American Graffiti

Amerika in den 1960er Jahren: Wer denkt da nicht an die Rockmusik aus dem Röhrenradio, gegelte Haare, Buddy Holly und die typischen Drive-ins, die es in jeder Kleinstadt gab? „American Graffiti“ greift all diese Aspekte des damaligen Lebens auf und verbindet sie zu einem wunderschönen Film. Dieser ist gleichfalls für Autoliebhaber geeignet, denn ebenso sehr wie sich viele der Szenen in einem kleinen Lokal abspielen, so wurden die Protagonisten auch am Steuer ihrer PS-starken Fahrzeuge gefilmt. Etwa einem 32er Deuce Coupe oder dem 55er Chevy. Im Mittelpunkt dieser Erzählung stehen jedoch vier junge Männer. Sie haben gerade die Highschool beendet – das vor ihnen liegende Leben werden sie individuell gestalten. Ein letzter Abend des Abschiedes soll dennoch in dem Drive-in gefeiert werden.

Vier einzelne Schicksale
Doch es wird nichts aus dem Vorhaben, wenigstens die letzten Stunden des gemeinsamen Lebensweges zu würdigen. Denn alle vier Protagonisten widmen sich schon anderen Aspekten. So wie Curt: Er gerät mit seiner Frau in Streit und schließt sich seinen Freunden an. Obwohl er als recht harmlos gilt, begeht er dabei einige Straftaten. Seinem Freund Terry geht es anders: Er ist der notorische Außenseiter, lernt aber an diesem Abend die Liebe seines Lebens kennen. Steve dagegen hat die Romantik bereits für sich entdeckt, doch als er sie mit seiner Angebeteten auskosten will, geraten sie mehrfach in Streitigkeiten. Bliebe noch Big John – der Autonarr. Eigentlich will er nur einen Herausforderer beim Autorennen schlagen. Doch auch ihm kommt eine Dame in die Quere.

American Graffiti DVD Cover

Titel American Graffiti
Originaltitel American Graffiti
Genre Action
Schauspieler Richard Dreyfuss, Ron Howard und Paul Le Mat
Regie George Lukas
Drehbuch George Lukas
Produzent George Lukas
Music Max Freedman, Chuck Berry, Buddy Holly, Booker T. Jones
Land USA
Jahr 1973
Länge 107 Minuten
FSK Ab 16 Jahren

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Charakterstudien einer Kleinstadt
Der Film lebt davon, nicht zu einer großen Handlung verknüpft zu sein. Stattdessen wird kurz und beinahe holzschnittartig ein kurzer Ausschnitt aus dem Lebensweg der vier Herren gezeigt. Wollen sie alle vier am nächsten Morgen die Stadt verlassen und in eine neue Zukunft aufbrechen, so haben es doch diese letzten Stunden in sich. Der Zuschauer bekommt Einblicke in das Leben der 60er Jahre, das nicht alleine mit Rockmusik und schnellen Autos aufwartete. Der gesellschaftliche Zwang, sich bereits früh zu binden, schwebt ebenso wie ein Damoklesschwert über die Protagonisten wie der Druck, die richtigen Entscheidungen des weiteren Lebensweges zu treffen. Jeder von ihnen ist aber auch ein Kind geblieben – nur das Alter selbst weist sie als junge Erwachsene aus.

Ein Meisterwerk der Filmgeschichte
„American Graffiti“ wurde im Jahr 1972 produziert und nur ein Jahr später veröffentlicht. George Lucas, der anschließend mit der „Star Wars“-Saga weltberühmt werden sollte, zeichnete dabei unter anderem in der Rolle des Drehbuchautoren und des Regisseurs verantwortlich. Dass es erst sein zweiter größerer Spielfilm war, merkt man dem Werk jedoch nicht an. Die Auswahl an szenischer Musik, optimal zugeschnittenen Autos und ebenso jungen wie talentierten Schauspielern war bereits ein Fingerzeig auf Lucas’kluge Entscheidungen. So finden sich unter den Darstellern etwa Richard Dreyfuss, Ron Howard oder Paul Le Mat, die später zu großen Ehren im Filmgeschäft kamen. Beinahe scheint es, als würde jedes dieser Elemente als einzelner Faden zu einem großen Netz des herausragenden Werkes gespannt.

Kurzweilige Unterhaltung inklusive
Der Film bleibt bis ans Ende sehr spannend. Gerade weil die zugrunde liegenden Lebensentwürfe doch schwerer zu realisieren sind, als die vier Hauptfiguren sich das gedacht hatten. Dem Zuschauer bietet sich somit aber auch die interessante Darstellung existenzieller Fragen, die in eine kindlich-naive Denkweise gekleidet werden. All das sucht seine Lösung im Amerika der 60er Jahre. Und wären nicht bereits die Einzelschicksale sehr eindringlich umgesetzt, so kommen auch Musik- und Autoliebhaber hier ganz auf ihre Kosten. Denn der Film spart nicht mit lautem Motorengeheul, das aus nostalgischen Fahrzeugen dröhnt. Und wie oft spielt das Radio zudem noch die Hits der damaligen Zeit? „American Graffiti“ ist daher ein Meisterwerk der Kinogeschichte, bei dem bis ins letzte Detail alles stimmt.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 25. Februar 2014

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