückwärtsgang zu sichern, ist ganz normal. Doch das gestartete und bereits rollende Fahrzeug dann zu entkuppeln und in der Vorwärtsbewegung den Gang „kommen“ zu lassen, ist eine ganz sichere Methode, durch menschliches Versagen ein Getriebe zu ruinieren. Ein krasses Beispiel, doch leider so und in ähnlicher Form nicht selten der Grund für die nun folgende teure Werkstattrechnung. Die Autoindustrie und ihre Zulieferer sind natürlich auch nicht perfekt; somit zählen auch Materialfehler und Produktionspannen zu den Ursachen für Getriebeschäden. Auch fehlerhafte Ölstände können ursächlich für die später unter Umständen teure und oft sogar vermeidbare Reparaturrechnung. Eine Hitze-Überlastung und etliche andere Gründe können das Getriebe oder Einzelteile ebenfalls stark schädigen – bis hin zu einem Totalausfall, bei dem nur noch ein Austausch helfen kann.

Früherkennung vermeidet größeren Schaden

Ein Getriebeschaden kann den Autofahrer in extrem gefährliche Situationen führen – man denke nur an die missliche Lage, mitten in einer Autobahnbaustelle, eng und ohnehin voller Gefahren, durch ein defektes Getriebe liegen zu bleiben. Deswegen ist es wichtig, sein Fahrzeug gut zu kennen und jede Veränderung beim Schalten und Kuppeln ernst zu nehmen. Es könnte sein, dass die Aufmerksamkeit am Ende die Reparatur billiger macht, da nicht das komplette Getriebe, sondern nur ein Bauteil gewechselt werden muss. Ausfälle erleben Autofahrer auch oft nur wegen einem Fehler im Getriebesteuergerät – deswegen ist nicht gleich das ganze Getriebe kaputt. Eine Firma, die solche Fehler beseitigen kann, ist zum Beispiel die EPS Elektronik GmbH & Co. KG.

Preise vergleichen zwischen Originalteil und Austauschersatzteilen

Wie sehr die Preisschere zwischen einem Originalteil und dem passenden Austauschersatzteil auseinanderklaffen kann, wird anhand weniger Beispiele schnell klar: Für einen Mazda 6 bekam ein Kunde ein Angebot für die zu erneuernde Dieselpumpe (nach dem Tanken verunreinigten Kraftstoffes von einer Tankstelle in Deutschland!) – sie sollte über 2000 Euro kosten. Dazu noch der Ausbau der kaputten Pumpe, der Einbau, zusätzlich das Reinigen von Tank und Dieselleitung – so war die Gesamtrechnung im Kostenvoranschlag sehr nahe der 3000 Euro Marke. Erst auf Nachfrage des Kunden suchte der Vertrags-Kfz-Meister nach einer Austauschpumpe, die es zum Preis von unter 1000 Euro deutlich günstiger gab. Diese wurde letztendlich auch verbaut, was dem Autobesitzer mehr als 1000 Euro Reparaturkosten einsparte.

Getriebe Reparatur Kosten
Ähnlich verhält sich das für ein Getriebe. Da kann, je nachdem, ob es sich um ein Automatik- oder Schaltgetriebe handelt, der Preis schon um 50 Prozent differieren. Klar, es sprechen immer auch Argumente für ein Original Ersatzteil. Doch ein hundert Prozent passendes Austauschgetriebe, auf das man noch dazu eine Garantie erhält, kann – angesichts der Rechnung mit dem Faktor Zeitwert des Fahrzeugs und damit Rentabilität einer solchen Reparatur durchaus die attraktivere Wahl sein. Wichtig ist, dass man ganz sicher weiß, dass das Getriebe – und nicht nur einzelne Komponenten – wirklich defekt ist.

Das Auto sollte zum Überprüfen in die nächste Werkstatt gebracht werden, wenn

  • beim Schalten sporadisch oder dauernd Geräusche (eine Art Rascheln oder Klappern) zu hören sind.
  • der Gang selbständig herausspringt.
  • der Ganghebel nicht mehr ohne Probleme in die Leerlaufstellung zu bewegen ist. Auch Schaltprobleme vom einen Gang zum anderen treten auf, wenn das Getriebe einen Defekt hat.
  • der eigentlich richtige Gang eingelegt wurde, der Motor aber dennoch im Leerlauf bleibt.
  • das Fahrzeug beim Fahren stockt und nicht mehr ruhig läuft.
  • Getriebeöl ausläuft.

Nicht immer sind Laufleistung, Belastung und Alter des Fahrzeuges für einen Getriebeschaden verantwortlich. Wie bereits erwähnt, kann auch ein Material- oder Produktionsfehler der Grund für einen sehr frühen Schaden sein. Treten oben genannte Probleme einzeln oder in Kombination schon während der ersten paar Monate oder nach wenigen gefahrenen Kilometern nach dem Neuwagenkauf auf, sollte man sich an den Autoverkäufer wenden. In diesem Fall ist es unabdingbar, die Garantie in Anspruch zu nehmen oder (nach bereits etwas längerer Laufzeit) wenigstens auf eine Kulanz Reparatur zu pochen. Innerhalb des Getriebes werden Nieten verbaut. Lösen sich diese aus welchen Gründen auch immer, schießen sie wie kleine Geschoße durch das Getriebe und richten irreparable Schäden an. In diesem Fall muss man sich an den Hersteller respektive seinen Vertragshändler, bei dem das Fahrzeug gekauft wurde, wenden, um seine Ansprüche geltend zu machen. Nichtsdestotrotz ist es ärgerlich, zeitraubend und lästig, das Fahrzeug zu dieser aufwändigen Reparatur bringen zu müssen.

Austauschgetriebe oder Original-Ersatz?

Der Vertragshändler wird dem Autobesitzer, wie oben beschrieben, als erstes das Original Getriebe zum Wechsel vorschlagen, sofern er feststellt, dass der ganze Getriebekomplex ausgetauscht werden muss und nicht nur ein einzelnes Bauteil. Dies ist deutlich teurer, als ein Austauschgetriebe. Bei einem Austauschgetriebe handelt es sich um ein gebrauchtes System. Dieses wurde, sofern es aus seriöser Quelle und nicht von irgendeinem Schrottplatz oder dubiosen Auktionsangebot stammt, komplett generalüberholt und ist damit wieder absolut funktionsfähig. Damit kann ein Autobesitzer etliche hundert Euro im Vergleich zum Marken-Getriebe, das nagelneu vom Hersteller kommt, sparen.

Gerade für ältere Semester auf vier Rädern oder Autobesitzer mit einem schmalen Budget empfiehlt sich das Austauschgetriebe. Allerdings muss auch gesagt werden, dass man hier als Laie nur am Ersatzteil spart, nicht aber am Arbeitslohn für den Umbau des Getriebes und sonstigen Zuarbeiten.

Wer keinen fähigen Mechaniker an der Hand hat (oder selbst keiner ist), muss hier den vollen Preis zahlen. Wie das Getriebe eigentlich funktioniert kann man in diesem kurzen Video sehen.

Autobastler mit erweiterten Grundkenntnissen schaffen die Getriebeinstandsetzung eher in einer Mietwerkstatt, in der – falls es zu Problemen kommt – ein Kfz-Meister seine Hilfe (gegen Entgelt) anbietet. Natürlich bleibt aber die Entscheidung, ob ein neues Getriebe vom Hersteller oder ein Austauschgetriebe verbaut werden soll, jedem Autobesitzer selbst überlassen. Wichtig ist, dass Laien nicht versuchen, in einem Anfall von Sparwut das Getriebe selbst wechseln zu wollen. Die Gefahr, sich selbst und andere in enorm gefährliche Situationen im Straßenverkehr zu bringen und sogar einen Unfall zu verursachen, ist sehr groß. Außerdem kann man die (finanzielle Not-)Situation durchaus durch falschen Ehrgeiz verschlimmern: Wenn nämlich durch Fehler beim Einbau das Austauschgetriebe kaputt gemacht wird, ist der Schaden gleich doppelt groß und die Problematik, dass man kein Fahrzeug für Arbeitsweg und Co. benutzen kann, noch länger gegeben. Auch, wenn es schwerfällt; die Löhne für die Mechaniker muss man bezahlen, sofern es sich nicht um einen Garantie- oder Kulanzfall handelt.


Post zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2016

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