SEAT Museum

SEAT genießt Anerkennung und Beliebtheit, insbesondere durch die Herstellung und den Vertrieb zahlreicher berühmter Modelle der spanischen Automobilgeschichte. Trotz früherer Überlegungen, ein Museum zu errichten, musste dieses Vorhaben aufgrund von Kostenproblemen verworfen werden.

Derzeit werden über 280 historische SEAT-Fahrzeuge in der Industriehalle A122 in der Zona Franca (Barcelona), angrenzend an den ehemaligen Produktionskomplex von SEAT, aufbewahrt. Das Ziel dieses Projekts ist es, ein Gebäude zu entwerfen, das die Markengeschichte und ihre Fahrzeuge in einem angemessenen Rahmen präsentiert. Durch eine durchdachte Architektur und Wegführung im neuen Gebäude soll den Besuchern ein einzigartiges Erlebnis geboten werden, das die Geschichte und den Erfolg des spanischen Automobilherstellers SEAT widerspiegelt.

Fahrzeuge aus dem SEAT Museum
Über 280 Fahrzeuge befinden sich in der Seat-Sammlung in Barcelona. Foto: Axel F. Busse

Seat gehört nicht zu den Marken, die einem beim Nachdenken über Auto-Historie und Oldtimer einfallen. Doch auch bei dem spanischen Hersteller wird die eigene Geschichte gepflegt – hingebungsvoll und im Verborgenen.

Kilometer lange Zäune, triste Hallen, Transportbrücken und Lastwagen bestimmen das Bild: Das Industrie- und Gewerbegebiet Zona Franca in Südwesten Barcelonas ist so langweilig wie hunderte anderer Firmenansammlungen dieser Art auf der Welt. Das Spannende ist unsichtbar, es steckt in dem schmucklosen Gebäude Nr. 122 und von außen deutet nichts auf die darin verborgenen Schätze hin. Isidre López Badenas verbirgt sie aber nicht freiwillig vor den Augen einer breiten Öffentlichkeit.

Video der geheimen Sammlung

SEAT Virtuelles Digital Museum

In 2015 erstellt das Unternehmen ein Digital Museum für SEAT. In interaktiven Räumen, kann sich der Besucher die gesamte Geschichte der Marke von den Anfängen bis heute anschauen.

Webseite: www.seat-ws.com/central/sdm/v2/

SEAT Digital Museum
Im Digitalen Museum werden die präsentierten Fahrzeuge mit ihren Entstehungsgeschichten, besonderen Charakteristika, sowie technischen und historischen Daten vorgestellt.

Drei Architekturstudenten aus Deutschland konnten das beste Konzept für ein digitales SEAT-Museum vorlegen. Es ist eine Wolke mit internationalem Flair der Autoren Anton Sahler (Technische Universität Darmstadt), Ksymena Borczynska (Universität von Kassel) und Patricia Loges (Technische Universität Berlin). SEATs digitales Museum zeigt die gesamte Unternehmensgeschichte seit der Gründung im Jahr 1950.

„Natürlich hätten wir auch gern ein Museum“, sagt der Chef der Seat-Sammlung, der schmunzeln muss, wenn man seine säuberlich aufgereihten Preziosen als „größtes unbekanntes Automuseum der Welt“ tituliert. Allerdings ist diese Bezeichnung der Wahrheit recht nahe, denn einerseits ist Seat als recht junge Automarke noch keine feste Größe in der Oldtimer-Szene, andererseits ist die Sammlung ohnehin nur angemeldeten Gästen zugänglichhinfahren und Eintrittskarte kaufen, wie in anderen Museen, ist unmöglich.

Ein eigenes Gebäude im Zentrum der katalanischen Hauptstadt mit kunstvoll ausgeleuchteten Auto-Klassikern darin, einem nicht zu knapp bemessenen Budget und museums-pädagogischem Konzept – das würde Isidre López Badenas gefallen. Gewinne machen, lautet die Vorgabe aus Wolfsburg, die Präsentation von Gestrigem hat da keine Priorität.

SEAT Papamobil

Noch kostbarer als das Franco-Cabrio ist wahrscheinlich der weiße Seat Panda, ebenfalls ohne Dach, dessen Kotflügel mit bunten Standarten bewehrt sind und dessen Türen Wappen mit der Inschrift „Totus Tuus“ tragen. Der Versicherungswert von 60.000 Euro spiegelt, obwohl es der teuerste Panda der Welt sein dürfte, die Einzigartigkeit des Fahrzeugs nicht im Mindesten wider. Für den Spanienbesuch von Papst Johannes Paul II., der sein spirituelles Selbstverständnis in den Worten „ganz Dein“ zusammen fasste, wurde das Auto 1982 in nur zwei Wochen umgebaut. Ganze zwei Mal kam dieses Papamobil für Fahrten zu Stadion-Messen zum Einsatz.

SEAT Panda als weißes Papamobil
Für den Besuch des Papstes würde 1982 diese SEAT Panda zum Papamobil umgebaut. Wenige Tage vor dem Besuch von Papst Johannes Paul II. in Barcelona und Madrid im Jahr 1982 erhielt SEAT einen Anruf aus dem Vatikan. Das Fahrzeug, das der Papst bei seinen offiziellen Besuchen benutzte, passte nicht durch die Türen der Stadien Camp Nou und Santiago Bernabéu, wo die wichtigsten Veranstaltungen des Papstes stattfanden. Also musste innerhalb weniger Tage ein neues Modell angefertigt werden. Die Ingenieure von SEAT nahmen die Herausforderung an und bauten in Rekordzeit einen Panda zu einem echten Papamobil um, das Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Spanien benutzt hatte. Foto: Axel F. Busse

Es macht dem 43-Jährigen sichtlich Freude, jeden Tag aufs Neue in der Geschichte seiner Autos zu stochern. Er ist nicht nur Leiter dieses inoffiziellen Museums, sondern auch Chef der Werkstatt und des Ersatzteillagers – das in Gestalt von auszuschlachtenden Modellen in einer hinteren Ecke der Halle verborgen ist – er ist auch Archivar und Hausmeister, Kurator und Mechaniker. Und Einkäufer. Wenn mal Geld für die Auffüllung von Lücken da ist. Was er dann kaufen würde, davon hat López eine ganz präzise Vorstellung: „Natürlich den Seat 124 D Especial, mit dem Antonio Zanini und Juan Petisco 1977 den 3. Platz bei der Rallye Monte Carlo belegt haben. Ich weiß“, und die Begeisterung in seiner Stimme mischt sich mit einem traurigen Unterton, „wo das Auto ist und wer es besitzt, aber den Preis können wir uns momentan nicht leisten.“ Das Gebäude A122 beherbergt das historische Erbe der Marke wie auch des Landes.

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