Launch control

Die Launch Control (Traktionskontrolle) regelt den Antriebsschlupf technisch so, dass eine sehr rasante Beschleunigung nach dem Fahrzeugstart ermöglicht wird. Auf Rennstrecken ist die Methode unverzichtbar, doch auch private Fahrer können ihren Wagen mit einer optimierten Traktionskontrolle ausstatten lassen.

Wie funktioniert die Launch Control?

Für eine verbesserte Traktionskontrolle werden die Kupplung und die Schaltung so gesteuert, dass immer diejenige Raddrehzahl anliegt, mit welcher das Fahrzeug am stärksten beschleunigt, weil bei dieser Drehzahl der geringste Schlupf herrscht. Das Getriebe schaltet bei der optimalen Drehzahl höher, bis die für den Gang beste Höchstgeschwindigkeit erreicht wurde. Die Formel 1 setzte das System ab 2001 ein, allerdings setzte es die FIA ab 2003 wieder außer Kraft. Auch die World Rally Cars der Klasse A8 verwendeten es bis 2011. Seit 2019 gibt es die Traktionskontrolle in Rennmotorrädern der MotoGP-Klasse und in Serienmotorrädern mit Straßenzulassung.

Porsche Tacho
Mit der Launch Control Funktion bereitet man das Fahrzeug auf einen Rennstart vor. Dabei wird das System in wenigen Hundertstelsekunden aktiv und stellt dem Fahrer mehr Leistung zur Verfügung. Foto: Porsche

Anwendungsfall Pkw

Für den schnellen Start aus dem Stand lassen sich viele Privatfahrer eine Traktionskontrolle in ihr Fahrzeug einbauen. Sie holt das Maximum aus dem Zusammenspiel von Getriebe, Kupplung, Motor und Reifen heraus. Hersteller, die das Feature serienmäßig verbauen, allerdings vielfach limitieren, sind:

  • Porsche (SPORT PLUS Modus)
  • BMW
  • Audi
  • Seat
  • VW
  • Mercedes
  • Škoda

In allen Fällen ermitteln Sensoren die Reifenumdrehung und lassen den Wagen nicht mit seiner maximalen Drehzahl starten. Durch diese würden die Reifen beim Start durchdrehen. Die Launch Control bringt die Drehzahl auf denjenigen Wert, bei dem die Kraftübertragung am effizientesten erfolgt. So startet beispielsweise ein Golf 7 GTI mit Traktionskontrolle zwischen 3.500 bis 4.000 U/min. Dann werden die Gänge bei kürzesten Schaltvorgängen bestmöglich ausgefahren. BMW hat das Feature in seinen Modellen M1 bis M6 mit Automatikgetriebe sowie unter anderem in den Baureihen 235, 335, 535, 340, 540 und 550 je nach Ausstattungslinie verbaut. Fahrern eines Wagens mit Launch Control ist grundsätzlich zu empfehlen, den Motor warmzufahren und auch die Öltemperatur zu beachten. Bei Serienfahrzeugen ist dann die DSC (dynamische Stabilitätskontrolle) zu deaktivieren. In einem Serien-BMW mit Automatik M/S solltest Du nun den sequentiellen Modus des Fahrprogramms 3 wählen und den ersten Gang einlegen. Dann trittst Du gleichzeitig Bremse und Gas (Kickdown). Daraufhin erscheint im Display eine Startflagge. Jetzt kannst Du mit dem Tempomat die Drehzahl für das Anfahren auf 3.000 bis 3500 U/min einregeln. Nun lässt Du die Bremse los. Audi hat eine Launch Control in seine leistungsstärkeren Modelle integriert. Dazu gehören unter anderem TT, TTs, S3 bis S8, RS3 bis RS7, A4 45 TFSI und Modelle mit DSG-Getriebe der Reihen A3, 5, 6, 7 und 8. Beim Audi musst Du in den Sportmodus wechseln, das ESP ausschalten, erst die Bremse und dann das Gas durchtreten (MFA zeigt jetzt „Race-Start“) und dann die Bremse loslassen.

Anwendungsfall Motorrad

Die MotoGP-Bikes verfügen über eine komplexe Traktionskontrolle um den Holeshot zu erreichen. Das ist bei ihrer enormen Leistung auch wichtig. Beispiele wären:

  • Aprilia RSV4 mit 148 kW (201 PS)
  • BMW S 1000 RR mit 156 kW (212 PS)
  • Yamaha YZF-R 1 mit 147 kW (200 PS)

Diese gewaltige Motorpower wirkt am Hinterrad auf eine sehr kleine Auflagefläche: Sie entspricht in etwa der Größe einer Kreditkarte. Ohne Fahrassistenz per Launch Control wäre diese Kraft nicht zu kontrollieren. Sie lässt sich bei den Bikes der Königsklasse individuell abstimmen, um je nach Fahrweise das Durchdrehen des Hinterrads zu verhindern. Auf manchen Streckenpassagen, wo die Motorräder zu sehr viel Wheelspin neigen, halten die Fahrer auch mit einem Trick das Rad unter Kontrolle. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Turn 13 auf der Strecke in Valencia. Diese vorletzte Kurve ist ein langgezogener Linksbogen, der über einen Hügel führt. Die Hinterräder drehen hier besonders gerne durch, das zeigen viele Zeitlupenstudien. Daher legen die Piloten einen sogenannten Shortshift ein, schalten also einen Gang sehr schnell durch, um mit niedrigerer Drehzahl durch die Kurve zu kommen.

Fazit

Die Traktionskontrolle unterstützt das sportliche Anfahren und macht auch Privatfahrern großen Spaß. Sie lässt sich auch in Fahrzeuge implementieren, die über sie nicht ab Werk verfügen. Wir beraten sehr gern dazu!

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