Auto-Dachboxen für den Urlaub

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt kommt oftmals um eine Dachbox nicht herum. Trotz sorgsamer Vorausauswahl und guter Verstauung im Fahrzeug möchten vor allem Familien mit Kindern auf das eine oder andere Zusatzgepäckstück nicht verzichten. Damit die Ferienfahrt mit dem zusätzlichen Kofferraum auf dem Dach nicht mit bösen Überraschungen endet, sollten einige Dinge beachtet werden.

Wichtig ist vor allem, dass die Dachbox ordnungsgemäß befestigt und gesichert ist. Keinesfalls sollten verloren gegangene oder kaputte Teile durch provisorische Basteleien ersetzt werden. Fehlende Sorgfalt kann dazu führen, dass der Zusatzkofferraum auf dem Dach hin- und her rutscht. Beim montieren auf die zulässige Beladung achten und danach schnell zur Tankstelle, um den Druck der Reifen anzupassen und die Scheinwerfer zu justieren.

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Ebenso wie für die Dachlast des Fahrzeuges gelten auch für die Dachbox Gewichtsobergrenzen für die Beladung. Üblich sind 50 bis 75 Kilogramm. Für die Berechnung der tatsächlichen Last auf dem Dach dürfen jedoch das Eigengewicht der Box und der Querträger nicht vergessen werden. Beides wiegt nicht selten allein schon um die 20 Kilogramm und mehr. Doch immer noch Vorsicht: Beim Zusatzgepäck auf dem Dach darf natürlich nicht das zulässige Gesamtgewicht des Autos außer Acht gelassen werden.

3 Tipps für mehr Sicherheit

Dachbox Schwarz

  • Leichtes nach oben
  • Zulässige Dachlast nicht überschreiten
  • Empfehlung: Mit Dachbox nicht schneller als 130 km/h

Die Sachverständigen von DEKRA warnen vor Do-it-yourself-Lösungen bei der Montage von Auto-Dachboxen. Bei baulichen Veränderungen oder der Verwendung von nicht-originalen Teilen steigt das Unfallrisiko, zudem geht in der Regel die Gewährleistung oder Haftung des Herstellers für Schäden oder Unfälle verloren.
„Wenn es mit Kind und Kegel in den Urlaub geht, sind Dachboxen für viele eine willkommene Ergänzung, denn im Kofferraum wird der Platz immer knapp“, sagt Martin Kugele, Unfallsachverständiger bei DEKRA. „Aber Vorsicht! Wenn man Träger, Box und Ladung nicht ausreichend befestigt, können sie sich vom Autodach lösen und einen schweren Unfall verursachen.“

Für eine sichere Montage sind unbedingt die Bedienungsanleitung der Boxen-Herstellers zu beachten und man sollte das mitgelieferte Spezialwerkzeug verwenden. Auch die passenden Originalteile gehören dazu. Lastenträger und Box müssen exakt aufeinander abgestimmt sein, damit die Box auch bei höherer Geschwindigkeit fest sitzt. Bei gebrauchten Boxen ist auf saubere Kontaktstellen und sicheren Sitz zu achten. Keinesfalls sollte man mit baulichen Veränderungen, zum Beispiel zusätzlichen Bohrungen, in die Stabilität des Systems eingreifen.

Auch bei der Zuladung heißt es aufgepasst. Es dürfen nicht mehr Kilo aufs Dach als der Autohersteller laut Betriebsanleitung erlaubt. Bei der aktuellen Mercedes-C-Klasse zum Beispiel sind es 75 Kilo, beim VW Passat 100 Kilo. Achtung: Die vom Hersteller angegebene maximale Dachlast ist das Gewicht von Basisträger, Box und Ladung zusammen.

Deshalb ist beim Beladen der Dachboxen Köpfchen gefragt. Die Oberstübchen, die teils mehr als 600 Liter fassen, eignen sich gut für leichtes, voluminöses Gepäck; schwere Teile dagegen sind weit unten im Kofferraum am besten aufgehoben. Das kommt auch dem Fahrverhalten des Fahrzeuges zugute. Am besten das Gepäck in der Box gleichmäßig verteilen und mit Anti-Rutsch-Matten, Spanngurten und Fangnetzen gegen Verrutschen zu sichern. Tipp: Wer Kleidung in die Spitze der Box packt, sorgt dafür, dass eventuell nach vorn rutschende Teile weich abgefangen werden.

Dachboxen-Check vor der Abfahrt:

  • Sitzt die Box fest?
  • Sind alle Schließpunkte eingerastet und ist die Box abgeschlossen?
  • Bei Fahrpausen die Box auf dem Dach prüfen

„Mit einer Box auf dem Autodach muss sich der Fahrer auf ein verändertes Fahrverhalten seines Fahrzeuges einstellen. Der höhere Schwerpunkt führt zu einer größeren Seitenneigung in Kurven, der Bremsweg verlängert sich und das Fahrzeug reagiert empfindlicher auf Seitenwind“ Martin Kugele – DEKRA Unfallexperte

Eine gesetzliche Tempobeschränkung für Fahrzeuge mit Dachbox gibt es nicht. Allerdings nehmen die auf die Box wirkenden Kräfte mit steigender Geschwindigkeit im Quadrat zu. Deshalb wird Autofahrern empfohlen, nicht schneller als 130 km/h zu fahren und die Hinweise der Hersteller zu beachten.

„Wer auf ordentliche Boxen und den passenden Träger setzt, alles gut befestigt, beim Beladen und beim Fahren achtgibt“, so Kugele abschließend, „kann mit einem guten Gefühl in den Urlaub fahren.“

Beim Bepacken sollte darauf geachtet werden, dass das Gewicht möglichst gleichmäßig verteilt wird. Die Hälfte sollte zwischen den beiden Trägern liegen, jeweils ein Viertel davor und dahinter. Sofern Ösen und Gurte vorhanden sind, sollte die Ladung auf jeden Fall festgezurrt werden, damit sie nicht unfreiwillig ins Rutschen kommt und dem Fahrer einen Schrecken einjagt, der schnell mit einem gefährlichen Fahrmanöver enden kann. Der ADAC hält die von Herstellerseiten angebotenen Möglichkeiten zur Ladungssicherung in den meisten Fällen für unzureichend und empfiehlt daher zusätzliches Fixieren mit Gurten aus dem Zubehörhandel. Von Gummiexpandern oder einfachen Schnüren sollte man hingen die Finger lassen.

Der TÜV Süd rät grundsätzlich, die Nutzlast der Box nicht bis auf das letzte Kilogramm auszureizen. Schwere Beladung eines Autos wirkt sich nachhaltig auf das Fahrverhalten aus. Das gilt ganz besonders für Zusatzladung auf dem Dach. Sie verlagert den Schwerpunkt des Fahrzeuges deutlich nach oben und bieten dem Wind zusätzliche Angriffsfläche. Besonders betroffen sind SUVs und Vans. In schnell gefahrenen Kurven und bei abrupten Ausweichmanövern müssen Autofahrer mit gefährlicher Seitenneigung rechnen. Zudem verlängert die voll beladene Dachbox den Bremsweg um mehrere Meter. Gerne vergessen wird, dass sich die Durchfahrtshöhe des Autos vergrößert. Hier sollten gerade in engen und verwinkelten Altstadtgassen mit Tordurchfahrten sowie bei der Fahrt in die Tiefgarage die Augen offen gehalten werden.

Dachboxen Video Ratgeber

Obwohl es auf der Autobahn keine Geschwindigkeitseinschränkung für Fahrzeuge mit Dachboxen gibt, empfehlen etliche Hersteller, möglichst nicht schneller als 130 km/h zu fahren. Je vorsichtiger und umsichtiger gefahren wird, desto sicherer ist man nicht nur unterwegs, sondern auch sparsamer. Bei Tempo 100 und schmaler Box erhöht sich der Kraftstoffverbrauch nach Berechnungen des ADAC beispielsweise bei einem VW Golf um einen Liter. Bei 130 km/h sind es dann bereits drei Liter, denn ab 120 km/h steigen Verbrauch und Windgeräusche überproportional an.

Um Umwelt und Geldbeutel zu schonen, sollte die Dachbox daher nach Möglichkeit auch am Zielort abmontiert werden und erst wieder zur Abreise benutzt werden.

Wer eine neue Dachbox kauft sollte darauf achten, dass sie die Normen DIN 75302 oder ISO 11154 erfüllen. Dachboxen lassen sich übrigens auch mieten. (ar/jri)

Dachboxen im ADAC Test

Der ADAC hat acht Dachboxen mit Preisen zwischen 165 und 360 Euro getestet. Dabei wurde festgestellt, dass die meisten der geprüften Produkte mit zu schwachen Befestigungsgurten und Befestigungslaschen ausgestattet sind. Bei extremen Belastungen könnten die Gurte an den Befestigungsösen sogar reißen, die Ladung wäre dann nicht mehr sicher. Das haben Crashtests bewiesen. Testsieger ist die Box Thule Pacific 600(Gesamtnote 1,9), die vor allem in den Kategorien Fahrtest und Gestaltung überzeugen konnte. Platz zwei belegte die Kamei Delphin 340 K, ebenfalls mit Bestnoten bei den Fahrtests.

Fast alle Boxen zeigten beim Fahrtest unter verschärften Bedingungen gute bis sehr gute Leistungen. Lediglich die Atera Carver und Thule Ranger fallen hier etwas ab: Diese Dachboxen verrutschten beim Ausweichtest mit 90 km/h um einige Zentimeter. Größere Unterschiede gab es beim Regentest: Bei den Boxen Montblanc Vista, Neumann Whale und Ranger von Thule dringt beim Beregnungsversuch Wasser in den Innenraum. Bei der faltbaren Thule gelangt zusätzlich das in den Erweiterungstaschen angesammelte Wasser nach einiger Zeit in den Innenraum der Box. Die Kamei Delphin, Atera Carver und die Thule Pacific waren trotz fehlender Dichtleisten absolut wasserdicht. In puncto Handhabung haben die teuren Produkte die Nase vorn. Sie verfügen unter anderem über Schnellverschlüsse für eine einfache Befestigung auf dem Grundträger.

Schwächste Box im Test war die Montblanc Vista 380, die beim Crashtest mit 30 km/h versagte: Spanngurte rissen und die Wintersportausrüstung wurde durch die durchgeschlagene Vorderwand auf die Straße geschleudert.

Aufgrund der Testergebnisse fordert der ADAC Nachbesserungen bei den Befestigungsgurten der Boxen. Zurrösen müssen in ausreichender Anzahl vorhanden sowie ohne scharfe Kanten und stabil ausgeführt sein, um die Ladung zu sichern. Auch die zugehörigen Spanngurte müssen stabil und mit Metallverschlüssen ausgestattet sein. Um einen Diebstahl der gesamten Box oder einzelner Teile der Ladung zu verhindern, sollten stabile Metallverschlüsse obligatorisch sein. (ampnet/jri) Peter Schwerdtmann


Beitrag zuletzt aktualisiert am 9. September 2017

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