Sommerreifen Ratgeber

Der Frühling, rund um Ostern, ist der beste Zeitpunkt, um von Winter auf Sommerreifen umzusteigen. Sommerreifen haben eine härtere Gummimischung als Winterreifen. Außerdem kannst du das Wechseln der Pneus gleich mit Wartung und Pflege verbinden. Das erhöht den Wert Deines Autos.

Winterreifen sind für die warme Jahreszeit viel zu weich. Weiche Gummimischungen reiben mehr – und das führt zu schlechterem Fahrverhalten, erhöhtem Abrieb und verbraucht mehr Kraftstoff. Viele Gründe also, die Reifen in den nächsten Wochen gegen Sommerreifen auszutauschen. Für den Wechsel der Reifen hast du mehrere Optionen:

  • selber wechseln mit Wagenheber  Das kostet zwar Zeit, ist aber günstig. Achte darauf, dass der Wagenheber fest ist und nicht abrutscht.
  • Pneus in einer Selbermacher-Werkstatt tauschen. In einer Autoselbsthilfe-Werkstatt hast du wenigstens eine Hebebühne, einen pneumatischen Schlagschrauber und einen Drehmomentschlüssel zur Verfügung. Das vereinfacht den Reifenwechsel erheblich. Sind die Räder abgenommen, wird zudem der Blick auf Federbein und Radnabe mit Bremse frei. Die Gelegenheit solltest du nutzen, die Fahrzeugtechnik einer Sichtprüfung zu unterziehen.
  • Reifenwechsel in einer Kfz-Fachwerkstatt. Bringst du Dein Fahrzeug dafür in die Reifenwerkstatt oder zum Händler, kostet das zwar etwas Geld, bringt aber viele Vorzüge. Nicht nur, dass die Profis genau wissen, was zu tun ist. Die Technik, die sonst hinter den Rädern versteckt ist, wird durch eine Fachkraft geprüft. Bei Bedarf kann das Federbein mit Radnabe vor Ort gereinigt werden. Sowohl die angenommenen Winterreifen als auch die zu montierenden Sommerreifen werden auf ihren Zustand überprüft. Dabei werden alle Drehmomente beim Anziehen der Räder beachtet. Eventuell kannst du Deine Winterreifen hier für wenig Geld fachgerecht einlagern. Das verhindert Lagerschäden und erhält den Wert Deiner Pneus.

Vor dem Aufziehen solltest du die Reifen auf folgende Merkmale prüfen:

Foto: Reifendruck wird gemessen
Mit dem richtigen Druck kann der Autofahrer eine gute Kraftstoffersparnis erzielen.

Durch Studien haben die Experten vom deutschen Verkehrssicherheitsrat bewiesen: Je tiefer das Reifenprofil, desto weniger Gefahr auf Aquaplaning.

Bei zu hohem oder zu niedrigem Reifendruck wird mehr Sprit verbraucht als nötig. Außerdem werden dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, weil der Bremsweg länger wird  – und beim Ausweichen gerät der Wagen leichter ins schleudern.

Ein korrekter Luftdruck verlängert die Haltbarkeit, senkt den Kraftstoffverbrauch und bietet mehr Fahrkomfort für alle Insassen. Am besten sollte man den Reifendruck bei jedem zweiten Tankstop prüfen. In einer normalen Fahrsituationen fällt das gar nicht auf. Wenn man mal stark bremse oder muss oder bei höherer Geschwindigkeit ausweichen muss, dann ein falscher Luftdruck schnell gefährlich werden.

Woher weiß ich den korrekten Luftdruck meiner Autoreifen?
Der richtige Druck hängt vom Auto ab und kann an folgenden Stellen abgelesen werden: An der Innenseite des Tankdeckels und in der Betriebsanleitung. Außerdem findest du die Angabe bei geöffneter Fahrertür an der B-Säule.

Sommerreifen Test von GTÜ

Reifenalter mit der DOT-Nummer ablesen

Auf der Reifenflanke befindet sich die DOT-Nummer. Mit dieser vierstelligen Ziffer kann man das Alter des Reifens ablesen. Die ersten beiden Stellen geben die Kalenderwoche an. Die letzten beiden das Produktionsjahr.

Beispiel: Die Dot-Nummer 0917 zeigt an, dass der Reifen in der Kalenderwoche (KW) 09 im Jahr 2017 hergestellt wurde. Wenn Reifen richtig gelagert werden, halten sie ungefähr 10 Jahre. Wenn der Reifen älter als 6 Jahre ist, solltest du diesen auf Einfahrschäden, Risse, Beulen und ob der Reifen spröde geworden ist prüfen. Damit verhinderst Du, dass die Reifen reißen oder brechen.

Wenn du beim Reifencheck Beschädigungen entdeckst, solltest du lieber neue Reifen kaufen. Selbst kleine Beulen oder Risse können im Ernstfall lebensgefährliche Folgen für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer haben. Das darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Das Gleiche gilt für ein abgefahrenes Profil.

Sommerreifen Kaufratgeber

Benötigst du neue, hochwertige Sommerreifen, kannst du diese bereits ab circa 55 Euro preiswert kaufen. Bei gebrauchten Reifen wechselst du die Vorderräder mit den Hinterrädern derselben Seite.

Die besten Reifen aus dem ADAC Reifentest

In der Ausgabe 03/2017 der ADAC Clubzeitschrift Motorwelt findest du die Ergebnisse der Reifentests. Unter anderem wurde folgende Hersteller geprüft: Continental, Goodyear, Hankook, Michelin, Nokian, Pirelli

Fragen und Antworten

Wie kann ich den Reifen länger haltbar machen?
Am besten ruhig fahren und nicht unnötig bremsen. Rollwiderstandsarme Pneus sparen mehrere hundert Euro.

Wie schraube ich die Reifen richtig fest?
Das Gewinde der Radschrauben oder die Radbolzen können mit etwas Alupaste oder Kupferpaste eingeschmiert werden. Dadurch lassen sie sich beim nächsten Reifenwechsel gut lösen.

Zunächst werden die Radschrauben oder Radmuttern mit der Hand angezogen. Mit einem Radkreuz oder Schlagschrauber zieht man sie dann fest. Die Radschrauben werden über Kreuz angezogen. Jetzt wird das Fahrzeug abgebockt oder von der Hebebühne gefahren. Mithilfe eines Drehmomentschlüssels werden die Radschrauben oder Muttern mit dem richtigen Drehmoment ebenfalls über Kreuz angezogen. Anschließend werden alle Radschrauben noch einmal mit dem Drehmomentschlüssel kontrolliert. Nach den ersten 50 km sollten die Reifen dann nochmals überprüft werden.

Reifenlabel
Für alle nach dem 30. Juni 2012 produzierten Reifen gilt die Pflicht der Kennzeichnung mit dem EU-Reifenlabel. Damit wird der Rollwiderstand, die Haftung auf nasser Fahrbahn und der Geräuschpegel leicht vergleichbar. Mehr dazu im Autolexikon.

Was bedeuten die Zahlen wie r15, r17 oder zr18
Die Zahl steht für die Zollgröße des Reifens. Das Buchstabe R steht meistens für Radialreifen, kann aber auch der Geschwindigkeitsindex sein. Dieser gibt vor, bis zu welcher Geschwindigkeit ein Reifen geeignet ist. Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) steht unter dem Punkt T die Höchstgeschwindigkeit.

P = 150 km/h,
Q = 160 km/h,
R = 170 km/h,
S = 180 km/h,
T = 190 km/h,
U = 200 km/h,
H = 210 km/h,
VR = >210 km/h,
V = 240 km/h,
ZR = >240 km/h,
W = 270 km/h,
Y = 300 km/h.

Beitrag zuletzt aktualisiert am 30. April 2017

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