Autokinos in Deutschland

Die „Geburt“ des Autokinos wird auf den 6. Juni 1933 datiert. Damals eröffnete der findige Geschäftsmann Richard M. Hollingshead das erste Open-Air-Kino seiner Art, im amerikanischen Bundesstaat New Jersey. Auch wenn er schon kurz darauf wieder schließen musste, die Anwohner hatten sich über zuviel Lärm beklagt, fand seine Idee viele Nachahmer. Während in den USA die Autokinos wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden schossen, hielt sich die Beliebtheit der „etwas anderen Filmvorführung“ in Deutschland und dem Rest Europas eher in Grenzen.

Berichten zufolge endeten die ersten Probevorführungen auf dem europäischen Kontinent, die zu Beginn der 1950er-Jahre stattfanden, damit, dass Besucher der Autokinos ihre Fahrzeuge verließen, um sich auf der anliegenden Wiese niederzulassen und von dort aus das Geschehen auf der Leinwand zu verfolgen. So kam es, dass über 20 Jahre nach der ersten Aufführung ins Land gehen mussten, bevor das erste „richtige“ Autokino in Europa seine Pforten für Filmfans öffnete, und zwar am 02. September 1957 in der Nähe von Rom. Deutschland wartete noch länger, nämlich bis zum 29. März 1960. Das Autokino in Gravenbruch, bei Frankfurt am Main kann von sich behaupten, das zweitälteste Autokino des europäischen Kontinents zu sein.

Die Meinungen über das Autokino gehen in puncto Komfort und Sound auseinander, da in den Autokinos kein Dolby-Surround möglich ist. Und mit der Beinfreiheit ist es im jeweiligen fahrbaren Untersatz auch nicht immer zum Besten bestellt. Es gibt jedoch bei den meisten „Liebhabern“ des Autokinos, und das im doppelten Wortsinn, keine zwei Meinungen bezüglich des „Kuschelfaktors“. Kaum ein Filmpalast bietet die Möglichkeit die Sitzlehnen nach hinten zu drehen und die traute Zweisamkeit so zu genießen, wie es im eigenen Auto – oder dem der Eltern – möglich ist. Wer ein Cabrio besitzt, hat schon in so mancher lauen Sommernacht nicht nur den Film und die Anwesenheit des Partners genossen, sondern auch den Sternenhimmel. Ein weiteres Plus ist die Tatsache, dass hier kein Handy oder Smartphone dazwischenfunkt und auch sonst kein Sitznachbar zum Störfaktor wird, wenn die Spannung am größten ist oder der Dialog auf der Leinwand vollste Aufmerksamkeit erfordert.

Trotz der vielen Vorteile gegenüber den „normalen“ Kinos, gibt es immer weniger Autokinos. Sie werden nur noch vereinzelte Standorte finden, an denen Sie zu jederzeit im Inneren Ihres Autos einer Filmvorführung beiwohnen können. Vielmehr geht der Trend dahin, dass mobile Autokinos, ähnlich einem Wanderzirkus, von Stadt zu Stadt ziehen und versuchen Cineasten für ihr Programm zu begeistern. Umfragen zufolge liegt der rückläufige Trend mitunter daran, dass die Kinos generell weniger Zulauf haben, als noch zur Jahrtausendwende. Das Internet hat einen nicht unwesentlichen Beitrag dazu geleistet, da man sich nahezu jeden neuen Film ansehen kann, ohne die eigenen vier Wände verlassen zu müssen. Von daher bleibt den Freunden dieser Art des Open-Air-Kinos nur zu hoffen, dass in naher Zukunft eine Trendwende hin zum Autokino erfolgt, um die lieb gewonnene „Tradition“ nicht ganz von der Bildfläche verschwinden zu lassen.

  • Autokino Geyer / Anamare / Leipzig – Über Kinoprogramm, Lage und Anfahrtsweg wird informiert.
  • Autokino Langenhessen – Die Programme sind aufgeführt, Anfahrtsbeschreibung und Bilder der drei Kinos bei Werdau (Sachsen) werden gezeigt.
  • Drive In Autokinos – Programme, Anfahrtspläne, Infos und Luftbilder der Kinos in München Aschheim, Stuttgart Kornwestheim, Nürnberg Marienberg, Frankfurt Gravenbruch, Köln Porz-Eil, Essen Bergeborbeck und Hamburg Billbrock.

Autokino Bild


Beitrag zuletzt aktualisiert am 15. November 2016

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