Drive

Es ist wohl keine Seltenheit mehr, dass ein Mensch zwei Jobs erledigen muss, um wirtschaftlich halbwegs über die Runden zu kommen. Nicht ganz so alltäglich kommt es dabei jedoch vor, dass sich auch genau jene Arbeiten finden lassen, die einem Spaß machen – und nebenbei noch ein erträgliches Einkommen sichern. „Drive“ erzählt die Geschichte eines solchen Einzelgängers, der sich Tage und Nächte um die Ohren schlägt und dabei eigentlich seine Erfüllung gefunden hat. Die Freude ist dem Burschen allerdings maximal dann anzusehen, wenn er sein im Mundwinkel befindliches Streichholz von links nach rechts verschiebt. Denn sehr viel mehr Emotionen sind bei dem namenlosen Herren nicht zu erkennen. Anders hingegen bei den sonstigen Darstellern, die zuweilen vom Mauerblümchen zum bebenden Vulkan verkommen.

Drive Autofilm

Titel Drive
Originaltitel Drive
Genre Action
Schauspieler Ryan Gosling, Carey Mulligan, Bryan Cranston, Albert Brooks, Oscar Isaac, Christina Hendricks
Regie Nicolas Winding Refn
Drehbuch Hossein Amini, James Sallis (Roman)
Produzent John Palermo, Adam Siegel, Michel Litvak, Gigi Pritzker, Marc Platt
Music Cliff Martinez
Land USA
Jahr 2011
Länge 100 Minuten
FSK Ab 18 Jahren

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Die Verwendung besonderer Fähigkeiten
Tagsüber führt der Driver ein ganz normales Leben: Mal repariert er Autos, dann wird er bei Fernsehproduktionen als Stuntfahrer eingesetzt. Gut, das mag nicht die zielstrebige Karriere sein, die in manchem Elternhaus für den eigenen Nachwuchs angedacht ist – aber es zeigt doch einige Fähigkeiten, die auch für das kriminelle Milieu von Nutzen sein könnten. Und so kommt es fast zwangsläufig, dass der Protagonist, dessen Existenz weitgehend unaufgedeckt bleibt, auch in der Nacht hinter dem Steuer sitzt. Hierbei fungiert er als Fahrer eines Fluchtwagens. Wann immer ein Überfall geplant wird: Der Driver nimmt die Täter auf und transportiert sie an das gewünschte Ziel. Auch bei Diebstählen und sonstigen Verbrechen kommt er zum Einsatz, um die Beute so schnell wie möglich vom Tatort zu entfernen.


Drive Deutscher Trailer

Feste Prinzipien bei der Arbeit
Natürlich erfordert diese Tätigkeit nicht nur viel Disziplin, sondern auch einige strikte Grundsätze: Nie wartet der Fahrer länger als fünf Minuten auf seine Gäste. Und bei der Tat ist er ihnen erst recht nicht behilflich. Doch er lernt seine zunächst alleinstehende Nachbarin Irene kennen. Als ihr Freund aus dem Gefängnis entlassen wird und einem Gangster noch Geld schuldet, gerät das bisherige Leben des Driver außer Kontrolle. Denn Irenes Freund Standard plant einen Überfall, um seine Außenstände zu begleichen – und da kommt der Protagonist als Fahrer des Fluchtwagens doch wie gerufen. Zunehmend verstrickt sich die Story zu einem spannenden Geflecht aus mysteriösen Personen, gefährlichen Liebschaften und der Gier nach Geld.

Mal schüchtern, mal aufbrausend
Regisseur Nicolas Winding Refn hat mit diesem im Jahre 2011 gedrehten Werk zunächst einen Film geschaffen, der vor allem durch die sonderbaren Charaktere auffällt. Dass der Driver zu Emotionen nicht fähig ist, wird dem Zuschauer sehr schnell klar. Demgegenüber ist aber Irene, ihr Freund Standard oder die geheimnisvolle Blanche scheinbar von gespaltenen Persönlichkeiten betroffen. Denn während sie oft minutenlang schüchtern und zurückhaltend agieren, kann lediglich eine falsch gestellte Frage dazu führen, sie komplett explodieren zu lassen. Das ist für den Betrachter von „Drive“ zunächst zwar ganz lustig – steigert unterschwellig aber den Spannungsbogen. Und das sogar so weit, dass die Nerven bis zum Anspannen überreizt sind und insbesondere die rasanten Verfolgungsjagden deutlich intensiver genossen werden können.

Vielversprechende Darsteller
Vorteilhaft gestaltet es sich dabei, dass „Drive“ zwar auf bekannte, aber noch nicht allzu große Schauspieler setzt. Ryan Gosling als Driver, Carey Mulligan als Irene sowie Christina Hendricks in der Rolle von Blanche – Darsteller, denen zweifelsohne eine große Karriere bevorsteht, die gegenwärtig aber noch lange nicht ihren Zenit erreicht haben. Diese frische Unbekümmertheit ist dem Film auch jederzeit anzumerken und die Protagonisten agieren meist in blinder Perfektion miteinander. Aber auch qualmende Reifen und lautes Motorengeheul kommen hierbei nicht zu kurz. Denn der gesamte Streifen dreht sich vorrangig um rasante Fahrten, actiongeladene Manöver und alles, was das Steuern eines PS-starken Boliden sonst noch ausmacht. Nicht nur Autofans werden daran ihren Gefallen finden – auch wer den Nervenkitzel mag, muss den Film lieben.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 24. Februar 2014

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