Lademöglichkeiten im Eigenheim: Wallbox oder Steckdose?

Du spielst mit dem Gedanken, dir ein E-Auto anzuschaffen, weißt aber nicht, wie du es laden kannst? Das Aufladen deines E-Autos über Nacht in der eigenen Garage ist zeitsparend und komfortabel – du sparst den Weg zur öffentlichen Ladestation.

Doch das Laden an der normalen Steckdose in der Garage dauert lange und überlastet auf Dauer deine häusliche Stromleitung. Eine Wallbox dagegen sorgt für schnelles Aufladen. Dies lässt sich an der eigenen Haus- oder Garagenwand installieren.

Beim Thema Elektromobilität gehen viele Experten davon aus, dass nur 20 Prozent der Ladevorgänge von E-Autos an öffentlichen Ladepunkten stattfinden werden, 80 Prozent dagegen am Arbeitsplatz oder sogar in der heimischen Garage.

Weil die meisten Autos statistisch gesehen pro Tag ohnehin nicht mehr als 50 Kilometer zurücklegen, muss der Wagen also gar nicht zwingend unterwegs geladen werden.

Glücklich – wenn du eine eigene Ladebox hast

Wallbox beim laden eines E-Auto
Mit einer Wallbox in der Garage, lässt sich das Elektroauto schnell & sicher laden.

Sicher hast du schon einiges zum Thema „Anschlussmöglichkeiten für E-Autos“ gelesen und fragst dich, ob in deinem Grundstück ein Drehstromanschluss anliegt. Nur wenn 400 Volt Drehstrom zur Verfügung stehen, ist die Installation deiner Wallbox wirklich effektiv. Zwar lässt sich diese häusliche Ladestation auch mit normalem Lichtstrom von 230 Volt betreiben, aber die Ladezeit ist lang: 24 Stunden und länger bei einem leer gefahrenen Akku. Falls also der dreiphasige Wechselstrom bereits in deinem Strom-Zählerkasten anliegt, hast du die optimale Voraussetzung, um dir deine häusliche Stromtanke anschaffen zu können.

Wallbox Hersteller

Anmeldepflicht oder Genehmigungspflicht für Wallbox?

Es werden grundsätzlich zwei Leistungsklassen für die häusliche Ladestation angeboten. Möchtest du die leistungsstärkere Form mit über 12 kW anschaffen, benötigst du dafür die Genehmigung deines Netzbetreibers. Genügt dir die Version unter 12 kW musst du lediglich die Installation deinem Energielieferanten anzeigen. Diese Formalitäten solltest du aber besser erledigt haben, bevor du dir deine Komfortladebox bestellst. Denn nicht immer darfst du sie wirklich bei dir zu Hause anklemmen. Im Vorfeld ist es ratsam, den örtlichen Elektromeister um Rat zu fragen.

Weidmüller AC-Ladesäule

E-Auto-Ladebox – bitte den Elektriker konsultieren

Bei der Installation einer modernen Ladestation im eigenen Haus schaust du natürlich zuerst auf dein häusliches Stromnetz. Doch dein Elektriker sieht noch mehr. Er hat den Blick für das gesamte Stromnetz der Straße und der Ortschaft. In manchen Siedlungen stammen die öffentlichen Stromleitungen, seien es Erdkabel oder Freileitungen, noch aus Zeiten, in denen nur wenig Strom verbraucht wurde. Freileitungen transportieren mitunter zu geringe Strommengen, um mehrere Wallboxen für ein Wohngebiet zu installieren. Hier solltest du den fachkundigen Rat in jedem Fall vorher einholen.

Was, wenn der Strom nicht ausreicht?

Dein Elektriker sieht schwarz für deine Strombox? Keine Panik, du musst trotzdem nicht auf dein neues Traumauto mit elektrischem Antrieb verzichten. Dir bleibt immer noch die Fahrt zur öffentlichen Stromtanksäule und die Möglichkeit, im Notfall dein Auto an die normale Steckdose anschließen zu können. Um deinem Akku wenigstens so viel Power zu verleihen, dass du es bis zur nächsten Zapfe schaffst. Doch für die Zukunft mag dich trösten, dass die kommenden intelligenten Stromnetze in Kombination mit häuslicher Fotovoltaik ausreichend Strom auch für deinen E-Flitzer bereithalten werden. Das ist übrigens ein Tipp für dich: Falls auf du dein Dach reparieren lassen musst, stelle dir gleich ein paar Solarzellen mit auf.

Vorteile des Ladens an einer Ladestation
Am sichersten und effizientesten werden Elektroautos an einer intelligenten Ladestation bzw. Wallbox geladen. Die Ladevorgänge werden digital erfasst und sind jederzeit in einer App einsehbar. Das rechnet sich vor allem für Haushalte mit einer PV-Anlage (Photovoltaik / Solar-Anlage). Sie können ihren Eigenverbrauch optimieren, wenn das Auto bevorzugt mit eigenem PV-Strom geladen wird. Außerdem ist die Integration in einen Ladeverbund möglich sowie eine vereinfachte Abrechnung eines elektrischen Dienstwagens. Allgemein rät Polarstern bei der Installation einer Ladestelle zuhause unbedingt mit einem Elektrofachmann zusammenzuarbeiten. Denn um einen Akku schnell zu laden, muss seine Ladeleistung, der Ladeleistung der Ladestelle entsprechen.

Fazit

Bevor du deine neue Wallbox bestellst, solltest du einen Elektriker fragen und dein Projekt dem Stromversorger ankündigen. Den Einbau überlässt du besser dem Fachmann, denn mit 400 Volt ist nicht zu spaßen. Eine Genaue PDF Anleitung zum Verhalten bei Stormunfällen, gibt es beim DGUV.