Tipps zur Hauptuntersuchung

Hauptuntersuchung Wichtige Tipps und Tricks

Rund jedes vierte Fahrzeug weist bei der Hauptuntersuchung „erhebliche Mängel“ auf. Laut ADAC fallen jedes Jahr 22% durch die HU. Die häufigste Grund sind Mängel bei Beleuchtung.

Bei einem solchen Befund wird die neue Plakette verweigert und das Auto muss erneut vorgeführt werden. Das sorgt natürlich für zusätzliche Kosten und einen nicht unerheblichen Zeitverlust – der in den meisten Fällen vermieden werden kann. Wer im Vorfeld bereits einige Dinge beachtet, kann ein solch unliebsames Ergebnis aber fast immer verhindern.

Wichtige Baugruppen selbst überprüfen

Denn die überprüften Baugruppen bei der Hauptuntersuchung können auch von jedem Fahrer mit geringem technischem Verständnis selbst in Augenschein genommen werden. Zunächst sollte die Beleuchtungsanlage geprüft werden: Natürlich muss Abblend- und Fernlicht funktionieren, dasselbe gilt für die Signaleinrichtungen wie Blinker und Bremslicht. Die korrekte Einstellung der Scheinwerfer wird zwar ebenfalls nicht selten bemängelt, eine Überprüfung in der heimischen Garage ist aber kaum möglich. Sollte die Einstellung bei der Prüfung nicht stimmen, ist aber eine Nachregulierung vor Ort meist unkompliziert möglich.

Tüv Hauptuntersuchung (HU)

Die wichtigsten Prüfkriterien der Hauptuntersuchung:

  • Zustand der Bremsen und Reifen
  • Funktionsfähigkeit der Beleuchtungsanlage
  • Prüfung auf übermäßiges Spiel im Fahrwerk
  • Kontrolle des Unterbodens auf Korrosion
  • Kontrolle der elektrischen Assistenzsysteme

Begonnen werden sollte damit, die Reifen zu überprüfen, weil sich hier auch andere Schäden entdecken lassen. Dabei ist darauf zu achten, dass das Profil den gesetzlichen 1,6 Millimetern entspricht und gleichmäßig abgefahren ist. Ungleichmäßige Abnutzungen lassen auf Mängel beim Fahrwerk schließen, die schon im eigenen Interesse schnellstmöglich abgestellt werden sollten. Das Alter der Reifen ist hingegen kein Prüfkriterium, wohl aber die Beschaffenheit der Gummimischung: Ist der Reifen sichtbar porös, kann die Plakette verweigert werden. Sicherheitsrelevant ist darüber hinaus auch der Zustand der Bremsen. Für die Bremswirkung wird zwar eine Prüfanlage benötigt; sofern Bremsbeläge und -Scheiben noch nicht verschlissen sind, brauchen hier aber keine überraschenden Ergebnisse erwartet werden. Bei maximalem Lenkereinschlag kann die Stärke von Scheiben und Belägen überprüft werden. Dabei ist es meist nicht notwendig, genau nachzumessen. Auf den Bremsklötzen befindet sich mittig ein Spalt, welcher den eigentlichen Belag in zwei Hälften aufteilt. Dieser Spalt muss in jedem Fall noch sichtbar sein. Die Bremsscheibe hingegen bildet am äußeren Rand eine Kante, die bei fortschreitendem Verschleiß immer stärker zum Vorschein tritt. Sie darf fühlbar, aber noch nicht zu stark ausgeprägt sein – im Zweifel sollte nachgemessen werden.

Der Rost kehrt zurück

Wenn die Möglichkeit dazu besteht, sollte auch der Unterboden kontrolliert werden. Leider ist der Rost, welcher lange Jahre der Hauptfeind der Autos war, zurückgekehrt: Viele Hersteller haben in den letzten Jahren beim Korrosionsschutz gespart, sodass gammelnde Unterböden auch bei relativ jungen Fahrzeugen wieder ein Thema sind. Tragende Teile wie beispielsweise die Seitenschweller sollten also in jedem Fall rostfrei sein. Selbiges gilt für die Bremsleitungen und das Fahrwerk. Außerdem sollte eine Kontrolle auf Ölverlust stattfinden: Tropft es unter dem Auto, wird die neue Plakette in jedem Fall verweigert. Leichte Undichtigkeiten werden hingegen zumeist akzeptiert. Ein letzter Blick fällt auf das Armaturenbrett: Die Lampen für ESP oder ABS sollten nach dem Start erlöschen, was eine Funktionsfähigkeit der Systeme signalisiert.

Hat man all diese Punkte, ohne Mängel festzustellen, überprüft, hat man kein Bußgeld zu befürchten und kann beruhigt zur Haupt- und Abgasuntersuchung in die nächstgelegene Werkstatt fahren.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 8. April 2016

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